Besuch im Tierzelt

ZLF: Wo Ferkel Stadtkinder beschnuppern

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Da geht's zu wie im Schweinestall: Die Vorschulkinder der Münchner Kita an der Bad-Sogen-Straße 5b erkunden das Tierzelt auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest. Besonders verliebt haben sich die Kinder in die Ferkel.

München - Zutrauliche Kälber, überschwängliche Ferkel und schlüpfende Küken: Im Tierzelt auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest sind alle Tiere vom Bauernhof versammelt.

Lara packt beherzt eine Handvoll Stroh und hält sie an den Holzzaun. Das bayerische Kalb Nummer 33768 streckt seinen weißen Kopf durch die Latten, schnaubt und lässt sich von Lara an der Stirn streicheln. Die Vierjährige grinst stolz. „Das ist schön“, sagt sie. Lara war am Montag mit ihrer Kindertagesstätte Herrnstraße zu Besuch auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest – zusammen mit insgesamt 1000 Münchner Vorschulkindern.

Spaziergang im Regen: Die Kindergartengruppe aus der Herrnstraße mit Bürgermeister Josef Schmid.

Eigentlich mag Lara am allerliebsten Pferde. „Ich hätte gerne eins. Und einen Hund“, sagt sie. Aber weil sie noch nie auf einem Bauernhof war, kann sie sich auch für die Kälber begeistern, die ihre Freunde angesteuert haben. Sechs von ihnen liegen oder stehen in ihrem Gehege mitten im Tierzelt. Dass der Regen aufs Dach prasselt und die Lüftung leise rauscht ist kaum zu hören. Kinderlachen, irgendwo kräht ein Hahn, Hühner antworten gackernd, Schweine quicken.

Und hier am Kälberstall muhen Nilo und Jakob. Die beiden Fünfjährigen versuchen ein weiß-braunes Tier, Nummer 43323, in dessen Sprache anzulocken. Vergeblich, Nummer 43323 guckt skeptisch und geht keinen Schritt. Nilo und Jakob strecken sich so weit es nur geht, um über den Kälberzaun zu schauen. Da stubst Jakob Nilo mit großen Augen an. „Die hat Pipi gemacht.“

Mit dem Tierzelt auf dem ZLF hat der Bayerische Bauernverband einen Bauernhof in die Münchner Innenstadt geholt. Rund 800 Tiere wohnen hier eine Woche friedlich nebeneinander. Damit sie sich wohlfühlen, werden alle Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen und Luftgeschwindigkeiten geregelt. Es riecht nach Holzstreu, mit dem die Wege für die Besucher ausgelegt sind und ein bisschen nach Stroh.

Magdalena findet trotzdem, dass es etwas stinkt. Die Fünfjährige ist gerade mit Anastasia (5) und Hana (4) im Ferkelgehege dabei, die rosa Tiere mit Heu zuzudecken. Warum, wissen die Mädchen vom Kindergarten Bad-Soden-Straße 5b selbst zwar nicht so genau. Die Ferkel bleiben dadurch aber brav liegen und haben aufgehört, die Gummistiefel und Dirndlschürzen der Vorschulkinder anzuknabbern. „Die Kinder sind total begeistert, Stadtkinder kommen eben nicht so oft auf den Bauernhof“, lobt Erzieherin Jasmin Forster.

Einen Stall weiter ist es mucksmäuschenstill. Dort stehen die Mädchen und Buben aus der Herrnstraße inzwischen. Beide Hände am Zaun, Kinn darauf, der Blick ist gebannt. In dem Gehege liegt nämlich ein Schwein – größer als die Kinder selbst – auf der Seite. Seine acht Ferkel drängen an die Zitzen, stubsen und trinken seelig.

Magdalena traut sich, das Küken zu streicheln. Die Familie hat selbst welche daheim.

Einen ähnlichen Gesichtsausdruck hat Lars, der am anderen Ende der Halle vor einer Wärmelampe beobachtet, wie ein Hühnerei immer weiter aufplatzt. Der Vierjährige ist kein Stadtkind. „Wir haben 750 Schafe in Unterfranken“, sagt Mama Claudia Ixmeier. Lars stapft trotzdem neugierig durchs Tierzelt. Als er ein etwas älteres Küken in die Hand nehmen soll, klammert er sich aber schüchtern an Mamas Bein.

Magdalena (5) traut sich. Sie kennt das schon von daheim, ihre Eltern haben nämlich neben zehn Rindern auch ein paar Hühner. „Wir sind hier, um uns über ein paar Rinderrassen zu informieren“, erklärt Mama Andrea Schmid. Das Tierzelt sei für Magdalena trotzdem schön. Da gibt es nämlich auch Pferde. Und die liebt die Fünfjährige über alles.

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