Warum war er ohne Sicherung unterwegs?

Rätselhafter Absturz: Kletter-Ass (17) aus Kreis Dachau stirbt 

Dachau - Er war einer der begabtesten Nachwuchsbergsteiger des Deutschen Alpenvereins (DAV). Doch am Freitag fand der Gymnasiast aus Wiedenzhausen (Kreis Dachau) den Tod im Zugspitzmassiv in Tirol.

Lorenz (17) war alleine und laut Polizei ohne Seil eine anspruchsvolle Kletterroute am Schneefernerkopf aufgestiegen und mehrere Meter tief abgestürzt. Erst am Samstag fanden andere Bergsteiger die Leiche des jungen Alpinisten auf einem Felsvorsprung.

Am Freitag hatte sich der trotz seines jungen Alters schon erfahrene 17-Jährige auf den Weg gemacht. Er wollte die Kletterroute „Via Corona“ durch die Westwand des Schneefernerkopfes meistern. Diese Route ist in der im deutschsprachigen Raum gültigen Bewertungsskala mit dem Wert 6+ klassifziert. Das bedeutet, dass sie nur bei guten Bedingungen begangen werden kann und zudem überdurchschnittliches Können und absolute Fitness voraussetzt. Auch alpine Erfahrung und Orientierungsvermögen sind notwendig.

Der 17-jährige Lorenz brachte all dies mit. Er war ein begeisterter Sportkletterer, sehr versiert, bestieg Berge in ganz Europa. Erst vor Kurzem schaffte er es in den Expedkader des DAV, mit dem er an weiteren Trainingscamps teilnehmen und später selbst Bergsteiger begleiten und anleiten sollte.

Laut der Tiroler Alpinpolizei war Lorenz ohne Seil geklettert. Wa­rum, wird wohl ein Rätsel bleiben. Denn die Kletterroute mit zum Teil extrem steilen Abschnitten ist mit Schlingen und Haken gesichert. Seile als Teil der Ausrüstung werden ausdrücklich empfohlen.

Lorenz besuchte die 11. Klasse des Josef-Effner-Gymnasiums in Dachau, wollte nächstes Jahr Abitur machen. Auch Taekwondo war ein Hobby des 17-Jährigen. Seine große Leidenschaft aber war das Bergsteigen. Bis zu seinem jähen Tod …

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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