Das sagt ein Experte

Brustvergrößerung mit Eigenfett: die Alternative zu Silikon?

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Kein Silikon, natürliches Tastgefühl: Die Brustvergrößerung mit Eigenfett hat viele Vorteile.

Frauen, die sich größere Brüste wünschen und für eine OP entscheiden, kennen in der Regel nur die Methode mit Silikonimplantaten. Dabei ist die Brustvergrößerung mit Eigenfett eine bewährte, risikoarme Alternative.

Dr. Juan Maria Garcia, Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie in München, erläutert den OP-Verlauf und die Vorteile bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett.

1. Herr Dr. Garcia, wenn man sich als Frau eine Brustvergrößerung wünscht, sind Silikonimplantate doch immer noch die erste Wahl?

Dr. Garcia: Das Verfahren, bei dem Implantate in der gewünschten Größe und Form in die Brust eingesetzt werden, ist längst ein „Klassiker“ der Schönheitschirurgie. Insofern haben Sie Recht. Inzwischen ist aber auch die Brustvergrößerung mit Eigenfett, also das so genannte Lipofilling, zu einer Methode der ersten Wahl geworden; bestens geeignet übrigens auch für Frauen, die sich den Ausgleich asymmetrisch geformter Brüste wünschen.

2. Sicher anwendbar und zuverlässig im Hinblick auf die Ergebnisse sind also beide OP-Varianten?

Dr. Garcia: Genau. Die Technik mit Eigenfett brauchte etwas Zeit. Inzwischen ist sie aber so ausgereift und in vielen OPs bewährt, dass ich sie in meiner Praxis häufig durchführe. Unter Berücksichtigung der Voraussetzungen der Brust und des Patientenwunsches haben beide Verfahren ihre Berechtigung und Vorteile.

3. Gibt es ein schlagendes Argument, das für Eigenfett und gegen Implantate spricht?

"Die Technik mit Eigenfett ist ausgereift und in vielen OPs bewährt", so Dr. Garcia.

Dr. Garcia: Oh ja, zunächst einmal verwenden wir ja zur Brustvergrößerung mit Eigenfett körpereigenes Material. Überspitzt formuliert reines „Bio-Material“ aus sicherer Quelle. Bei den Silikonimplantaten haben viele Frauen bereits Probleme mit der Akzeptanz eines Fremdkörpers. Dieser Fremdkörper bringt auch weitere Risiken mit sich, wie die Kapselfibrose oder auch dass eventuell der Implantatrand tastbar oder sogar sichtbar wird. Diese Risiken entfallen bei der Behandlung mit Eigenfett vollständig! Ebenso ist das Risiko der Infektion bei Implantaten wesentlich höher einzuschätzen. Und auch wenn Brustimplantate der neuesten Generation in ihrer Haptik extrem lebensecht sind: Eigenes Fettgewebe in der Brust ist ihnen im natürlichen Tastgefühl dann doch haushoch überlegen. Natürlicher geht es einfach nicht.

4. Das operative Vorgehen bei Brustimplantaten darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Doch wie gehen Sie bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett vor?

Dr. Garcia: Für das Einsetzen von Implantaten muss ich für die jeweilige Patientin die passende chirurgische Schnitttechnik an den Brüsten wählen. Die Schnitte sind zwar klein und werden fein vernäht, können aber später als Narben sichtbar bleiben. Für die Behandlung mit Eigenfett brauche ich gar keine Schnitte, sondern lediglich Einstiche, die später kaum mehr aufzufinden sind. Über solche Einstiche entnehme ich zunächst sehr schonend Eigenfett aus Fettpölsterchen, die meist an Bauch, Hüfte und den Oberschenkeln sitzen. Dieses Fett wird aufwändig aufbereitet, durch den Entzug von Flüssigkeit verdichtet und dann über spezielle Kanülen in fest definierte, flächige Bereiche der Brust injiziert. Da sich das Verfahren in den letzten Jahren stark verfeinert hat, erreichen wir an der Brust einen lebenslang anhaltenden Vergrößerungseffekt. Wohl gemerkt: ganz ohne Schnitte und Narbenrisiko, auch ein eventueller späterer Implantatwechsel ist kein Thema.

5. Das Eigenfett-Verfahren kann also gleichzeitig Fettpölsterchen verschlanken?

Dr. Garcia: Richtig. Ein schöner Nebeneffekt dieser Behandlung ist, dass lästige Fettpölsterchen verschwinden und wir somit eine Harmonisierung der gesamten Körperform erreichen.

6. Welches Volumen an Eigenfett kann denn für die Vergrößerung der Brust verabreicht werden?

Dr. Garcia: In diesem Punkt ist das Lipofilling den Brustimplantaten unterlegen. Mit ihnen kann ich bei einer OP theoretisch jede Brustgröße schaffen. Mit Eigenfett kann die Brust in einer Sitzung nur um eine halbe bis maximal eine ganze Körbchengröße wachsen. Allerdings lässt sich diese Methode auf Wunsch problemlos wiederholen. So kann auch mit Eigenfett über mehrere Schritte eine große Brust entstehen. Aber reine Größe ist ohnehin nicht alles. Für viel wichtiger halte ich das natürliche und authentisch zur Patientin passende Ergebnis – und hier reicht meist eine moderate Vergrößerung der Brust aus.

Wir bedanken uns herzlich für das Interview.

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