Er stand schon viermal vor Gericht

Dem Sexverbrecher droht nun Sicherheitsverwahrung

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Regensburg - Der vorbestrafte Sexualstraftäter aus Karlsfeld (bei Dachau) muss sich wegen Körperverletzung und versuchter sexueller Nötigung vorm Landgericht Regensburg verantworten. Doch die Frage ist: Wieso war er auf freiem Fuß?

Er versteckte sich scheu hinter einem Aktenordner. Im wahren Leben jedoch hat Wolfgang D. (51) längst alle Hemmungen fallen gelassen. Wegen Körperverletzung und versuchter sexueller Nötigung muss sich der vorbestrafte Sexualstraftäter aus Karlsfeld vorm Landgericht Regensburg verantworten. 

Erst ein halbes Jahr vor dem Übergriff auf Putzfrau Lilijana M. (61) am 20. Dezember 2015 war D. auf Bewährung aus dem Knast entlassen worden. Nicht sein erster Gefängnis-Aufenthalt: 1992 verurteilte ihn das Landgericht München, weil er eine Taxifahrerin und eine junge Frau missbraucht hatte. Er kam in die Sicherungsverwahrung, wurde entlassen und gleich wieder mit Rauschgift erwischt. Im Mai 2012 floh er mit drei Insassen aus dem Bezirkskrankenhaus Mainkofen, wo er zum Entzug hingeschickt worden war. 

Nach zwei Wochen Flucht stellte er sich in Tschechien (tz berichtete). Während seiner Flucht wurde er zum Räuber, dafür kam er 2013 erneut in Haft. Unfassbar: Trotz dieser Vorgeschichte trauten ihm die Richter im April 2015 ein straffreies Leben zu, verboten ihm lediglich Alkohol-Genuss und legten ihm eine Fuß-Fessel an. Doch die konnte seine Triebe auch nicht unterdrücken ... An jenem Dezember-Abend fiel Lilijana M. eine Person in einer roten Allwetter-Jacke auf, die sie in der Regensburger Altstadt verfolgte. 

Plötzlich umfasste sie der Mann und riss sie zu Boden. „Seine Augen und sein Mund waren weit aufgerissen“, schilderte sie den Polizisten. „Ich dachte, ich werde gleich ermordet.“ Sie schreit um Hilfe und rammt ihm ihre Faust in den Rachen. Zwei herbeigeeilte Wachleute überwältigen den Täter. Vor Gericht schweigt der Angeklagte. Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte er seinem Opfer noch die Schuld zugeschoben: „Ich wollte sie nur überholen, dabei bin ich gestolpert. Sie hat sich aufgeführt wie eine Furie.“ Bei einer Alkoholkontrolle wurden 0,92 Promille festgestellt – obwohl D. wegen seines Aggressionspotenzials gar nichts hätte trinken dürfen. Nun droht dem 51-Jährigen erneut die Sicherungsverwahrung – aus der er diesmal wahrscheinlich nicht so leicht entlassen werden dürfte.

tz

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