Von Asthma bis Mukoviszidose

Die Lunge: Münchner Ärzte erklären die besten Therapien

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Die Lunge ist ein sehr sensibles Organ. In der tz-Gesundheitsserie erklären Ärzte, welche Therapien gegen die häufigsten Krankheiten helfen.

München - Die meisten Menschen gehen immer mal zum Herz-Check – zumindest ab einem gewissen Alter. Aber wer lässt eigentlich regelmäßig seine Lunge überprüfen?

Die Lunge wird oft vernachlässigt, Spezialisten sprechen von einem „vergessenen Organ“. Warum es enorm wichtig ist, sich auch um die Gesundheit der Lunge zu kümmern, erklären Experten heute im Rahmen unserer großen Medizinserie. Die nächste Folge lesen Sie dann am kommenden Montag. Darin wird es um Therapien rund ums Herz gehen (Teil II).

Fachbegriffe

  • Biopsie: Entnahme von Gewebe zur genauen Untersuchung im Labor.
  • Bronchialsekret: eine schleimige Absonderung (Flüssigkeit) aus den Drüsen der Bronchien.
  • Chronische Beschwerden: Beschwerden, die über einen langen Zeitraum anhalten.
  • Lungenembolie: So bezeichnen Ärzte den teilweisen oder vollständigen Verschluss eines oder mehrerer Blutgefäße, die vom Herzen zur Lunge führen.

Lungenentzündung

Unser Experte
Prof. Jürgen Behr, Uniklinikum Groß­hadern und Asklepios Fachkliniken ­Gauting, Robert-Koch-Allee 2,

82131 Gauting; Tel.: 089/ 85791-4101,

www.asklepios.com.

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Behandlung der Pneumonie (Lungenentzündung). Weltweit häufigste registrierte Infektionskrankheit, allein in Deutschland ca. 600 000 Fälle pro Jahr. In den allermeisten Fällen durch Antibiotika vollständig heilbar.

Diese Untersuchungen sind nötig
Abklärung der Krankengeschichte, körperliche Untersuchung mit Abhören von Lunge und Herz. Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen. Röntgen in zwei Ebenen, damit lässt sich eine Verschattung (Infiltrat) der Lunge nachweisen. In Zweifelsfällen CT mit Kontrastmittel, ggf. gezielte Suche nach dem auslösenden Bakterium.

Die typischen Beschwerden 
Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Krankheitsgefühl, sehr häufig Husten und gelblicher Auswurf. Ist das Brustfell (Pleura) mit betroffen, so kommen atemabhängige Schmerzen dazu (sog. Pleuropneumonie). Manchmal Luftnot, Anstrengungen fallen schwerer.

Das Einsatzgebiet
Eine Lungenentzündung muss immer mit einem Antibiotikum behandelt werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Inhalationen sind wichtige Begleitmaßnahmen; ebenso die Physiotherapie. Sie sollte beginnen, sobald die ganz akute Phase nach 2 bis 3 Tagen überstanden ist.

So funktioniert’s 
Der Arzt wählt das Antibiotikum aus, das die in Frage kommenden Erreger (meist Bakterien, am häufigsten sog. Pneumokokken) abtötet oder im Wachstum stark hemmt. Im ambulanten Bereich wird das Antibiotikum als Tablette oder Saft (vor allem bei Kindern) verabreicht, in der Klinik als Infusion (intravenös).

Der Ablauf
Zunächst ärztliche Bewertung, u.a. mit einem Risiko-Score. Hierbei wird bewertet, ob der Patient in Folge der Infektion verwirrt ist (z.B. bei hohem Fieber), ob der obere (systolische) Blutdruckwert unter 100 mm/Hg liegt, ob die Atemfrequenz über 30 pro Minute liegt und ob der Patient über 65 ist. Sind alle vier Punkte nicht erfüllt, so kann der Patient gefahrlos zu Hause mit einem Antibiotikum behandelt werden. Ist ein Punkt erfüllt, so ist eine häusliche Behandlung im Ermessen des Arztes. Ab zwei und mehr Punkten sollte der Patient unbedingt im Krankenhaus überwacht werden, weil das Risiko, an der Lungenentzündung zu versterben, dann deutlich ansteigt. Die Behandlungsdauer beträgt im unkomplizierten Fall 5 bis 7 Tage. Erfolgt die Behandlung im Krankenhaus, so kann bei gutem Ansprechen die Therapie nach drei Tagen von Infusionen auf Tabletten umgestellt und der Patient ggf. entlassen werden.

