Positive Seite des miesen Wetters

Wetter sei Dank: Wespenplage fällt wohl aus

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Haben es in diesem Sommer besonders schwer: Wespen leiden unter den feuchten Tagen.

München - Sommer für Sommer ärgern wir uns mit den vielen Wespen herum. Doch in diesem Jahr ist das anders - dank des bescheidenen Wetters.

Erst vor Kurzem hieß es noch: Wespenalarm! Und jetzt? Kaum eine da. Mal hier, mal da ein verzagt vorgetragener Angriff auf Marmelade und Aufschnitt. Dabei hat es doch noch vor einem Jahr nur so geschwirrt und gewurlt, dass an ein Essen im Freien nicht zu denken war. Doch heuer sieht es weit besser aus. Wegen des miesen Wetters: Regen und Kälte ersparen uns bislang die Party-Plage.

Prof. Gerhard Haszprunar.

Professor Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung in München und Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Zoologie, bestätigt: "Grundsätzlich gibt es im Vergleich zum Vorjahr weniger Wespen." Der Grund: "Bei den Wespen überwintern nur die jungen Königinnen", sagt Professor Haszprunar. Diese legen im Frühjahr ihre Eier und bauen das Volk auf. Damit das Volk zur Plage wird, müssen sich zwei Faktoren erfüllen: kurze Entwicklungszeit der Brut und ausreichend herbeigeschaffte Nahrung durch Arbeiterinnen.

Regenfälle stören Wespen bei Suche nach Fressen

Je wärmer es im Frühjahr ist, umso schneller läuft die Entwicklung der Brut. "2015 war das so, dass es extrem lang heiß und trocken war", sagt Professor Haszprunar. Für heuer lässt sich sagen, dass dem nicht so war. Dazu kommt: Wegen der heftigen Regenfälle können Arbeiterinnen nicht draußen Fressen für den Nachwuchs sammeln, weil fette Regentropfen sie quasi abschießen würden. Folge: Nix zum Futtern da für die eh zurückgebliebenen Plagegeister.

Sonnenuntergang am Chiemsee.

Dies trifft aber nur auf Gegenden zu, in denen keine intensive Landwirtschaft betrieben wird. Beim Einsatz von Pestiziden verzeichnen Wissenschaftler grundsätzlich nur ein Viertel an Insekten-Populationen. Dass bislang die Wespenplage außen vor war, könnte sich allerdings ändern. Die Biester könnten noch daherkommen, falls es heiße und trockene Tage gibt. Aufgrund fehlender intensiver Landwirtschaft, dafür aber mit viel Grünfläche, könnte es eine Stadt treffen: München natürlich.

Fliegen lieben feuchtes Wetter

Was an Wespen fehlt, gibt es dafür an Fliegen. Die mögen das feuchte Wetter, demnach finden sich große Schwärme. In Unterfranken fürchten Obstbauern um ihre Ernte, wegen der Kirschessigfliege.

Und noch ein Kuriosum: Während Mücken die Leute an Ammer- und Starnberger See terrorisieren, ist es am sonst so heimgesuchten Chiemsee ruhig. "Mücken sind kein Problem", wird der Geschäftsführer des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee, Thomas Weimann, zitiert. Es gebe keine Beschwerden seitens der Bürger.

mc

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