Moderate Preise, mehr Bio & größere Märkte

Zukunft des ­Einkaufens: Was dieses Jahr anders wird

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Einkaufen soll Spaß machen – dafür sollen Neuerungen in der Lebensmittelbranche sorgen.

München - Die Umsätze im Lebensmittelhandel steigen auf ein Rekordniveau, der Ausblick auf das aktuelle Jahr ist positiv. Welche Entwicklungen erwartet werden:

Der bayerische Lebensmittelhandel hat Grund zur Freude: Wie der Vizepräsident des Handelsverbands Bayern (HBE), Matthias Zwingel sagte, stieg der Umsatz in der Branche 2015 mit rund 26,8 Milliarden Euro um drei Prozent. Allein in München waren es 4,1 Milliarden. Ein Rekordjahr! Grund dafür sei der stabile Arbeitsmarkt und die Konsumfreudigkeit der Verbraucher. Einen Ausblick auf das aktuelle Jahr gaben Mittwoch Matthias Zwingel und HBE-Geschäftsführer Alexander Spickenreuther. Die tz fasst zusammen, was dieses Jahr anders wird.

Weniger Geschäfte auf größeren Flächen

Neben einem breiteren Sortiment seien die Kunden vor allem begeistert von der Idee, einen Großteil der Lebensmittel im selben Laden kaufen zu können. Dies führe zu immer mehr Verkaufsflächen mit einer Größe von mindestens 2000 Quadratmetern. Die Folge: Immer weniger kleinere Lebensmittelgeschäfte. Waren es 2003 noch 11.500, fand man im vergangenen Jahr nur noch 9000 in Bayern. Unter diesem Trend leiden besonders kleine Filialen und, auf der Kundenseite, die Bewohner weniger besiedelter, ländlicher Regionen.

Bio gewinnt weiter an Bedeutung

Immer mehr Kunden legen Wert auf hochwertige, sichere Lebensmittel mit gutem Geschmack und setzten dafür auf Bio-Produkte. Im Vergleich zum Vorjahr setzte die Ökobranche vier Prozent mehr um, insgesamt 1,25 Milliarden Euro. Vor allem die Kombination aus regional und biologisch gewinne an Wichtigkeit und wird weiterhin gefördert. Der Trend vegan ist auf jeden Fall spürbar, spielt im Gesamtumsatz an Lebensmitteln allerdings immer noch nur eine kleine Rolle.

Preise steigen nur moderat

Verbraucher können dieses Jahr mit gemäßigt steigenden Preisen für Lebensmittel rechnen. Die Kunden müssten sich also keine Sorgen über zu große Preissprünge machen. Die Preisänderungen seien nicht darauf zurückzuführen, dass immer mehr Lebensmittel online gekauft werden. Nur 0,6 Prozent des Gesamtumsatzes an Butter, Brot und Co. werden per Mausklick erwirtschaftet. Nach wie vor würden Lebensmittel in Deutschland so günstig wie in kaum einem anderen Land in Europa angeboten.

Bessere Tierhaltung und weniger Verschwendung

Weiterhin wird sich die Initiative Tierwohl für nachhaltigere und tiergerechtere Fleischerzeugung einsetzen. Unterstützt von verschiedenen Handelsunternehmen wie Aldi, Lidl oder Edeka würden bereits 300 Millionen Tiere davon profitieren, dass die Standards für die Nutztierhaltung verbessert wurden.

Ein weiteres Ziel sei es, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Allein in Bayern werden jährlich 1,31 Tonnen entsorgt. Verbraucherbildung und attraktivere Richtlinien für Händler, die ihre Lebensmittel spenden wollen, sollen für weniger Verschwendungen sorgen.

Sabrina Höbel

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