"Schnuhu": Überraschende Kreuzung

Ich bin Bayerns süßester Fratz!

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Das ist Sheena, ein Schnuhu

Kollnburg - Die orangefarbenen Augen blicken unschuldig in die Welt hinaus, dazwischen liegt ein Schnabel, und das Ganze umrahmt ein Knäuel Flaum. Sheena heißt der sechswöchige Vogel, den es so gar nicht geben dürfte.

 Denn: Er und sein älterer Bruder Snoopy sind eine Laune der Natur. Ergebnis spontaner Liebe eines ungleichen Paars …

Bürgermeisterin Josefa Schmid und Willy Burkhardt mit Familie „Schnu­hu“.

Dabei lebten Mama und Papa gut zehn Jahre lang zusammen, ohne sich so nahe zu kommen, dass man sich hätte Sorgen machen müssen. Halt wie tausendmal berührt, tausendmal nix passiert. Denn zu unterschiedlich an Alter und Größe schienen die Eltern: Der Papa heißt Mausi, ist zwölf Jahre alt und eine Schneeeule, die Mama ruft sich Flora, zehn Jahre älter als der Vater und von der Gattung her ein viel größerer Uhu. Was sie aber gemeinsam haben – die Voliere bei Falkner Willy Burkhardt (63) im niederbayerischen Kollnburg (Kreis Regen). „An Nachwuchs hat keiner gedacht“, sagt Willy Burkhardt heute – eher spekulierte man auf eine friedliche, doch asexuelle Koexistenz. Burkhardt: „Sie haben sich halt vertragen.“ Doch Paarung? Äh, lieber nicht ...

Deswegen wollte Burkhardt unkeusche Eingebungen erst gar nicht weiterspinnen, als Uhu Flora Eier gelegt hatte. „Das ist schon mal vorgekommen. Aber ohne Befruchtung entsteht kein neues Uhu-Leben.“ Diesmal kam es anders: Mausi, die männliche Schneeeule, muss aktiv geworden sein. Denn die zwei Eier legte Burkhardt trotz anfänglicher Skepsis in einen einfachen Brutapparat und ließ sie ausbrüten. Ein flauschig-grauer Snoopy befreite sich bereits im Mai mit seinem Eizahn aus der Kalkschale, Sheena schlüpfte dann am 6. Juli. Putzig schauen sie aus, die beiden Vögel – Hybride, wie das Ergebnis einer solchen Kreuzung auch genannt wird.

Klar, dass Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid (39) den flauschigen Schneeeulen-Uhu-Nachwuchs – wohl Schnuhus genannt – ins Herz schloss. „Ich hoffe, dass die beiden durchkommen.“ Einzig das Verhältnis der beiden Geschwister beunruhigt sie: „Man muss auf der Hut sein, sonst pickt der Snoopy seinen kleinen Bruder mit dem Schnabel.“ Wahrscheinlich sehe der ältere den Nachzügler als Konkurrenten oder gar als Futter an. Der biologische Papa kann nicht helfen: Schließlich ist Snoopy mit seinen 67 Zentimetern und fast 1800 Gramm schon schwerer als der Erzeuger. Von diesem hat er immerhin die Füße, „doch Ohren und Augen sind von Mama“, sagt Falkner Burkhardt. Orange halt …

Josef König

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