Regen und kein Ende

Unwetter in Bayern: "Fast schlimmer als am Katastrophen-Freitag"

Gehen auf Nummer sicher: In Peißenberg haben sie in diesem Jahr schon viele Erfahrungen mit Starkregen gemacht. Vorsorglich sichern diese Bewohner ihr Gelände mit Sandsäcken. Foto: ruder

München – Wieder vollgelaufene Keller und Tiefgaragen, wieder umgestürzte Bäume. Ein erneutes Sommer-Unwetter hat die Einsatzkräfte in Bayern beschäftigt, es gab hunderte Einsätze – einige davon in Oberbayern.

Die lang ersehnte Ruhe ist nicht in Sicht, nicht im Kreis Weilheim-Schongau. Starkregen hielt die Einsatzkräfte am Dienstagnachmittag auf Trab. Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch sagte: „Bei uns war’s fast schlimmer als an dem Katastrophen-Freitag.“ Damit meint er die Hangrutsche Anfang Juni. Diesmal liefen 50 Keller und Wohnungen voll. Dorsch rechnet mit bis zu 100 000 Euro Schaden.

Auch Polling erwischte es wieder. Der Tiefenbach, der vor einigen Wochen Teile des Orts überschwemmt hatte, stieg 35 Zentimeter über den normalen Stand. Das hieß: Meldestufe 3, großes Hochwasser. Die Mäharbeiten im Bachbett haben sich aber bezahlt gemacht. Die Pflanzen nehmen nun nicht mehr so viel Platz weg, das Wasser fließt besser ab.

Keller auspumpen im Akkord

Die Feuerwehr in Bad Bayersoien (Kreis Garmisch-Partenkirchen) hatte ebenfalls eine Menge zu tun. „Es hat eine Stunde Vollgas geregnet“, sagt Kommandant Franz Niggl. Er und seine Leute pumpten Keller im Akkord aus, besonders betroffen waren Häuser in Hanglage. Das Wasser verschwand aber ebenso schnell, wie es gekommen war.

In Puchheim (Kreis Fürstenfeldbruck) musste wegen des Regens sogar ein Supermarkt vorübergehend schließen. Auf seinem Flachdach hatte sich Regen gesammelt und war laut Polizei ins Innere des Gebäudes gelaufen. Dabei lösten sich Deckenplatten, verletzt wurde niemand.

Auch Franken und die Oberpfalz betroffen

In Erlangen mussten die Helfer 250 Mal ausrücken. Auch einige nördliche Stadtteile von Nürnberg waren von dem Unwetter in Mittelfranken betroffen. Zumeist hatte der Regen Keller und Unterführungen geflutet. In einer Gaststätte im Nürnberger Stadtteil Buchenbühl stand eine Kegelbahn zehn Zentimeter unter Wasser. Im Stadtteil Großgründlach schlug ein Blitz in eine als Naturdenkmal geschützte Eiche ein, der Baum fiel um.

Auch in der Oberpfalz mussten zahlreiche Keller und Unterführungen trockengelegt werden. Allein in Stadt und Landkreis Regensburg wurden die Wehren 185 Mal gerufen. In Kempten und dem Kreis Oberallgäu kam es zu Verkehrsunfällen wegen Aquaplanings – Autos gerieten in die Leitplanke und stießen ineinander. Auf der A 7 kam ein Wagen von der Straße ab und fuhr in die Böschung, der Fahrer wurde leicht verletzt. Wegen eines Murenabgangs mussten in Passau drei Wohnhäuser geräumt werden. Die Mure war zehn Meter breit. 

Welche Versicherungen im Unwetterfall greifen und sinnvoll sind, lesen Sie hier.

auch interessant

Meistgelesen

Zugunglück von Bad Aibling: Angeklagter muss in Haft
Zugunglück von Bad Aibling: Angeklagter muss in Haft
Nach tödlichem Unfall: Melanie und Ramona beigesetzt
Nach tödlichem Unfall: Melanie und Ramona beigesetzt
Zugunglück von Bad Aibling: So reagieren die Opfer auf das Urteil
Zugunglück von Bad Aibling: So reagieren die Opfer auf das Urteil
Frau erfindet Sex-Belästigung in ICE, um freies Abteil zu kriegen
Frau erfindet Sex-Belästigung in ICE, um freies Abteil zu kriegen

Kommentare