Bösartige Geschwulst im Körper

Ein Dickdarmkarzinom unter dem Mikroskop.
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Ein Dickdarmkarzinom unter dem Mikroskop.

Bösartigen Tumoren entstehen durch unkontrollierte Zellteilungen. Die Zellen des menschlichen Körpers teilen sich nur, wenn sie von benachbarten Zellen dazu aufgefordert werden. Es kommt aber vor, dass eine Zelle, die krebsbegünstigenden Veränderungen unterliegt, den Kontrollmechanismen entgeht, und diese Veränderungen weitergibt.

Prof. Oliver Rick

 „Das Zusammenkommen vieler Veränderungen über viele Generationen von Zellen hinweg kann im ungünstigsten Fall zur Entstehung einer Krebszelle führen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Rick, Chefarzt der Klinik Reinhardshöhe.

Bei einem Tumor wachsen die entarteten Zellen in umliegendes Gewebe ein und schädigen es unwiderruflich. Diese bösartigen Tumoren besitzen außerdem die Fähigkeit, zu wandern und sich im ganzen Körper auszubreiten. Sie gelangen über den Blut- und Lymphstrom in andere Organe und siedeln sich dort an. Es entstehen Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen.

Therapieformen 

 „Welche Therapie die Richtige ist, hängt unter anderem von den individuellen Merkmalen des Betroffenen ab. Wichtig ist zum Beispiel das Alter und das Vorhandensein anderer Erkrankungen sowie die Art und Ausprägung des Tumors selbst“, sagt Prof. Rick. 

Medikamentöse Therapie: Bei einer Chemotherapie werden Substanzen verwendet, die die Zellvermehrung hemmen (so genannten Zytostatika). Auf diese Weise wird verhindert, dass der Tumor weiter wächst. Die Chemotherapie wirkt besonders gut auf das Tumorgewebe, aber sie beeinträchtigt auch gesunde Zellen. Daher sind auch sie in ihrer Vermehrungsfähigkeit beeinträchtigt. 

„Seit einigen Jahren gibt es gegen zahlreiche Tumorerkrankungen neue Medikamente, die nichts mit den typischen Chemotherapeutika zu tun haben. Darunter fallen die Antikörper und die Tyrosinkinaseinhibitoren, die auch als kleine Moleküle bezeichnet werden. „Dabei handelt es sich um sehr vielversprechende Medikamente die zunehmend häufiger zum Einsatz kommen und die medikamentöse Krebstherapie bereichert haben“, erläutert Prof. Rick. 

Strahlentherapie: Bei einer Strahlentherapie wird ein Tumor durch radioaktive Strahlung in seinem Wachstum behindert. Dabei wird die stärkste Wirkung der Strahlung im Bereich des Tumors erreicht, um das umgebende Gewebe zu schonen. Dies ist etwa durch eine gleichzeitige Bestrahlung aus mehreren Richtungen möglich. Dadurch wird die höchste Strahlung im Bereich des Tumors erreicht, wo sich die aus den verschiedenen Richtungen kommenden Strahlen kreuzen. 

Operation: Für viele Tumoren kommt eine Operation infrage. Dabei wird in der Regel der Tumor entfernt sowie ein „Mantel“ aus gesundem umgebenden Gewebe. Dieser „Mantel“ dient als Sicherheitssaum, um den Tumor vollständig zu entfernen. Häufig werden auch die dem Tumor am nächsten liegenden Lymphknoten entfernt, um dort eventuell abgesiedelte Metastasen zu erfassen. Der entnommene Tumor und die Lymphknoten werden von einem Pathologen feingeweblich untersucht. „Auf diese Weise lassen sich spezielle Tumormerkmale wie der Gewebetyp und die Wachstumstendenz feststellen, was für die weitere Therapieplanung von Bedeutung ist“, sagt Prof. Rick.

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