Ungewöhnlicher Fund

Hoeneß-Post aus Altglas-Container gefischt

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Einen überraschenden Fund machte Boutique-Inhaberin Hertha Schermann im Altglascontainer in Waakirchen.

Bad Tölz/Waakirchen - Eine Tölzer Geschäftsfrau hat in einem Altglas-Container in Waakirchen mehrere Hermes-Sendungen gefunden. Bei einer Adresse traute sie ihren Augen kaum. 

Dorthin sollten die Sendungen ganz bestimmt nicht zugestellt werden: Statt im Briefkasten mehrerer Grünwalder Empfänger sind fünf Exemplare der Zeitschrift „Golf-Time“ in einem Altglascontainer in Waakirchen gelandet. Dort entdeckte sie am Dienstag die Tölzer Geschäftsfrau Hertha Schermann. Und bei genauerer Betrachtung der Hefte staunte sie nicht schlecht: Unter den Adressaten waren auch prominente Namen, nämlich Fußballmanager Dieter Hoeneß und seine Frau Gisela. Dem Zustelldienst Hermes ist der Fall nun ziemlich unangenehm.

Aus dem Einwurfloch des Braunglascontainers habe „etwas Helles hervorgeschaut, was da nicht hingehört“, berichtet Hertha Schermann, die in Bad Tölz eine Boutique führt. So fischte sie die fünf eingeschweißten Magazine hervor. Ihre naheliegende Schlussfolgerung: „Diese Hefte sind nicht zugestellt, sondern einfach entsorgt worden. Das geht natürlich gar nicht. Denn die Empfänger haben immerhin 4,50 Euro dafür bezahlt, und der Verlag bezahlt dafür, dass das auch zugestellt wird.“

Grund genug für die Haushamerin, die Sache nicht einfach auf sich beruhen zu lassen. Sie verständigte den Tölzer Kurier und nahm auch Kontakt zum Absender auf, dem G.O.L.F-Time-Verlag in Unterhaching. Dessen Geschäftsführer Marcus Brunnthaler reagiert auf Anfrage des Tölzer Kurier überrascht. „Das ist das erste Mal, dass ich von so etwas höre“, erklärt er. Er wolle nun beim Paketdienst nachfragen. Das Magazin werde in einer Auflage von 50.000 Stück von Hermes ausgeliefert, sowohl an Abonnenten als auch an Golfclubs und Fluggesellschaften.

Hermes will dem Fall nun nachgehen, wie Sprecherin Claudia Schanz erklärt. „Wir haben bereits eine erneute Zustellung veranlasst“, sagt sie. Man werde dennoch das Gespräch mit dem Zusteller suchen. Die Schlussfolgerung, er hätte die Hefte einfach unterwegs im Container entsorgt, will Schanz aber noch nicht ziehen. „Es handelt sich hier um eine sogenannte quittungslose Zustellung“, erklärt sie. „Das heißt, der Zusteller muss die Sendung nicht persönlich aushändigen und sich keine Unterschrift geben lassen. Er ist angehalten, die Sendung falls möglich im Briefkasten, oder aber in einer Zustelltüte an der Haustür zu hinterlegen.“ Diese Art der Zustellung sei entsprechend etwas „fehleranfälliger“. Was genau mit den Golf-Zeitschriften passiert ist, das will Hermes erst noch herausfinden. In jedem Fall liefere Hermes die Hefte nun kostenlos ein zweites Mal an die fünf Betroffenen Adressaten aus – zusammen mit einem kleinen Präsent als Entschuldigung.

Andreas Steppan

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