Komplexes Kausystem

Ungeklärt Verspannungen: Sie könnten durch Veränderungen der Kauflächen verursacht sein.
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Ungeklärt Verspannungen: Sie könnten durch Veränderungen der Kauflächen verursacht sein.

In der Funktionstherapie werden veränderte Kauflächen festgestellt und mittels Schienen wieder passgenau aufeinander eingestellt. Das heilt die Patienten oft von jahrelangen chronischen Schmerzen und Muskelverspannungen.

"Vor Schmerzen konnte ich kaum noch essen“, sagt Matthias Gomoluch. Als er erstmals die Praxis von Dr. Elona Schmoll-Claus aufsucht, hat er eine fast zwei Jahre dauernde Odyssee hinter sich. Schmerzen vor dem rechten Ohr im Bereich des Kiefergelenks waren zu ständigen Begleitern geworden. Weder in Unikliniken noch in Facharztpraxen konnte ihm Linderung verschafft werden. Über einen Bekannten erfuhr er von der Zahnarztpraxis in Baunatal, wo mit spezieller Diagnostik die Ursache für solche Funktionsstörungen herausgefunden werden kann.

„Der Verlauf bei Herrn Gomoluch ist typisch“, sagt Dr. Schmoll-Claus. Die Zahnärztin hat sich in einem Zusatzstudium für Funktionsanalysen und auch Funktionstherapien, die helfen wenn das Kauen beeinträchtigt ist, qualifiziert. Sie kennt das Phänomen: Patienten klagen über Schmerzen im Gesicht oder Nacken-Schulter-Bereich. Orthopäden können nicht helfen. Wenn der Betroffene vor kurzem eine neue Zahnbrücke oder -krone bekommen hat und jemand das mit den Beschwerden in Zusammenhang bringt, wird der Patient zu ihr geschickt. Die Spezialistin prüft zunächst die Muskulatur im Gesichtsbereich rund um das Kiefergelenk. Wichtige Kriterien sind die Grundspannung, mögliches Schmerzempfinden und die Bahn, die das Kiefergelenk beim Bewegen nimmt. Der Patient beurteilt dabei mit Hilfe eines Fragebogens sein Beschwerdebild.

 „Kleine Unebenheiten der Kauflächen oder eine schräge Abnutzung können die Position des Kiefergelenks verändern.“ Dr. Schmoll-Claus

Weiterführend ist eine instrumentelle Diagnostik. Dr. Schmoll-Claus erklärt, warum: „Kleine Unebenheiten der Kauflächen oder eine schräge Abnutzung können die Position des Kiefergelenks verändern. Die Folge ist, dass die Gelenkbahn beim Öffnen und Schließen, bei Vor-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen nicht mehr stimmt.“

Muskuläre Verspannungen seien die Folge des gestörten Zusammenspiels zwischen Zähnen, Gelenk und Muskulatur. Veränderungen im Kausystem können sehr schmerzhaft sein und das Kiefergelenk schädigen. Die Spur, in der sich das Gelenk bewegt, lässt sich exakt vermessen. Ein Fernröntgen-seitenbild gibt Aufschluss über Unstimmigkeiten und deren Ursachen. Die Messergebnisse lassen sich auf einen Artikulator übertragen, ein Modell von Ober- und Unterkiefer, mit dem die Gelenkbewegung simuliert werden kann. Jetzt kann die Expertin eine passgenaue Schiene anfertigen lassen, in welche die Korrekturen eingearbeitet sind. Die muss der Patient dann tragen – je nach Befund bis zu einem Jahr. Während dieser Zeit kann eine physiotherapeutische Behandlung die Muskulatur dabei unterstützen, sich umzustellen.

Wie maßgeschneidert

Wenn sich die Symptomatik unter der Schienenbehandlung normalisiert hat, werden je nach Befund Kronen oder Brücken angepasst, Bisserhöhungen vorgenommen und Kauflächen abgeschliffen. Die Position der Kiefergelenke ist dabei entscheidend und wird berücksichtigt. „Ohne Vermessung geht man von einer Stellung der Gelenke im Winkel von vierzig Grad aus. Das hat fast kein Patient“, sagt Dr. Elona Schmoll-Claus. Matthias Gomoluch war nach einem dreiviertel Jahr völlig beschwerdefrei. „Da habe ich zum ersten Mal nach langer Zeit ein großes Steak gegessen“, sagt er. (zip)

Mehr Informationen zu Dr. Elona Schmoll-Claus

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