tz-Serie

Zahnarzt-Urlaub in Kroatien

In der Rident-Zahnklinik arbeiten die Spezialisten mit Hightech-Instrumenten, darunter moderne Röntgen­geräte und andere Bildgebungsverfahren.

München - In einer neuen Serie berichtet die tz über Reisen zum Arzt ins Ausland und stellt Einzelfälle vor. Diesmal geht es um Reisen zum Zahnarzt nach Kroatien.

An hohen Zahnarztrechnungen haben viele zu knabbern, deshalb reisen immer mehr Patienten zur Behandlung ins Ausland. Vor allem in Osteuropa locken zahlreiche moderne Dentalkliniken und Praxen mit Angeboten, die oft wesentlich günstiger erscheinen als die Kostenvoranschläge ihrer deutschen Kollegen. Eine Zahnklinik an der kroatischen Küste wartet mit einem weiteren Trumpf auf: Dort können die Patienten ihre Behandlungstermine mit Urlaubsfreuden verbinden, sozusagen vom Spucknapf an den Strand gehen. Die tz stellt das Konzept im Rahmen der neuen Gesundheitsserie „Zum Arzt ins Ausland“ vor.

Andreas Beez

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Vom Spucknapf an den Strand

Mit einem schönen Traum vor Augen lässt sich so manches notwendige Übel leichter ertragen – sogar ein Zahnarzttermin. Stellen wir uns also einfach mal vor, das quälende Surren des fiesen kleinen Bohrers geht irgendwann nahtlos in sanftes Meeresrauschen über. Die Sonne brennt wie Feuer auf der Haut, und die nette Dame von der Strandbar bringt ein eiskaltes Bier direkt an den Liegestuhl. In Porec auf der kroatischen Halbinsel Istrien gibt es das wirklich. Hier liegt das Paradies nur drei Minuten von Behandlungsstuhl und Spucknapf entfernt. Und genau dieses Zuckerl – sozusagen als Entschädigung für tapfere Patienten – ist Teil des Doppel-Konzepts der Rident-Klinik!

„Das Schöne ist: Bei uns in Porec kann man seine Zahnbehandlung mit einem tollen Urlaub verbinden“, schwärmt Dr. med. Dr. dent. Snjezana Pohl. Die Zahnärztin und Spezialistin für Oralchirurgie ist Teilhaberin des topmodernen Hauses an der Adriaküste. Es ist vor einem Jahr eröffnet worden – als zweites Standbein einer einheimischen Investorengruppe um den Zahnarzt Dr. dent. Zelijko Miljanic. Er hat vor gut zehn Jahren schon das Mutterhaus in der kroatischen Küstenstadt Rijeka gegründet – und eine beeindruckende Erfolgsgeschichte begonnen: Inzwischen arbeiten für ihn unter anderem 40 Zahnärzte, fünf Radiologen und 58 Zahntechniker, darunter zwei Meister aus Deutschland. Sie behandeln pro Jahr mehr als 30 000 Patienten. Die meisten kommen aus dem nahen Italien, auch aus Österreich und der Schweiz. Und nun soll gerade die Dependance in Istrien mehr deutsche Patienten locken. Das Kalkül hinter dem Standort: Porec ist als Urlaubsdomizil beliebter als Rijeka – gerade bei den Bayern.

Dr. Dr. Snjezana Pohl hat früher auch in München praktiziert.

Das weiß Dr. Snjezana Pohl nur zu gut. Die Zahnärztin hat lange in München und Starnberg praktiziert. Vor drei Jahren ist sie zurückgegangen in ihre Heimat. Mitgenommen hat sie aber nicht nur hervorragende Sprachkenntnisse, sondern auch Einfühlungsvermögen für die Mentalität der Deutschen. Sie gelten zwar als sparsam, aber auch als qualitätsbewusst – dementsprechend wichtig ist Dr. Pohl folgende Botschaft: „Obwohl wir günstigere Preise als unsere deutschen Kollegen kalkulieren können, arbeiten wir aber genauso professionell!“ So bietet die kroatische Klinik beispielsweise ein Qualitäts-Implantat für 700 Euro und die passende Krone für 230 Euro an (siehe Tarif-Tabelle) – in Deutschland verlangen manche Zahnärzte teilweise das Zwei- oder Dreifache.

Die attraktiven Preise sind zum einen das Ergebnis wesentlich geringerer Investitions- und Lohnkosten als in deutschen Ballungszentren. Und zum anderen sind sie die Folge einer straffen Organisation. „Wir bauen auf eine Philosophie der kurzen Wege, Spezialisten verschiedener Fachrichtungen arbeiten praktisch Tür an Tür zusammen – übrigens auch an den Wochenenden.“

Das Klinikteam hat Hightech-Geräte zur Verfügung, die nicht in allen deutschen Zahnarztpraxen zur Standard­einrichtung gehören – darunter topmoderne 3-D-Röntgengeräte und neueste Computertomographen. „Bei uns ist einiges an Knowhow entstanden in den letzten zehn Jahren – und wir arbeiten hart daran, uns ständig weiterzuentwickeln. Fortbildung ist uns sehr wichtig“, sagt Dr. Pohl.

