Neues aus Prozess zum Polizistenmord

Woher hatten die Killer ihre Waffen?

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Raimond M. (l) und Rudolf R.

Augsburg - Woher hatten die Gangster ihr tödliches Waffenarsenal? Genau diese Frage wollten die Richter jetzt im Prozess um den Augsburger Polizistenmord klären.

Es war ein Waffenlager, wie man es sonst nur von Terroristen kennt: Maschinenpistolen, mehrere Sturmgewehre und zig Revolver hatten Rudi R. (56) und sein Bruder Raimund M. (58) in ihrem Keller versteckt. Als die Waffen bei den Ermittlungen zum Mord an dem Polizisten Matthias Vieth sichergestellt wurden, war schnell klar: Unter den Gewehren muss auch die Tatwaffe sein. Nur: Woher hatten die Gangster überhaupt dieses tödliche Arsenal? Genau diese Frage wollten die Richter jetzt im Prozess um den Augsburger Polizistenmord klären.

Seit Ende Februar stehen Rudi R. und Raimund M. bereits vor Gericht – und die Schlinge um die zwei mutmaßlichen Killer zieht sich trotz ihres Schweigens immer enger. So erfuhr die Augsburger Allgemeine, dass Rudi R. Kontakt zu einem gefährlichen Kreis von Waffennarren hatte, die vor Jahren auf dem ehemaligen Militärareal „Lerchenberg“ (bei Augsburg) zahlreiche Kriegswaffen gehortet hatten. Im April 2005 stieß die Polizei bei einer Razzia auf das Waffenlager. Es wurden damals Handgranaten, Maschinengewehre, Munition und Sprengstoff sichergestellt. Es deutet darauf hin, dass sich Rudi R. schon damals mit den Dieben zusammentat und von diesen seine Waffen einkaufte. Die zwei Verdächtigen schweigen zu diesen Vorwürfen.

Eine weitere Frage konnte aber eindeutig beantwortet werden: Ein Gutachten sollte klären, ob die Brüder Kontakt zu Jürgen P. hatten. Dieser (auch als „Waldläufer“ bekannt) hatte immer wieder Raubüberfälle verübt und war dann in den Wald geflohen (tz berichtete). Als ihn die Polizei im Frühjahr nahe Geltendorf stellte, gab es eine Schießerei. Jürgen P. starb, ein Polizist wurde verletzt. Der Vergleich von DNA aus dem Augsburger und dem Geltendorfer Fall brachte aber keinen Treffer. Heißt: Die Brüder und Jürgen P. kannten sich nicht. Warum das wichtig ist? Weil so die Verteidigung den erschossenen P. für den Polizistenmord nicht verantwortlichen machen kann. Der Prozess geht weiter.

tz

 

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