Forschung zu Lungenkrankheit

Jetzt gibt's den Tuberkulose-Schnelltest

Berlin - Zuverlässig und viel schneller als bislang kann ein neuer Test Tuberkulose nachweisen. Den Krankheitsverlauf beeinflusst das aber nicht.

Ein neuer Test zum Nachweis von Tuberkulose kann die Lungenerkrankung zwar sehr schnell und mit hoher Präzision nachweisen - der frühere Beginn einer Behandlung scheint aber keinen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu haben. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag im britischen Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie aus Südafrika.

Die Wissenschaftler um Keertan Dheda von der Universität Kapstadt wandten das Testgerät Xpert MTB/RIF bei 744 Patienten mit Tuberkulose-Symptomen in Südafrika, Simbabwe, Sambia und Tansania an. Das Gerät kann den Tuberkulose-Erreger binnen zwei Stunden nachweisen. Bei 758 Versuchspersonen wurde der Nachweis der Erkrankung mit einer herkömmlichen mikroskopischen Untersuchung von Lungensekret vorgenommen, was mehrere Wochen dauern kann. Mit dem neuen Testgerät wurden 83 Prozent der Patienten richtig diagnostiziert, mit der herkömmlichen Methode waren es lediglich 50 Prozent.

Verlauf der Krankheit wird nicht beeinflusst

Zwei Monate und dann noch einmal sechs Monate nach den Tests wurden die Patienten erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass es beim Krankheitsverlauf keine Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen gab, obwohl die Behandlung nach dem Test mit Xpert MTB/RIF deutlich schneller beginnen konnte. Es habe keine Unterschiede in der Schwere der Krankheit gegeben, auch seien in beiden Gruppen acht Prozent der Patienten gestorben. "Der mögliche Langzeiteffekt dieses Tests wird vermutlich überschätzt", heißt es in der Studie.

Tuberkulose-geplagte Entwicklungsländer

In einem Begleitkommentar zur Studie schreibt Christian Wejse von der Universität im dänischen Aarhus, gerade in ärmeren Ländern stelle sich die Frage, ob der neue Test sinnvoll sei - zumal das Gerät sehr viel Geld koste. "Teure Ausrüstung in Gesundheitszentren zu stellen, bei denen der Strom ausfallen kann oder in denen das Personal schlecht ausgebildet und bezahlt ist, könnte eine heikle Angelegenheit sein."

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation infizierten sich im vergangenen Jahr weltweit 8,6 Millionen Menschen mit Tuberkulose, 1,3 Millionen Patienten starben. Mehr als 95 der Infektionen ereignen sich in Schwellen- und Entwicklungsländern. Ohne Behandlung stirbt jeder zweite Patient.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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