Von München bis Granada

Für Flüchtlinge: Radteam startet Tour der Herzen

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In elf Tagen von München nach Granada: Am Montag starteten Mitarbeiter des Flughafens und Flüchtlinge aus Syrien zu ihrer Radtour für den guten Zweck. Verabschiedet wurden sie von dem Kabarettisten Christian Springer (3. v. li.) sowie SPD-Stadtrat Christian Vorländer (Mitte).

München - Das ist außergewöhnlich. Eine Radmannschaft will 2300 Kilometer zurücklegen und dabei Geld für ein Flüchtlingslager sammeln. Doch schon davor gab es für die Organisatoren Grund zur Freude.

Sie wollen ein Zeichen setzen für Toleranz und Menschlichkeit! Eine ganz besondere Radmannschaft, bestehend aus Flughafen-Mitarbeitern sowie syrischen Flüchtlingen, ist am Montagmorgen in aller Früh vom Münchner Marienplatz gestartet. Ihr Ziel: das 2300 Kilometer entfernte Granada an der Südküste Spaniens. Während der Fahrt, die elf Tage dauern soll, will das Team Geld für das Flüchtlingsprojekt Orienthelfer e. V. von Kabarettist Christian Springer sammeln.

Beim Startschuss zur Tour der Herzen war Christian Springer natürlich dabei. „Ich bin überglücklich über diese Aktion, die schon im Vorfeld 30 000 Euro an Spendengelder zusammengebracht hat.“ Die Spenden will der Münchner für den Bau von Schulen in Flüchtlingslagern im Libanon verwenden. „Bildung muss schon bei den Kleinsten beginnen“, fordert der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer.

Das Radteam des Projekts „Road to Granada“ besteht aus drei Mitarbeitern des Airports und drei Syrern, die wegen des Krieges in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen sind. In elf Tagesetappen mit Distanzen bis zu 237 Kilometern wollen sie am 9. Juni Granada erreichen (siehe Karte). Rund 20 000 Höhenmeter müssen dabei bewältigt werden – unter anderem führt die Route über die Zentral- und die Westalpen sowie über die Pyrenäen. Um diese Herausforderung zu meistern, stand seit Februar regelmäßiges hartes Training auf dem Programm.

Die Tour der Herzen soll auch ein Symbol dafür sein, wie wichtig offene Grenzen sind, so der Initiator Björn Potulski vom Münchner Flughafen über das Projekt „Road to Granada“. Immerhin geht es grenzenlos durch sechs europäische Länder. Auf ihrer Facebookseite „Road to Granada“ berichtet die Radlmannschaft täglich über ihre jeweiligen Etappen. Hier findet sich auch der Link zur Spendenplattform betterplace.org

Übrigens: Granada wurde bewusst als Ziel gewählt. Die andalusische Stadt gilt als Paradebeispiel dafür, dass Christen, Muslime und Juden friedlich zusammenleben können.

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