Brustkrebs-Kampagne

Rosa Siloballen: Mehr als nur ein Modegag

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Die Farbe Pink hält in der Landwirtschaft Einzug. Was nur wenige wissen: Die rosa Siloballen – wie hier in Mühlberg bei Bad Tölz – sollen ein Zeichen im Kampf gegen den Brustkrebs setzen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen - Das Bild ist ungewohnt: Viele fragen sich, ob die rosa Siloballen, die man jetzt immer wieder sieht, nur eine Geschmacksverirrung sind. Doch der Hintergrund ist ernst.

Jetzt, nach der Mahd, sind sie wieder viel zu sehen, etwa bei Bad Tölz: Die Siloballen, die das als Viehfutter gelagerte Gras enthalten, gehören ganz selbstverständlich ins sommerliche Landschaftsbild des Oberlands. In Hellgrün, Weiß oder Blau kennt man die Rollen auf den Wiesen. Für viele ungewohnt ist allerdings der Anblick von rosafarbenen Silageballen, wie sie zum Beispiel an der B13 zwischen Sachsenkam und Bad Tölz liegen. Was viele nicht wissen: Dahinter steckt nicht etwa ein landwirtschaftlicher Modegag und auch keine Initiative für „Erotik auf dem Land“, wie schon scherzhaft behauptet wurde. Das Pink auf den Feldern ist vielmehr Teil einer Kampagne gegen Brustkrebs.

Im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen mitverbreitet hat die neue Folienfarbe Paul Mair, der in Hechenberg einen landwirtschaftlichen Lohnbetrieb führt und für viele Höfe die Siloballen macht. Rund 500 Ballen hat er nach eigenen Angaben schon in Rosa eingewickelt. Zu den Abnehmern gehört Martin Sappl aus Mühlberg bei Bad Tölz. Daneben setzen laut Mair auch Höfe in Habichau und Hechenberg (beides Gemeinde Dietramszell) auf Rosa.

Mair berichtet, er habe die Folie des Herstellers Trioplast auf einer Messe in Hannover entdeckt. „Umgerechnet auf den Ballen kostet die Folie einen Euro mehr. Dieser Zuschlag kommt der Krebshilfe zugute“, sagt Sappl. Die Idee gefiel ihm – und er erinnerte sich daran, dass eine Kundin schon einmal im Scherz gesagt hatte, dass sie sich rosa Siloballen wünschen würde: Die erste Abnehmerin war gefunden. Für den Aufpreis komme er selbst auf, sagt Mair. Zudem legen Hersteller und der Handel noch einmal jeweils einen Euro drauf.

Wie viele Spenden bereits beisammen sind und welche Reaktionen Mair wahrgenommen hat, lesen Sie hier auf Merkur.de.

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