Auch bei den Materialien für den Zahnersatz setzt das Klinik-Management auf Qualität. „In der Implantologie verwenden wir beispielsweise ausschließlich Top-Produkte europäischer Hersteller, etwa von deutschen oder schwedischen Firmen. Billig-Implantate aus China gibt es bei uns nicht.“

Die Zufriedenheit der Patienten ist den Kroaten wichtig – schon aus eigenem Interesse. „85 Prozent der Patienten kommen durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu uns – gerade aus dem Ausland. Es wäre für uns sehr schädlich, wenn sich unsere Patienten schlecht behandelt fühlen und das dann weitererzählen würden“, erläutert Dr. Pohl. Deshalb überwache die Klinik permanent ihre Qualität und zeige sich auch im Falle von Komplikationen kulant, so die Chefärztin weiter. „Wenn es ein Problem gibt, das wir verursacht haben, dann machen wir die Nachbehandlung kostenlos und zahlen dem Patienten die Reisekosten.“

Klingt nach einem großzügigen Angebot – allerdings gilt in Kroatien wie in Deutschland: Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass der Patient Implantat oder Zahnersatz ohne Verschulden des Zahnarztes wieder verliert. Davon abgesehen tut man sich als Laie meist eher schwer, einen Behandlungsfehler nachzuweisen.

Andererseits muss der Patient die Katze in Kroatien nicht im Sack kaufen. „Wir verlangen nur eine kleine Anzahlung, die Höhe ist nicht festgelegt“, berichtet Dr. Pohl. „Der vollständige Rechnungsbetrag wird erst dann fällig, wenn die Behandlung komplett abgeschlossen ist.“ In der Regel bietet die Klinik dem Interessenten nach einer Eingangsuntersuchung eine Pauschale an.

Die Mitarbeiter helfen auch dabei, den Kostenzuschuss-Antrag an ihre deutsche Krankenkasse auszufüllen. Bei Behandlungen in EU-Ländern haben deutsche Patienten Anspruch auf denselben Betrag wie bei einer Zahnsanierung in ihrer Heimat. Sie müssen den ausgefüllten Antrag mit den Angaben der kroatischen Klinik lediglich bei ihrer Versicherung einreichen – und zwingend vor der Behandlung genehmigen lassen.

Zum kostenlosen Service der Zahnklinik in Porec gehört auch die Abholung vom Flughafen in Pula oder vom Bahnhof. Mitarbeiter bringen die Patienten bis auf ihr Zimmer – und chauffieren sie am Abreisetag wieder zurück.

Während ihres Aufenthalts wohnen die Gäste direkt in der Klinik. Sie berherbergt eine Art Mini-Hotel mit zehn Zimmern zu erschwinglichen Preisen. „Die Übernachtung kostet zwischen 30 und 50 Euro – je nachdem, wie hoch die Rechnung für die Zahnbehandlung ist.“ Auf Wunsch helfen die Mitarbeiter bei der Organisation von Ausflügen, Besichtigungen oder Theaterbesuchen. Und sehr gut essen kann man in Istrien auch – besonders dann, wenn man keine Zahnschmerzen mehr hat.

Preise der kroatischen Zahnklinik

Auszug aus der Preisliste

Behandlung/Leistung Preis
Erste Untersuchung, Beratung, ­Erstellung Heil- und Kostenplan kostenlos
Professionelle Zahnreinigung (jede 4. gratis) 70 Euro
Keramikkrone 198 Euro
Krone auf Zirkonoxydbasis (Hochleistungskeramik) 365 Euro
Panorama-Röntgenaufnahme 33 Euro
DVT-Aufnahme (Digitale Volumentomographie; weniger Bestrahlung) 150 Euro
ICX-Implantat (aus Deutschland) 379 Euro
Astra-Implantat (aus Schweden) 690 Euro
Bego-Implantat (aus Deutschland) 690 Euro
ICX-Implantat & Krone (kompletter Zahn) 879 Euro
Astra-Implantat & Krone 1190 Euro
Bego-Implantat & Krone 1190 Euro
Quelle: Rident Poliklinik, Porec und Rijeka, Kroatien

Moderne Klinik mit Mini-Hotel

Die Planer der Rident-Klinik haben Wert auf Wohlfühl-Komfort gelegt. Zum „Drumherum“ gehören modern ausgestattete Hotelzimmer direkt im Haus, die auch von den Partnern der Patienten mitgenutzt werden können. Beim Freizeitprogramm haben sie die Qual der Wahl: „Porec ist eine malerische Stadt an der Westküste der Halbinsel Istrien“, wirbt die Klinik in Hochglanzbroschüren. Es gebe eindrucksvolle historische Bauten zu besichtigen, zudem sei viel Kultur und gutes Essen geboten.

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