Hochwasser in Niederbayern

Hochwasser: Das gesamte Ausmaß der Zerstörung in Zahlen

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Ab Montag sollen 100 Soldaten die vielen Helfer unterstützen.

Simbach - Nach dem Hochwasser im Landkreis Rottal-Inn stehen viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz. Erst jetzt wird das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich.

Jetzt wird das ganze Ausmaß der Sturzflut-Katastrophe in Niederbayern deutlich: Die Flutwelle hat im Kreis Rottal-Inn einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro verursacht! Diese Horrorbilanz nannte der Landrat Michael Fahmüller (CSU) am Samstag in Simbach am Inn. Der Ort ist von den Sturzfluten am vergangenen Mittwoch am stärksten betroffen. Sieben Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

100 Autos sind Schrott.

„Es sind mehr als 5000 Haushalte betroffen, 500 Häuser schwer beschädigt, die wohl nicht mehr sanierbar sind“, sagte Landrat Fahmüller. „Wir klären derzeit, ob ein Haus einsturzgefährdet ist“, erläuterte der Bürgermeister von Simbach, Klaus Schmid (CSU), am Sonntag. Die Gebäude werden von Statikern dann an der Fassade entsprechend markiert.

Auch die Infrastruktur im Landkreis ist schwer beschädigt: Zweihundert Brücken sind zerstört, ganze Straßenzüge komplett weggespült, Hunderte Fahrzeuge haben Totalschaden erlitten, viele Wirtschaftsbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht.

Seehofer zeigt sich erschüttert

500 Häuser wurden schwer beschädigt.

Erschüttert vom Ausmaß der Schäden zeigte sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der sich am Samstag vor Ort ein Bild von der Katastrophe machte. „Ein solches Inferno unbändiger Naturgewalt muss man gesehen haben, um es zu verstehen“, sagte er, als er mit Gummistiefeln durch den Schlamm watete. Der Regierungschef versprach den Betroffenen zudem unkomplizierte und umfangreiche Hilfen.

Ministerpräsident Seehofer gedachte auch der Toten.

„Wir werden uns bei den zusätzlichen Mitteln an das Jahrhunderthochwasser 2013 anlehnen“, sagte Seehofer. Am Dienstag wolle er im Kabinett über die Hilfsmaßnahmen sprechen und diese so schnell wie möglich beschließen. Zudem werde er an den Bund herantreten.

Auf eine Milliarde Euro wird der Gesamtschaden geschätzt.

Der Gang durch die Straßen und die Gespräche mit Betroffenen und Helfern haben ihm aber auch gezeigt, wie engagiert und solidarisch die Bevölkerung ist. Ein zorniger Anwohner, der in einem Monat ein Geschäft eröffnen wollte und nun vor den Trümmern seiner Existenz steht, schimpft derweil über die aus seiner Sicht unkoordinierten Aufräumarbeiten: „Jedes Bierfest ist besser organisiert als das hier.“ Er fordert den Einsatz der Bundeswehr. Landrat Michael Fahmüller (CSU) versicherte: „Wir werden das Angebot der Bundeswehr, uns hier mit Soldaten zu unterstützen, gerne nutzen.“ Ab Montag sollen 100 Soldaten die Aufräumarbeiten unterstützen.

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