Blick auf das Ganze

Umfassende Ausbildung: Dr. med. Sabine Schäfer ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, anthroposophische Ärztin
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Umfassende Ausbildung: Dr. med. Sabine Schäfer ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, anthroposophische Ärztin

Bei der Gesundheit des Menschen spielt nicht nur der Körper wie in der Schulmedizin eine Rolle, sondern auch die Seele. In der Anthroposophischen Medizin behandeln die Ärzte den Menschen als Ganzes.  

Anthroposophische Medizin ist eine Erweiterung der Schulmedizin, die die naturwissenschaftliche, konventionelle Medizin mit ihren Methoden und modernen Diagnosesystemen durch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse erweitert. Da der Mensch nicht nur einen Körper, sondern auch ein Ich und eine Seele besitzt, die erst die Individualität des Menschen ausmachen, beziehen anthroposophische Ärzte den ganzen Menschen in ihre Diagnostik und Behandlung mit ein.

Das körperliche Erscheinungsbild des Menschen ist Ausdruck seiner Gesamtpersönlichkeit: Körperbau und -sprache, Mimik, Bewegungsfluss, Schlafverhalten, Stoffwechselvorgänge, Wärme- und Kälteempfindlichkeit, Atmung und körperliche Rhythmen. Auch psychische Faktoren, Lebensumstände und die Biographie geben ein Gesamtbild des Menschen und zeigen sich in Gesundheit oder Krankheit als charakteristische Elemente. Die Anthroposophische Medizin sucht die psychischen und persönlichen Voraussetzungen, die den krankmachenden Faktoren den Weg geebnet haben, und arbeitet an deren Bewältigung.

Eine gesunde Ernährung und Hygiene sind die wichtigsten Faktoren um Infektionskrankheiten vorzubeugen. Eine ausgewogene biologisch-dynamische Kost, deren natürliche Inhaltsstoffe nicht durch Wachstumsbeschleuniger und andere chemische Zusatzstoffe verringert beziehungsweise qualitativ gemindert werden, stärkt das Immunsystem.

Hygieneregeln beachten

Insbesondere zu Jahreszeiten, in denen viele Menschen unter Erkältungs- und Grippeerkrankungen leiden, sollte auf ausreichende Hygienemaßnahmen geachtet werden. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und gutes Lüften der Räume.

Unser Wärmeorganismus drückt den Gesundheitszustand des Menschen aus. Jeder sollte auf warme Kleidung achten und weder kalte Hände noch Füße haben. Gesundheitsfördernd wirken ebenfalls ein gesunder Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Denken und Bewegung sowie Freude am Leben. Ein gesunder Schlaf von sechs bis acht Stunden und eine positive Einstellung zum Leben mit genügend Kreativität und geistiger Aktivität halten den Menschen gesund.

Tritt eine Erkrankung auf, so werden in der anthroposophischen Medizin die Selbstheilungskräfte aktiviert und die Krankheit wird spezifisch behandelt. Die Krankheit hat ein individuelles Gesicht, das mit der Individualität des Patienten untrennbar verbunden ist. „Jede Krankheit ist Ausdruck dafür, dass im Menschen ein Ungleichgewicht zwischen dem Leiblich-Materiellen und Seelisch-Geistigen entstanden ist. Und so wird Heilung darauf abzielen, wieder ein gesundes Gleichgewicht herzustellen im menschlichen Organismus,“ beschrieb Dr. Rudolf Steiner die Ziele der anthroposophischen Medizin.

Selbstheilungskräfte

Frau Dr. med. Sabine Schäfer empfiehlt weiter: „Durch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist der Patient selbst der wichtigste Partner für die Überwindung der Krankheit.“

Die eingesetzten anthroposophischen und homöopathischen Arzneimittel werden individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Sie entstehen aus mineralischen, pflanzlichen und tierischen Substanzen, die entsprechend besonderer pharmazeutischer Verfahren verarbeitet werden. Da biologisch-dynamisch angebaute Pflanzen die höchste Wirksamkeit haben, werden nur diese für die Arzneimittel verwendet. Die Darreichungsform der Mittel reicht von Tabletten über Wickel, Injektionen, Tropfen und Pulver bis hin zu Bädern.

Bei jeder Erkältungskrankheit oder beginnender Grippe ist ein warmes Fußbad oder Ganzkörperbad zur Regulation der Körperwärme wohltuend. Dadurch kann Fieber gesenkt und Knochen-, Glieder- und Kopfschmerzen können gelindert werden.

Fieber ist dabei nicht Zeichen der Krankheit, sondern hilft, die Krankheit zu überwinden. Dadurch werden Körperfunktionen aktiviert und das Immunsystem in seiner Funktion angeregt. Bei einer Körpertemperatur von 39 Grad können Viren und Bakterien abgetötet werden und in den meisten Fällen ist kein Antibiotikum nötig.

Wichtig ist Bettruhe. Ein zu frühes Aufstehen führt zu Rückfällen und schlechter Rekonvaleszenz. Nur im Schlaf und im „abgedämpften“ Bewusstsein findet Heilung statt. Eine Krankheit ist wie ein Naturprozess. Wird sie gut überwunden, so kann sie eine Besserung der Immunabwehr und nicht selten eine Ausheilung chronischer Krankheiten bewirken. Daher sollte der Krankheitsverlauf nicht zu sehr unterdrückt und verkürzt werden. (nh)

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