Landesplanung

München wird „Metropole“, Erding „Oberzentrum“

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Die Staatsregierung will München, Nürnberg und Augsburg offiziell zu Metropolen erklären.

München – Die Staatsregierung will Bayerns drei größte Städte offiziell zu „Metropolen“ erklären. Für München, Nürnberg und Augsburg wird im Landesentwicklungsprogramm diese neue Kategorie eingeführt, wie Finanzminister Markus Söder (CSU) erklärte.

Zur Metropole Nürnberg sollen auch Fürth, Erlangen und Schwabach gehören, Augsburg jedoch nicht München zugeschlagen werden. „Das ist die Schwabenmetropole und nicht Westmünchen“, sagte Söder.

Bisher gab es in der staatlichen Planung nur „Oberzentren“, „Mittelzentren“ und „Grundzentren“. An diese Einstufungen geknüpft ist unter anderem die Größe und Bedeutung der Behörden und öffentlichen Einrichtungen, die in den Kommunen angesiedelt werden können. Was der neue Metropolstatus für die drei Großstädte am Ende konkret bedeuten wird, ist allerdings noch nicht klar. Neue Fördergelder sollen damit jedenfalls nicht verbunden sein, wie Söder sagt. Insgesamt steigen 56 Kommunen zu „Zentralen Orten“ auf, mehrere zur Unterkategorie Oberzentrum wie etwa Beispiel Erding, Bad Reichenhall mit Berchtesgaden sowie Altötting mit Neuötting und Burghausen. Auch neue Mittelzentren gibt es – so Mittenwald und Kreuth, das dem Mittelzentrum rund um den Tegernsee zugeschlagen wird. Die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Mühldorf wurden neu als Räume mit besonderem Handlungsbedarf definiert. Durch den Aufstieg erhalten die Kommunen mehr planungsrechtlichen Spielraum. Das Anbindegebot für große Einkaufsmärkte wird aber nicht gelockert

Trotz des Bevölkerungsrückgangs in Nordbayern vermied Söder Abstufungen. Die kommunalen Spitzenverbände wurden von Söders Ankündigung überrascht. Der Nürnberger OB und Vorsitzende des Bayerischen Städtetags Ulrich Maly (SPD), reagierte verärgert: Söder konterkariere das vorgesehene Beteiligungsverfahren und stelle Kommunen vor vollendete Tatsachen. Es gebe jetzt fast 900 Zentrale Orte, das sei zu viel. „Ignoranter geht es nicht“, kommentierten die Landtags-Grünen den Vorstoß von Söder.

MM mit dpa

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