Rottach-Egern: Hundehasser terrorisiert Straße

Frau klagt an: SUV-Fahrer wollte meinen Toni töten

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Opfer einer Auto-Attacke: Claudia Schmidt (58) konnte sich mit ihrem Schafpudel Toni (11) gerade noch in eine Einfahrt retten. Sie ist nicht die einzige, die der mutmaßliche Hundehasser bedroht.

Rottach-Egern - Was ist das bitte für ein abartiges Verhalten? Ein SUV-Fahrer rast auf eine Frau mit Hund zu und schert erst kurz vorher aus. Anschließend beschimpft er die Gassigeherin. Und das ist kein Einzelfall.

Der Schock sitzt tief bei Claudia Schmidt (58) aus Rottach-Egern (Name geändert). Sie erinnert sich an jede Einzelheit, obwohl der Vorfall Monate her ist: Mit ihrem elf Jahre alten Schafpudel Toni ging sie eine Wohnstraße nahe des Weißbachdamms entlang. Dann kam ein schwarzes SUV, wohl ein BMW, aus einer Einfahrt gefahren – „und hielt mit Vollgas auf mich zu“, erzählte Schmidt der Tegernseer Zeitung. Kurz vor ihr scherte er aus und fuhr in hohem Tempo weiter. „Ich habe mir gedacht: ein Verrückter.“ Doch der Mann habe kurz danach gebremst, sei ausgestiegen und habe geschimpft: „Alte Bitch, beim nächsten Mal fahr ich dich platt!“

Warum? So wie es aussieht, fürchtet der SUV-Pilot um seine Hecke, dass Hunde daran ihr Revier markieren und die Pflanzen braun werden könnten. Denn der Fall Toni ist nicht der einzige: Inzwischen wurden weitere Opfer, alles Hundebesitzer, bekannt. Sie wollen aus Angst um ihre Lieblinge anonym bleiben. „Ich habe einen vergifteten Köder in meinem Garten liegen gehabt“, berichtet ein Rottacher.

SUV-Fahrer sorgt sich um Hecke

Der Beschuldigte selbst konnte nicht erreicht werden. Offenbar sorgt er sich dermaßen um seine Hecke, dass er sie regelrecht bewacht. Passanten berichten, dass, sobald sich Gassigeher mit Hund nähern, er in Aktion trete – mit seinem SUV.

„Meinen Hund hat er auch mal probiert zu überfahren“, berichtet ein weiterer Rottacher. Das Tier habe sich gerade noch zwischen Zaun und Gehweg retten können. „Das sind doch einwandfrei Straftaten.“ Angezeigt hat den Heckenbeschützer dennoch lange niemand. Keine Zeugen, sagen die einen. Sie wollen keinen Ärger, die anderen. Erst Claudia Schmidt entschloss sich zu diesem Schritt und spürte weitere Opfer auf, die nun ebenfalls bei der Polizei ausgesagt haben.

Mann vertreibt Hundebesitzer

Eine Frau berichtet: „Er ist auf meinen Rücken zugefahren. Ich habe den Motor gehört und bin gerade noch auf die Seite. Haarscharf war das.“ Damit nicht genug: Der Mann fahre sogar nach Attacken so lange auf und ab, bis wieder Ruhe herrsche in der Straße und sich kein Hund samt Besitzer mehr blicken lasse.

Die Anzeige läuft indes. Der zuständige Beamte hat mit dem Beschuldigten gesprochen: „Offenbar will der Herr wirklich seine Hecke verteidigen.“ In Kürze will die Polizei den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben. Wie es auch kommt – Tonis Frauchen traut sich nicht mehr ans Grundstück, mit oder ohne Hund.

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