Chancen und Risiken 
Wichtig für den Behandlungserfolg ist die Wahl des richtigen Antibiotikums und der rasche Beginn der Therapie; jede verschleppte Lungenentzündung birgt eine höheres Risiko für Komplikationen – dies sind vor allem: 1. Eine Entzündung des Brustfells mit Abkapselung (Pleuraempyem), die ggf. auch vom Lungenchirurgen operativ entfernt werden muss. 2. Ein Lungenabszess mit eitrigem Zerfall des Lungengewebes, was oft langwierige Behandlungen führt und manchmal auch eine OP erfordert.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Jede 20. Lungenentzündung wird von Legionellen ausgelöst, mögliche Ursachen sind auch Grunderkrankungen wie ein Lungentumor oder eine Lungenembolie.

COPD

Unser Experte
Prof. Rainald Fischer, Lungenheilkunde München-West, Gleichmannstraße 5, 81241 München,

Tel: 089 880347,

www.lungenarzt-pasing.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung. Der englische Fachbegriff lautet: chronic obstruktive pulmonary disease (COPD). Hier konkret: Rauchstopp, Atemphysiotherapie, Lungensport, medikamentöse Therapie (inhalative Medikamente), Lungenvolumenreduktion (endoskopisch, zum Beispiel mit Ventiltherapie).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, Lungenfunktionstest, Röntgen, Computertomografie, Bronchoskopie (Lungenspiegelung, siehe Beitrag rechts).

Die typischen Beschwerden

Chronischer Husten, Atemnot bei leichter oder stärkerer Belastung (z. B. beim Gehen mit Gleichaltrigen, beim Treppensteigen oder bereits beim Schuhe binden), Auswurf (häufig morgens), akute Verschlechterungen mit starker Atemnot (Fachbegriff: Exacerbationen).

Das Einsatzgebiet
Bei allen Patienten mit COPD.

So funktioniert’s 
Für alle Patienten gilt: Rauchstopp, falls nicht schon erfolgt! Lungensport und Atemphysiotherapie verbessert die Belastbarkeit, vermindert die Atemnot und verringert die akuten Verschlechterungen. Die Medikamente zum Inhalieren verbessern alle Symptome und können die Verschlechterung der Krankheit aufhalten. Hier gibt es inzwischen auch sehr gute Kombinationspräparate, die den Aufwand u.a. durch Inhalieren verringern.

Der Ablauf
Im Einzelfall kann bei starker Überblähung einzelner Lungenabschnitte mittels Lungenspiegelung durch gezieltes Einsetzen von Ventilen die Überblähung vermindert werden. Das Grundprinzip: Die Lungenventile verschließen sich beim Einatmen, um sich beim Ausatmen wieder zu öffnen. So kann keine neue Luft in die überblähten Bereiche einströmen und die alte Luft entweicht langsam. Zum Einsetzen der Ventile muss der Patient stationär in die Klinik. Der Eingriff selbst dauert etwa eine Stunde. Die nur wenige Millimeter großen Lungenventile werden unter leichter Narkose eingesetzt. Dazu verwendet der Arzt ein Endoskop (dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, der über die Nase in die Atemwege vorgeschoben wird. An der Spitze des Endoskops befindet sich ein Mini-Kamera, die die Bilder aus der Lunge auf einen Monitor überträgt.

Chancen und Risiken 
Rauchstopp, Lungensport und inhalative Therapie verbessert für alle Patienten die Lebensqualität und die Prognose. Wesentliche Nebenwirkungen gibt es nicht. Bei der Ventiltherapie kann der Erfolg nicht garantiert werden, aber eine Nachbehandlung ist möglich – und im Zweifel können die Ventile auch wieder entfernt werden.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Patienten mit CODP sollten unbedingt einen Facharzt aufsuchen, um die optimalen Medikamente zu erhalten. Die Volumenreduktion bietet für einzelne Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

Lungenspiegelung

Unser Experte
Dr. Rainer Baumgartner, Krankenhaus Neuwittelsbach

Renatastraße 71a, 80639 M.,

T.: 089/1304-2205, www.krankenhaus-neuwittelsbach.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Lungenspiegelung (Bronchoskopie).

