G8/G9-Debatte

Gymnasium: Landkreise fordern Planungssicherheit

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München – Kurz vor der Regierungs-Klausurtagung am Tegernsee kommt Fahrt in die G8/G9-Debatte. Zentrale Fragen sind, ob die um ein Jahr verlängerte Mittelstufe ab dem Schuljahr 2017/18 an allen Gymnasien erlaubt wird und ob es gar zu einer Parallelführung von G8 und G9 kommt.

Derzeit wird die so genannte Mittelstufe plus an rund 40 Gymnasien getestet. Die bayerischen Landkreise, meist Träger der Gymnasien, fordern vom bayerischen Kabinett „Planungssicherheit“. Es sei „zwingend erforderlich, dass sich die Landkreise längerfristig auf eine, nicht aber auf mehrere Organisationsformen des Gymnasiums einstellen können“, schreibt der Präsident des Verbands, der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU), in einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor. Eine Parallelführung von G8 und G9 lehnt Bernreiter strikt ab, ebenso das Modell, dass die Schulen künftig selbst darüber entscheiden, ob sie das G8 oder das G9 haben wollen. Grund: Es könnten „sich Schülerwanderungen entwickeln, die die Sachaufwandsträger jeder Planungsgrundlage berauben“. Zur Frage, ob ein G8 oder ein G9 besser sei, äußert sich Bernreiter nicht, wenngleich er leise Sympathie fürs G9 anklingen lässt.

Auch der Leiter der Bayerischen Direktorenvereinigung, Karl-Heinz Bruckner, lehnt ein Nebeneinander von G8 und G9 ab. Der Gesetzgeber müsse „eine Leitentscheidung“ treffen, die dann länger gelte. Experimente habe es genug gegeben.

Die Diskussion wird auch nach der Tegernseer Tagung länger anhalten, wie Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch im Landtag deutlich machte. Zwar werde die Regierung „Eckpunkte“ vorlegen. Doch nach der Sommerpause solle darüber „mehrere Monate“ mit der gesamten „Schulfamilie“ diskutiert werden. Wenn jetzt wieder ein zeitraubender Dialogprozess komme, werde der Zeitplan scheitern und das neue Modell komme erst 2018/19 – kurz vor der Landtagswahl, warnt ein Kritiker. Auch den Münchner Freie-Wähler-Abgeordnete Michael Piazolo ärgert Eisenreichs Aussage: Es müsse „Schluss sein mit dem Aussitzen“.

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