Wenn der Schlaf gestört ist

Im Schlaflabor des Marienkrankenhauses.
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Im Schlaflabor des Marienkrankenhauses.

Prof. Martin Konermann gehört zu den bekanntesten Schlafmedizinern Deutschlands. In seinem Schlaflabor am Marienkrankenhaus Kassel untersucht er zahlreiche Schlafstörungen und ihre Folgen.

Der Mensch verbringt ein Drittel seiner Zeit im Schlaf. Guter Schlaf ist nicht süßer Luxus, sondern Voraussetzung für Gesundheit und Leben. Gut zu schlafen ist nicht selbstverständlich – jeder vierte Mensch leidet chronisch unter einer Störung der Nachtruhe. Schlecht zu schlafen heißt, sich nicht wohl zu fühlen, am Tage müde zu sein, weniger leistungsfähig, weniger fröhlich. Und vielleicht früher zu sterben.

„Besonders häufig und wegen Verschlechterung der Lebenserwartung bedeutsam sind die schlafbezogenen Atmungsstörungen, an denen bis zu zehn Prozent der Bevölkerung leiden“, sagt Prof. Dr. Martin Konermann, Ärztlicher Direktor des Marienkrankenhaus Kassel. Minderatmung und Atemstillstände im Schlaf führen zu Sauerstoffmangel und damit zu einer Belastung von Herz und Kreislauf. Betroffene erleiden oft Herzinfarkte und Schlaganfälle. Viele leiden unter hohem Blutdruck sowie Herzrhythmusstörungen, etliche Patienten entwickeln eine Herzschwäche. Dies führt zu einer hohen Sterblichkeit der nächtlichen Atmungsstörungen. Hinzu kommt das durch die Müdigkeit gegenüber der Allgemeinbevölkerung drei- bis fünfmal höhere Unfallrisiko.

Die häufigste Schlafstörung ist die Insomnie, das heißt Ein- und Durchschlafstörung, die bis zu 15 Prozent der Bevölkerung betrifft. Die Ursachen sind vielfältig, sie können seelisch bedingt sein wie bei Konflikten und Neurosen, oder körperlich wie bei Schmerzerkrankungen. Auch das Restless Legs Syndrom, die unruhigen Beine, stört den guten Schlaf. Alle Insomnien führen zu einer bleiernen Müdigkeit am Tage und Rückgang der Lebensfreude und Leistungsfähigkeit. Sie erfordern eine sorgfältige Diagnostik und ganzheitliche Therapie.

Einschränkung der Lebensqualität und Lebenserwartung sind Grund genug, die schlafbezogenen Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Das geschieht nach ambulanter Voruntersuchung in Schlafmedizinischen Zentren, von denen über dreihundert von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin akkreditiert sind.

Im Schlaflabor werden die Patienten nachts gemessen und therapeutisch versorgt. Dies kann je nach Erkrankung medikamentös erfolgen, wie bei der Insomnie, oder apparativ mit nächtlicher Beatmung bei schlafbezogenen Atmungsstörungen. „Ein gutes Schlaflabor muss alle relevanten Erkrankungen des Schlafes erkennen können. Entscheidend ist immer eine individuelle, auf den Patienten abgestimmte Therapie“, sagt Konermann. Dies erfordere zwar einen hohen Aufwand, sei aber Voraussetzung für eine effektive Behandlung und langfristige Besserung.

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