Diese Untersuchungen sind nötig
Lungenfunktionsuntersuchung, Röntgenbild der Lunge, gegebenenfalls Computertomographie (CT).

Die typischen Beschwerden 
Chronischer Husten ohne oder mit Auswurf, zum Beispiel bei chronischen krankhaften Erweiterungen der Bronchien (Bronchiektasen). Der Bronchoskopie kommt insbesondere ein diagnostischer Stellenwert zu.

Das Einsatzgebiet
Abklärung und Therapie von trockenem oder chronisch produktivem Husten (Husten mit Auswurf). Auch die Abklärung von anhaltenden Lungenentzündungen, die auf Antibiotika nicht ausreichend ansprechen. Die Diagnostik von Erkrankungen des Lungengewebes zum Beispiel im Rahmen von rheumatologischen Erkrankungen. Die Abklärung bei Verdacht auf Lungenkrebs.

So funktioniert’s 
Unter Narkose wird durch den Mund oder durch die Nase eine dünne und flexible Sonde über den Kehlkopf in die Luftröhre und die Bronchien eingeführt. Diese Sonde verfügt über eine Kaltlichtquelle, eine Mini-Kamera und einen Kanal, der für die Arbeitsinstrumente oder zur Absaugung benutzt wird. Proben können über einen speziellen Abstrich oder eine Biopsie (Fachbegriffe oben) genommen werden. Mit Hilfe einer Lungenspülung kann über die Zusammensetzung der gewonnen Zellen oder Bakterien eine genauere Diagnose gestellt und die Therapie der Beschwerden maßgeschneidert werden. Bei sehr zähem Lungensekret kann alleine schon die Absaugung aus den Bronchien einen befreienden Charakter haben.

Der Ablauf
Zunächst erfolgt die lokale Betäubung des Rachens über ein Spray. Dann spritzt der Arzt Narkosemitteln in die Vene. Obwohl der Patient nicht bei Bewusstsein ist, kann er stets selbst atmen. Die Untersuchung dauert in der Regel 10 bis 30 Minuten.

Chancen und Risiken 
Der große Vorteil der Lungenspiegelung besteht darin, dass aufgrund der erhaltenen Diagnostik eine besser auf den Patienten zugeschnittene Therapie möglich ist. Auch das Absaugen zum Teil sehr zähen Bronchialsekrets kann zu einer Linderung chronischer Beschwerden führen. Husten und eine meist vorübergehende Heiserkeit sind die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen. Meist wird die Lungenspiegelung zur Verfeinerung der lungenärztlichen Diagnostik eingesetzt, ist aber in bestimmten Fällen auch therapeutisch einsetzbar. Die Einschätzung der Risiken muss durch den durchführenden Arzt sehr sorgfältig erfolgen und geschieht meist anhand der Lungenfunktion und der Gesamtsituation des Patienten. Dabei werden unter anderem sein Alter und Begleiterkrankungen berücksichtigt.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen, sowohl von den privaten als auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Die Bronchoskopie ist eine sichere Routinemethode sowohl niedergelassener als auch im Krankenhaus arbeitender Lungenärzte.

Lungenhochdruck

Unser Experte
PD Dr. Hanno Leuchte,

Krankenhaus Neuwittelsbach, Renatastraße 71a,

80639 München,

Telefon: 089/1304-2205,

www.krankenhaus-neuwittelsbach.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Medikamentöse Behandlung von Lungenhochdruckerkrankung bei chronischen Lungenembolien. Der Fachausdruck lautet: chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH). Das Medikament heißt Riociguat.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Durch die Messung von Herzbelastungswerten im Blut, Lungenfunktionsuntersuchung und Herzultraschall kann der Verdacht auf eine Pulmonale Hypertonie entstehen. Messen kann man den Druck in der Lunge aber nur mittels Herz-Lungenkatheter (Rechtsherzkatheter). Deshalb ist dieser immer notwendig.

Die typischen Beschwerden 
Leistungsminderung durch Schwäche und Kurzatmigkeit, Wasseransammlungen in den Beinen oder im Bauchraum. Blaue Lippen.

Das Einsatzgebiet
Durch nicht vollständig aufgelöste Lungenembolien (siehe Fachbegriffe links oben) und einem überschießenden Zusammenziehen der Lungenarterien kommt es zu einer Überlastung des (rechten) Herzens.

