Sicherheitskonzept überdenken

Terrorgefahr: Das bedeutet Nizza für die Wiesn

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Das Oktoberfest soll sicherer werden.

München - Nach dem blutigen Anschlag in Nizza warnt die Staatsregierung, hundertprozentige Sicherheit werde es niemals geben. Gleichwohl werden die Sicherheitsvorkehrungen für die Wiesn überprüft.

Update: Alles zum Nizza-Anschlag im Live-Ticker.

Nach dem verheerenden Anschlag von Nizza lässt die bayerische Staatsregierung das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest in München noch einmal überprüfen. Das kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag an. Zwar gehöre das Durchbrechen von Sperren mit Lastwägen schon seit Jahren zu denkbaren Anschlagsszenarien, gegen die man sich gewappnet habe. Das Ganze müsse aber nun „sicherlich noch einmal neu überdacht werden“.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, man müsse ständig nachdenken, wie man sich noch besser gegen Anschläge wappnen könne. Am Donnerstagabend war ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge in Nizza gerast. Mindestens 80 Menschen starben.

Bereits nach Terrorwarnungen 2009 war das Sicherheitskonzept für die Wiesn verschärft worden. Es werde gemeinsam mit Polizei und Katastrophenschutz anhand aktueller Entwicklungen permanent fortgeschrieben, sagte Münchens 2. Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (CSU). 2011 sei für drei Millionen Euro eine automatische Polleranlage rund um das Festgelände installiert worden, die auch schwere Lastwagen abhalten könne. Zudem gebe es mit Polizei besetzte Sperren. Falls der Innenminister oder die Polizei weitere Maßnahmen für erforderlich halten würden, „stehen wir diesen Maßnahmen selbstverständlich offen gegenüber. Denn die Sicherheit auf der Wiesn hat im Rahmen des Möglichen oberste Priorität“, sagte Schmid.

Seehofer und Herrmann verurteilten die Attacke in Nizza aufs Schärfste. „Da blutet einem wirklich das Herz, wie dieses Land heimgesucht wird von solchen barbarischen, menschenverachtenden Anschlägen“, sagte Seehofer mit Blick auf die wiederholten Anschläge in Frankreich. „Der Anschlag von Nizza gilt nicht nur Frankreich“, betonte er. „Er gilt allen freiheitsliebenden Menschen in Europa und auf der ganzen Welt. Es ist ein Angriff auf unsere freiheitlichen Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die wir weiter verteidigen und leben werden.“

Herrmann betonte, dass man an keinem Ort der Welt sicher vor solchen Terrorangriffen sei. Und auch die Art der Anschläge könne sich ständig verändern. Seehofer betonte: „Wir können uns nach wie vor nicht zurücklehnen und sagen, wir haben das Notwendige getan.“ Er bekräftigte, dass sich das Kabinett auf seiner Klausur Ende des Monats am Tegernsee verstärkt mit dem Thema Sicherheit beschäftigen werde.

Zum Zeitpunkt des Anschlags von Nizza waren auch mindestens zwei Schülergruppen aus Bayern in der südfranzösischen Stadt. Alle Schüler und Lehrer seien aber wohlauf, berichteten die beiden Schulleiter am Freitag: eine Gruppe von 24 Elftklässlern des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen und eine Gruppe von 16 Elftklässlern des Münchner Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, jeweils mit zwei Lehrkräften.

Über Sicherheitsvorkehrungen fürs Oktoberfest ist in den letzten Wochen ohnehin viel diskutiert worden. An bestimmten Tagen dürfen die Besucher nur noch mit einem Band aufs Festgelände.

Derweil verlangt das KVR ein neues Sicherheitskonzept, nachdem der Stadtrat die Pläne für einen Zaun gekippt hat. Die Wirte zeigen sich zunehmend genervt von der Sicherheitsdebatte. Nach Nizza könnte sich diese Genervtheit aber schnell legen.

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