Fluten treffen Simbach

Helfer von Niederbayern: "Das ging alles so schnell"

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Mitglieder der Canyon-Rettungsgruppe Chiemgau mit Christian Schieder (rechts) .

Simbach - Die Wassermassen trafen Simbach in Niederbayern am Mittwochnachmittag. Die Rettungskräfte waren schnell zur Stelle. Aus der Luft und zu Wasser wurde geholfen.

Das Wasser stand vielen Menschen rund um Simbach am Inn am Mittwoch buchstäblich bis zum Hals: Aus Dachluken und von Autodächern mussten die BRK-Helfer von Berg- und Wasserwacht sie mit Hubschraubern befreien. Auch die Canyon-Rettungsgruppe Chiemgau (CRG) rückte im Hochwassergebiet aus. CRG-Chef Christian Schieder schildert der tz den dramatischen Einsatz: „Der erste Eindruck aus der Luft war katastrophal“, sagt der 35-Jährige. „Das ging alles so schnell und ohne Vorwarnung.“

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Viele Häuser seien komplett vom Wasser umströmt gewesen, Treibholz drückte gegen die Dächer. Die Wassermassen kamen am Nachmittag sehr überraschend und überfluteten auch Teile der Bundesstraße B12 und B20, wobei sich die Lage gegen 14.30 Uhr zuspitzte: Auto- und Lkw-Fahrer waren eingeschlossen. Einen etwa 6-jährigen Buben und dessen Eltern retteten Schieder und sein Team über eine Dachluke. Mit Rettungssitzen und Schlingen hievten sie die Menschen in den Hubschrauber.

„Die Leute waren nicht panisch“, berichtet Schieder, „aber der Schock war allen ins Gesicht geschrieben“. Zeit zum Durchschnaufen blieb keine. „Wir haben die Leute abgesetzt und dem BRK übergeben. Wie es mit ihnen weitergeht, erfahren wir nicht“, sagt Schieder. Denn danach geht es gleich weiter zum nächsten Einsatz.

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Insgesamt rund 22 Personen retteten die Helfer aus der Luft am Mittwoch – und einen Hund. Eine Dame hatte ihn in ihrer Not in eine Sporttasche gesteckt. „Die haben wir dann auch an einem Haken befestigt und hochgezogen“, sagt Christian Schieder, der pragmatische Helfer.

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