So funktioniert’s 
Das Medikament Riociguat verstärkt körpereigene Mechanismen und führt zu einer Erweiterung der enggestellten und krankhaft veränderten Lungengefäße und damit zu einer Entlastung des rechten Herzens.

Der Ablauf
Klassische Tablettentherapie. Die Dosierung richtet sich auch danach, wie der Patient das Mittel verträgt. Langfristige Therapie. Eine dauerhafte Blutverdünnung zur Vermeidung weiterer Blutgerinnselbildung ist ebenso notwendig. Wassertreibende Medikamente und eine Sauerstofftherapie ist abhängig von dem individuellen Bedarf des Patienten.

Chancen und Risiken 
In der Regel führt diese Therapie zu einer Verminderung der Kurzatmigkeit und Steigerung der Leistungsfähigkeit, indem der Druck in der Lunge gesenkt und die Herzleistung gesteigert wird. Das Medikament beeinflusst auch den arteriellen Blutdruck – für Laien: die klassischen Blutdruckwerte, die auch der Hausarzt misst. Deshalb muss die Dosis immer an den gemessenen Blutdruck angepasst werden.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Lungenembolien bleiben oft unbemerkt. Bis zu 40 Prozent der Patienten mit CTEPH wissen nicht, dass sie ein solches Blutgerinnsel hatten. Die hier vorgestellte Therapie ist eine deutsche Entwicklung und erhielt 2015 den Innovationspreis des Bundespräsidenten.

Schlafapnoe

Unser Experte
Dr. Maximilan L. Bauer,

Asklepios Fachkliniken

Gauting, Robert-Koch-

Allee 2, 82131 Gauting,

Telefon:089 857915233

www.asklepios.com

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Beseitigung von Atembehinderungen und Sauerstoffabfällen und Herzkreislaufbelastungen nachts (Schlafapnoe). Bestmöglich gelingt dies durch Überdruck, der mit einer abdichtenden Nasenmaske in die Atemwege eingebracht wird und diese am nächtlichen Kollaps hindert. Die Methode wird als CPAP bezeichnet (Abkürzung für Continous Positive Airway Pressure).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Hinweise auf die Erkrankung (Schnarchen, Atem­aussetzer) liefern meist die Bettpartner. Zunächst ambulante Untersuchung (Polygrafie), dann Behandlung im Schlaflabor.

Die typischen Beschwerden 
Die Erkrankung macht anfangs meist keine Beschwerden. Erst nach Jahren bemerkt der Betroffene, dass er unausgeschlafen ist und tagsüber zum Einschlafen neigt. Als Folge der unerkannten Krankheit können Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt eintreten.

Das Einsatzgebiet
Ab einer gewissen Zahl von Atembehinderungen ist bei allen Patienten mit Herzkreislauferkrankungen oder Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung die Therapie erforderlich.

So funktioniert’s 
Durch die Anwendung von Überdruck kann der Patient nachts wieder ungehindert atmen, der Fachbegriff lautet pneumatische Schienung. Die Luft gelangt wieder in die Lunge, und die Sauerstoffversorgung ist wieder ungestört. Der Schlaf normalisiert sich, und der Patient fühlt sich morgens wieder ausgeschlafen.

Der Ablauf
Die Überdrucktherapie mit Maske (CPAP) beginnt immer im Schlaflabor, hier wird auch die optimale Maske ausgesucht, Patienten und bei Bedarf Angehörige werden geschult.

Chancen und Risiken 
Die Schlafapnoe betrifft 8 bis 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, davon werden nur 20 bis 30 Prozent erkannt. Die unbehandelte Schlafapnoe ist ein Herzkreislaufrisikofaktor vergleichbar mit Diabetes und deutlich schlimmer als Cholesterin. Die Behandlung führt oft zu einer starken Besserung der ausgeprägten Tagesschläfrigkeit, z.B. Sekundenschlaf.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Am Beginn der Erkrankung steht das Schnarchen. Dies stellt zunächst nur eine Lärmbelästigung dar. Erst mit zunehmender Schwere der Erkrankung, oft bedingt auch durch Gewichtszunahme, entsteht Behandlungsbedarf. Dieser Zeitpunkt wird oft nicht rechtzeitig erkannt.

