Gericht erhöht Geldstrafe

Geschönte Abiturnoten: Direktor muss zahlen

Coburg - Im Fall geschönter Abiturnoten an einem Coburger Gymnasium ist der Schulleiter zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt worden.

Der Direktor hatte im vergangenen Jahr als Abiturprüfungsvorsitzender die Bewertung aller Deutscharbeiten um einen Punkt verbessert. Das Landgericht Coburg bestätigte am Freitag das Urteil des Coburger Amtsgerichts wegen Falschbeurkundung im Amt in 86 Fällen - erhöhte die Geldstrafe aber deutlich von 60 auf 90 Tagessätze.

Gegen das Urteil des Amtsgerichts hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Rechtsmittel eingelegt. Die Staatsanwaltschaft forderte in dem neuen Prozess 130 Tagessätze, die Verteidigung Freispruch. Der Schulleiter begründete die Veränderung der Abiturnoten damit, dass aus seiner Sicht die Deutscharbeiten von den Lehrern „zu rigide“ korrigiert worden seien. Nach Angaben von Zeugen lag der Schulleiter mit dieser Einschätzung aber nur in einigen Fällen richtig. Außerdem hätte er den Ministerialbeauftragten einschalten müssen, gab ein anderer Zeuge an.

Der Fall dürfte vermutlich bald das Oberlandesgericht Bamberg beschäftigen: Einer der Verteidiger kündigte an, in Revision gehen zu wollen.

dpa

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