Angriff bei Wanderung

Kuh stößt Wanderin zu Boden und wirft sich auf sie

Tannheim - Kühe wirken meist recht friedlich. Zwei Wanderinnen mussten jetzt in Tirol am eigenen Leib erfahren, dass die Tiere auch anders können: Sie wurden von einer Kuh angegriffen und schwer verletzt.

Es sollte eine entspannte Wanderung im Tannheimer Tal werden. Am Freitag machten sich zwei Frauen aus Oberstaufen (Kreis Oberallgäu) auf den Weg nach Tirol. Sie wanderten zum Vilsalpsee, einem beliebten Touristenziel auf 1165 Metern Höhe. Vielleicht rasteten die beiden dort, kühlten ihre Beine im eiskalten Wasser und genossen das Bergpanorama. Später überquerten die Wanderinnen eine eingezäunte Weide. Sie müssen das Schild gesehen haben, das vor möglichen Kuhattacken warnt: „Mutterkühe schützen ihre Kälber. Halten Sie Abstand, besonders mit Hunden!“, beschreibt es die Tiroler Tageszeitung. Doch Schilder wie dieses sind in Tirol öfter zu sehen und der Wanderweg führt laut Polizei über die Weide. Vielleicht haben sich die Frauen deshalb nichts dabei gedacht, weiterzugehen.

Haben sie den Weg verlassen? Wollten Sie ein Kälbchen streicheln, das neugierig auf sie zukam? Alles Spekulation. Fakt ist, dass eine Kuh die 54-Jährige kurz vor dem Zaun der Weide angriff. Das Tier stieß die Frau zu Boden und warf sich auf sie. Ihre Begleiterin eilte ihr zu Hilfe, doch die Kuh ging auch auf sie los. Die 60-Jährige schaffte es glücklicherweise, sich in Sicherheit zu bringen und die Rettungskräfte zu alarmieren. Sie kam mit leichten Verletzungen am Daumen und dem Schrecken davon. Ihre Freundin hatte nicht so viel Glück, das Tier verletzte sie schwer im Becken-, Bein- und Rückenbereich. Ein Rettungshubschrauber flog die Frau ins Krankenhaus. „Es ist das erste Mal, dass es in diesem Gebiet zu einem solchen Vorfall gekommen ist“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Grän am Sonntag unserer Zeitung. Zu den Gründen für die Attacke konnte er keine Auskunft geben.

Zu gefährlichen Begegnungen zwischen Mensch und Tier kommt es in den Bergen regelmäßig. Leider haben sie in der Vergangenheit immer wieder zu Verletzungen und sogar zum Tod von Wanderern geführt. Der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern hat deshalb den Flyer „Almen und Alpen sind kein Streichelzoo“ herausgegeben, der zum Beispiel in einigen Tourist-Infos ausliegt. Er übernahm den Comic der Landwirtschaftskammer Tirol: In neun Bildern werden die an sich einfachen Grundregeln erklärt, die Wanderer beim Überqueren einer Weide beachten sollten: Sie sollten ruhig und in einem Abstand von 20 bis 50 Metern an den Tieren vorbeigehen. Ein Hund muss an der Leine bleiben. Wichtig ist, die Tiere in Ruhe zu lassen. Drohgebärden erkennen Wanderer daran, dass ein Rind den Kopf senkt, scharrt, brüllt oder schnaubt. Nähert es sich, sollte man auf keinen Fall davonlaufen, sondern langsam weitergehen. Es empfiehlt sich außerdem, einen Stock dabeizuhaben, der aber nur im Notfall eingesetzt werden sollte. Dann gilt: Nicht herumfuchteln, sondern dem Tier einen gezielten Schlag auf die Nase versetzen.

Theresa Pancritius

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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