Asthma I

Unser Experte
PD Dr. Markus Henke, ­Robert-Koch-Allee 2, ­Asklepios Fachkliniken ­Gauting, 82131 Gauting,

Tel. 089/85791-0,

www.asklepios.com/gauting

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Therapie bei Asthma bronchiale.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionsmessung unter qualifizierter Anleitung, Labordiagnostik, gegebenenfalls Allergiediagnostik an der Haut und an der Nase oder durch spezifische Provokationstestungen verschiedenster Art, eventuell bildgebende Verfahren wie Röntgen und Computertomografie (CT).

Die typischen Beschwerden 
Husten, pfeifende Atemgeräusche oder Atemnot, rasch wechselnd oder auch ständig.

Das Einsatzgebiet
Patienten, die trotz ambulanter ärztlicher Kontrollen und unter regelmäßiger Einnahme von Asthma-Medikamenten weiterhin Beschwerden haben. Patienten mit schwerem Asthma.

So funktioniert’s 
Unter stationären Bedingungen werden von einem Team von Ärzten, Atmungstherapeuten, technischen Assistenten und Physiotherapeuten die Beschwerden erfasst und individuell behandelt.

Der Ablauf
Stationäre Aufnahme, Arztgespräch, Blutentnahme für spezielle Labordiagnostik, allgemeine Hautallergietestung, Lungenfunktion, Überprüfung und ggf. Optimierung der Inhalationstechnik durch spezialisierte Atmungstherapeuten, Verbesserung der Atmung durch spezialisierte Physiotherapeuten.

Chancen und Risiken 
Ein wesentliches Ziel ist es, die Inhalationstechnik individuell anzupassen und den Patienten entsprechend zu schulen. Des Weiteren wird ausgelotet, inwiefern neue Therapiemöglichkeiten wie die Gabe eines Antikörpers gegen Interleukin-5 oder auch künftige gegen Interleukin-13 zum Einsatz kommen könnten. Gegebenenfalls Einleitung der Therapie unter stationären Bedingungen. Am Ende steht ein individuelles Behandlungskonzept, das selbständig unter Kontrolle von Lungenfachärzten und/oder Hausärzten umgesetzt werden kann.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Die regelmäßig Anwendung der vorgeschlagenen Behandlung ist enorm wichtig. Bei erneut auftretenden Beschwerden wird in manchen Fällen eine Nachbehandlung im Rahmen einer Lungen-Rehabilitation notwendig. Diese wird durch uns in Absprache mit dem Patienten bei den Krankenkassen beantragt. Das Team der Lungenfachklinik in Gauting hat sich auf atemwegsverengende Lungenerkrankungen spezialisiert und behandelt jährlich 1000 Patienten mit Asthma und chronischer Bronchitis.

Asthma II

Unser Experte
PD Dr. Claus Neurohr, Uniklinkum Großhadern,

Marchioninistraße 15,

81377 München,

Telefon: 089/ 4400-73071,

www.med.uni-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Anti-IgE-Therapie bei schwerem allergischem Asthma bronchiale. Vereinfacht: Antikörpertherapie mit einem speziellen Medikament.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionstest, Labordiagnostik, Allergiehauttest, eventuell bildgebende Verfahren wie Röntgen und Computertomografie (CT).

Die typischen Beschwerden 
Husten, pfeifende Atemgeräusche oder Atemnot, anfallsweise oder bei Belastung, zum Teil nachts und/oder mit gehäuften akuten Verschlechterungen (Fachbegriff: Exazerbationen).

Das Einsatzgebiet
Patienten, die trotz regelmäßiger Einnahme von inhalativen Asthma-Medikamenten (Sprays) weiterhin Beschwerden haben und/oder Kortisontabletten benötigen.

So funktioniert’s 
Immunglobulin E (IgE) ist als sogenannter Antikörper wichtig für das körpereigene Abwehrsystem. Bei bestimmten Patienten mit Allergien richtet sich das IgE aber gegen eigentlich harmlose Fremdstoffe (z. B. Pollen) und löst so Asthmabeschwerden aus. Durch eine Kombination der oben genannten Untersuchungen werden Patienten ermittelt, die von einer Anti-IgE-Therapie mit dem Medikament Omalizumab (Handelsname Xolair) profitieren können.

