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Bluthochdruck: Der Arznei-Check

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Von: Andreas Beez

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Bluthochdruck ist ein unterschätztes Risiko für das Herz und Gefäße. In unserer großen Serie mit Experten der Deutschen Herzstiftung erfahren Sie mehr zu diesem Thema.

Bei gerade mal fünf Prozent der geschätzten 20 Millionen Bluthochdruck-Patienten in Deutschland steckt eine andere Erkrankung dahinter.

Dagegen trägt jeder zweite Patient die erbliche Veranlagung für den hohen Blutdruck schon in sich. Trotzdem ist Bluthochdruck alles andere

als ein unausweichliches Schicksal: „Vielmehr wird bei einer gegebenen Veranlagung der Blutdruck erst durch sogenannte Lebensstilfaktoren – sprich Übergewicht, zu hoher Salzverzehr, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol und Rauchen – nach oben getrieben. Dagegen kann man etwas tun“, betont Professor Dr. Heribert Schunkert, Chef des Deutschen Herzzentrums in München und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung.
Im Rahmen ihrer bundesweiten Herzwochen informiert die renommierte Patientenorganisation derzeit über die Gefahren von Bluthochdruck und anderen stillen Killern, die das Herz- und Gefäßsystem massiv schädigen können. Wie man sich dagegen wappnen kann, erklären Experten der Herzstiftung in unserer großen Serie.

Abnehmen hilft - doch welche Medikamente helfen 

„Allein mit Abnehmen lässt sich einiges erreichen“, erläutert Prof. Schunkert. „Als Faustregel gilt: Mit jedem Kilo purzelt auch der Blutdruck um 1 mmHG. Das bedeutet bei zehn Kilo Gewichtsverlust immerhin einen um 10 mmHG niedrigeren Blutdruck!“ Das große Problem dabei: „Zehn Kilo abzuspecken, erfordert viel Disziplin – genauso wie beispielsweise mehr Bewegung oder eine gesündere Ernährung. Deshalb kommen die meisten Bluthochdruck-Patienten auf Dauer nicht um Medikamente herum.“ Spätestens, wenn sich nach drei Monaten die Werte ohne Tabletten nicht bessern, sei eine medikamentöse Therapie ratsam, so Schunkert.

Einstufung der Blutdruckwerte (in mmHG)

Offizielle Klassifikation des in der Arztpraxis gemessenen Bluthochdrucks

KategorieSystolisch(oberer Wert)Diastolisch(unterer Wert)
Optimal< 120und< 80
Normal120 bis 129und/oder80 bis 84
Hochnormal130 bis 139und/oder85 bis 89
Bluthochdruck Grad I140 bis 159und/oder90 bis 99
Bluthochdruck Grad II160 bis 179und/oder100 bis 109
Bluthochdruck Grad IIIab 180und/oderab 110

„Mindestens zwei Drittel aller Patienten brauchen für eine gute Blutdruckeinstellung mindestens zwei, vielleicht sogar drei

Medikamente“, berichtet der Pharmakologe Professor Dr. Thomas Eschenhagen im aktuellen Bluthochdruck-Ratgeber der Herzstiftung.
Im Wesentlichen verordnen Ärzte Medikamente aus vier verschiedenen sogenannten Wirkstoffklassen, die häufig miteinander kombiniert werden: ACE-Hemmer bzw. Sartane, Diuretika, Calciumantagonisten und Betablocker. „Trotz intensiver Forschung gibt es bis heute keine klaren Belege dafür, dass bestimmte Blutdrucksenker grundsätzlich besser sind als andere“, sagt Prof. Eschenhagen. Wir erklären die verschiedenen Tablettensorten und ihre Unterschiede.

So wirken die fünf wichtigsten Tablettenarten

Diese Wirkstoffe stecken in vielen Medikamenten

Kostenloser Ratgeber der Deutschen Herzstiftung

Den 56 Seiten starken Ratgeber der Deutschen Herzstiftung kann man kostenlos bestellen: unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck oder Tel. 069/ 955128-400, -E-Mail: bestellung@herzstiftung.de

Andreas Beez

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