Alarmierende Meldung

Lehrerverband: Zu wenig Personal - "wir sind am Ende"

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Birgit Dittmer-Glaubig: „Viele gehen an die Schmerzgrenze“.

München - Der bayerische Lehrerverband ist alarmiert: Immer mehr Lehrer fallen wegen Krankheit aus. Schuld daran soll der Personalmangel sein. Die verbleibenden Lehrkräfte müssten oft bis an die Schmerzgrenze gehen.

„Referendare fungieren als billige Kräfte“, Ulrike Wagner-Witthöft vom BPV.

Das sollte nicht Schule machen! Die bayerischen Lehrer schlagen Alarm: Immer mehr Kollegen fallen krank aus. Die Folge: Die übrigen sind überlastet und überfordert, Unterrichtszeit geht verloren. Selbst die Ersatzbank, die mobilen Reserven, ist leergefegt. „Wir können das nur schwer auffangen“, sagt Birgit Dittmer-Glaubig, Konrektorin der Mittelschule Simmernstraße und Abteilungsleiterin beim Bayerischen Lehrerverband (BLLV). „Wir brauchen mehr Unterstützung. Besonders in der Prüfungsphase ist es schwierig. Viele Lehrer gehen an ihre Schmerzensgrenze.“ Schuld hat laut der BLLV das Kultusministerium. Das bestimmt, wie viele Lehrer an Schulen eingesetzt werden. Das sollten die aber selbst entscheiden – sagt der Verband. Denn die Lage ist katastrophal, sagen auch Vertreter des bayerischen Philologenverbands. „Im Februar wurden nur im einstelligen Prozentbereich Lehrer im Gymnasium mit einem unbefristeten Vertrag übernommen und verbeamtet“, sagt Ulrike Wagner-Witthöft (31) vom Gymnasium Moosach. „Die anderen schauen sich deshalb in anderen Bundesländern um.“ Problem: Die besten Absolventen ziehen weg. „Das können wir uns nicht leisten.“ Der Unterrichtsbedarf werde mit Referendaren gedeckt, die als billige Arbeitskraft fungierten. „Es wird gespart, wo es nur geht.“ ´

Isabelle Maier

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