Der Ablauf
Omalizumab wird unter die Haut gespritzt – alle 2 bis 4 Wochen. Beim ersten Mal erfolgt eine Überwachung für 2 bis 3 Stunden, nach den weiteren Injektionen für jeweils circa 30 Minuten bis eine Stunde. Es wird zunächst ein Therapieversuch für circa 3 Monate durchgeführt. Wenn die Therapie gut anschlägt, wird sie beim Lungenfacharzt fortgesetzt.

Chancen und Risiken 
Bei gutem Ansprechen der Therapie werden die Beschwerden deutlich besser – vor allem die Leidensphasen mit akuter Verschlechterung (sogenannte Exazerbationen). Zusätzlich benötigen die Patienten weniger Kortisontabletten, und die Einschränkung der Lebensqualität durch das allergische Asthma nimmt ab. In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen gegen das Medikament auftreten, daher die Notwendigkeit zur Überwachung.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Für Patienten mit schwerem Asthma bronchiale gibt es zunehmend bessere und maßgeschneiderte Therapiekonzepte. Sowohl eine Antikörpertherapie als auch die Teilnahme an klinischen Studien kann insbesondere für Patienten sehr sinnvoll sein, bei denen die Standardtherapie nicht anschlägt.

Mukoviszidose

Unsere Expertin

Dr. Susanne Nährig, Mukoviszidose-Zentrum für Erwachsene,

Ziemssenstr. 1, 80336 M., Tel.: 089/ 4400-57546, www.med.uni-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Behandlung der Mukoviszidose.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Seit diesem Jahr im Neugeborenen-Screening enthalten (Blutstropfen aus der Ferse im Rahmen der U2)! Schweißtest und Gen-Untersuchung im Labor, Kontrolluntersuchungen zur Beobachtung des Krankheitsverlaufes und des Ausmaßes der Erkrankung: Lungenfunktion, Röntgen der Lunge, Sputumuntersuchung (Auswurf), Bestimmung eines Bauchspeicheldrüsenenzyms (Pankreaselastase), Ultraschall vom Bauch.

Die typischen Beschwerden 

Bei Neugeborenen: Darmverschluss möglich, bei Säuglings- und Kleinkindern: viele Atemwegs-Infekte, Durchfall, Wachstumsstörung. Allgemeine Symptome auch bei Erwachsenen: Husten, Auswurf, häufige Atemwegsinfekte, Durchfälle, Bauchschmerzen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, bei Männern unerfüllter Kinderwunsch.

Das Einsatzgebiet

Mukoviszidose ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung in westlichen Ländern. Nicht immer wird die Erkrankung im ersten Lebensjahr erkannt. Manchmal wird sie sogar erst im Alter von 40 bis 60 festgestellt.

So wirkt die Krankheit 

Durch einen bestimmten Gen-Defekt wird z. B. das Sekret in der Lunge sehr zäh, bietet idealen Nährboden für Keime. Die Folgen: Entzündungen, Zerstörung von Lungengewebe. Bauchspeicheldrüse, Darm und Leber können in Mitleidenschaft gezogen werden. So können durch Mukoviszidose Durchfälle, im Alter auch Diabetes und Osteoporose entstehen.

Der Ablauf

Im Vordergrund der Therapie steht die mehrfach tägliche Inhalation von sekretlösenden und bronchienerweiternden Medikamenten und Antibiotika sowie eine atemtherapeutische Physiotherapie. Auch Sport kann zur Sekretmobilisation und Verbesserung des Allgemeinzustandes beitragen. Zur Fettverdauung ist zu jeder Mahlzeit die Einnahme von Pankreasenzymen erforderlich (vereinfacht: Verdauungshelfer). Die tägliche Therapiedauer liegt zwischen zwei bis sechs Stunden. Ferner ist eine sehr kalorienreiche Ernährung nötig.

Chancen und Risiken 

Bisher ist die Erkrankung nicht heilbar. Durch neue Medikamenten zur Schleimlösung, Pankreasenzyme und Antibiotika zum Inhalieren konnte die Lebenserwartung aber deutlich gesteigert werden. Heute hat ein Kind, das mit Mukoviszidose auf die Welt kommt, gute Chancen, das Rentenalter zu erreichen.

Kosten

Für die meisten Medikamente und Physiotherapie zahlen alle Kassen.

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