Frauen brutal getötet

Die Frage nach dem Warum: Zwei Morde an Schwangeren erschüttern Bayern

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Beate K. (45) ist tot.

München - Zwei brutale Morde an schwangeren Frauen erschüttern Bayern. Beate (45) und Anastasia (22) sind tot. Es bleiben viele Fragen - vor allem die nach dem Warum.

Viele Hinweise auf den Verdächtigen

Warum musste Beate K. (45) sterben? Und ihr ungeborenes Kind? Diese Fragen stellen sich seit Mittwochnachmittag die Menschen im niederbayerischen Kirchroth bei Straubing – und ganz besonders auch der Ehemann der Getöteten. Der Einzige, der auf das Warum eine Antwort geben könnte, ist der Ex-Geliebte der 45-Jährigen. Doch Franz-Xaver Holmer (39) ist auf der Flucht – vermutlich mit seinem Mercedes Kombi der E-Klasse.

Bei der Polizei sind nach dem Fahndungsaufruf vom Donnerstag zahlreiche Anrufe eingegangen. „Es gab Hinweise aus dem Raum Straubing, aus ganz Deutschland und sogar aus Italien und Österreich“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Diese würden nun überprüft.

Wie berichtet, war Beate K. am Mittwoch allein in ihrem Haus in Oberzeitldorn, einem Ortsteil von Kirchroth, gewesen. Irgendwann nach 14 Uhr muss Franz-Xaver Holmer aufgetaucht sein. Er hatte wohl beobachtet, dass Beates Mann, ein selbstständiger Hausmeister, weggefahren war.

Was dann genau passierte, ermittelt derzeit die Kripo Straubing. Der Ehemann fand jedenfalls gegen 14.30 Uhr seine schwangere Frau blutüberströmt im Haus. Beate K. hatte tiefe Stichverletzungen – zugefügt mit einem Messer – erlitten. Ihr ungeborenes Baby war sofort tot, die 45-Jährige starb Stunden später im Krankenhaus.

Kurz nach der Tat präsentierte die Kripo Straubing Franz-Xaver Holmer als dringend tatverdächtig. Beate K. hatte laut Staatsanwalt mit dem 39-Jährigen bereits zusammengelebt, war jedoch vor ein paar Monaten zu ihrem Ehemann nach Kirchroth zurückgekehrt. Ob der mutmaßliche Mörder auch der Vater des ungeborenen Kindes war, ist laut Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Fiedler (61) „noch Gegenstand der Ermittlungen“.

Wird Anastasias Tod niemals gesühnt?

Vor zehn Monaten wurde die Leiche der hochschwangeren Anastasia (22) am Donauufer angeschwemmt. Ihr Schädel war zertrümmert und ihr Baby tot. Der wegen Mordes angeklagte damalige Freund des Opfers bestreitet die Tat – und schweigt ansonsten. „Zum nächsten Verhandlungstag ist eine kurze Stellungnahme geplant“, sagte der Verteidiger des 25-Jährigen, Jörg Gragert, am Freitag zum Auftakt des Prozesses vorm Landgericht Ingolstadt.

Laut Anklage hatte der Ex-Soldat auf die 22-Jährige am Donauufer massiv mit einem scharfen Werkzeug eingeschlagen – sieben bis acht wuchtige Schläge sollen es gewesen sein. Die noch lebende, aber bereits tödlich verletzte Frau soll er dann ins Wasser geworfen haben. Anastasia ertrank, und mit ihr wurde auch das bereits lebensfähige Baby getötet. Die Anklage lautet daher auf Mord sowie Schwangerschaftsabbruch.

Der Angeklagte ist nach einem DNA-Test nicht der Vater des Babys. „Trotzdem ein Motiv für die Tat herzustellen ist schon gewagt“, betonte sein Verteidiger Gragert. Die Strategie werde auf einen Freispruch ausgerichtet. Die Anklageverlesung verfolgte der junge Mann ohne Regung. In einer Jeans und einem grauen T-Shirt gekleidet, starrte der gelernte Koch in Richtung Staatsanwalt.

Am Abend des 28. November sollen sich laut Anklage das Opfer und der Angeklagte zu einer Aussprache am Donauufer in Ingolstadt getroffen haben. Die Frau hatte den Soldaten immer als Vater ihres Babys bezeichnet und Pläne für eine gemeinsame Zukunft geschmiedet. Diese Absicht hatte der Soldat laut Staatsanwalt Jürgen Staudt aber nicht: „Der Angeklagte fasste daher den Plan, Anastasia und das ungeborene Kind zu töten, um sein bisheriges Leben weiter ungestört fortsetzen zu können.“

Den Prozessauftakt verfolgten als Nebenkläger auch die beiden Brüder und die Mutter des Opfers. Für die Familie sei eine Welt zusammengebrochen – die Trauerbewältigung könne erst abgeschlossen werden, wenn der Täter seiner Strafe zugeführt sei, sagte der Anwalt der Familie Hans-Jürgen Hellberg. „Sie haben so sehr auf eine Aussage des Angeklagten gehofft. Es ist aber schwierig, wenn kein einziges Wort kommt.“ Der Prozess geht weiter.

tz

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