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Gesund mit Hund? So fördern Vierbeiner die Gesundheit

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Viele Studien belegen die positiven Effekte der vierbeinigen Freunde auf die Gesundheit ihrer Besitzer. Doch was steckt dahinter?

In Deutschland gibt es über 9,5 Millionen Hundebesitzer. Was viele nicht wissen: Die tierischen Begleiter können positive Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden des Besitzers haben. Welche das im Einzelnen sind, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der Deutschen Krankenversicherung (DKV).

Wer einen Hund hat, ist gesünder und fitter. Stimmt das?

Reuter: Haustiere, insbesondere Hunde, können helfen, Risikofaktoren wie Übergewicht, Blutdruck und Cholesterinwerte zu senken. Damit kann in der Folge auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sinken. Eine große Bedeutung misst die Forschung dem aktivitätssteigernden Effekt des Vierbeiners bei. Denn Hundehalter erreichen deutlich öfter die von Ärzten empfohlene Bewegungszeit von 150 Minuten in der Woche als Personen ohne Hunde. Das haben amerikanische Wissenschaftler der Michigan State University herausgefunden. Dieser Zeitraum ist bereits ausreichend, um einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System zu haben. Nach Meinung mehrerer Forscher wirkt die körperliche Aktivität zudem gegen chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und chronische Bronchitis. Und: Durch die ständige Bewegung an der Luft bei jedem Wetter unterstützen Hundebesitzer auch ihr Immunsystem. Außerdem gilt: Krankheiten von Tierhaltern bleiben öfter auf einem konstanten Niveau und die Anzahl und Intensität von Anfällen, wie etwa bei Bronchitis, können sich reduzieren. Eine US-Studie konnte nachweisen, dass Tierhalter nach einem Herzinfarkt deutlich bessere Chancen haben: Von 92 Infarktpatienten hatten nach einem Jahr 94 Prozent der Tierhalter überlebt. Bei den übrigen Probanden waren es nur 72 Prozent. Natürlich gibt es aber auch Hundehalter, die nur selten oder sehr kurz mit ihrem Vierbeiner ins Freie gehen. Sie profitieren dann auch nicht von dem aktivitätssteigernden Effekt des Tieres.

Gibt es neben den körperlichen noch weitere Auswirkungen auf Hundebesitzer?

Hunde können auch der Psyche guttun und das Wohlbefinden fördern. Denn bereits durch die Anwesenheit eines Tieres, vor allem aber durch das Streicheln, schütten Menschen das „Kuschelhormon“ Oxytocin aus. Das Hormon stärkt nicht nur die Bindung zum Tier, sondern wirkt auch stressreduzierend, da der Körper weniger Stresshormone, wie etwa Adrenalin oder Cortisol, ausschüttet. Haustiere senken also die Belastung ihrer Halter mit Stresshormonen. Außerdem trägt der Tierkontakt zur Beruhigung bei und fördert die Regeneration. Daher werden Tiere oft im Gesundheitswesen eingesetzt, etwa in Pflegeheimen. Denn der Tierkontakt ist besonders für ältere und demente Menschen sehr wertvoll. Hinzu kommt: Tiere sind ein gutes Mittel gegen Einsamkeit – da die Hundebesitzer beim Gassi gehen leichter mit anderen Personen ins Gespräch kommen.

Was gilt für Kinder in einem Hundehaushalt?

Hunde sind für Kinder nicht nur vierbeinige Spielkameraden – sie haben auch positive Auswirkungen auf deren allgemeinen Gesundheitszustand. Laut einer finnischen Studie erkranken Kinder in Hundehaushalten seltener als Kinder ohne Haustier. Hunde trainieren offenbar das Immunsystem: Eine deutsche Studie hat ergeben, dass Kinder, die mit einem Hund aufwachsen, weniger Blutmarker für Allergierisiken aufweisen. Das gilt vor allem dann, wenn sie bereits innerhalb des ersten Lebensjahres Kontakt zu dem Tier hatten. Konkret heißt das: Kinder, die von Geburt an in einem Hundehaushalt aufwachsen, haben ein bis zu 50 Prozent niedrigeres Risiko, später an einer Allergie oder Asthma zu leiden. Warum dies so ist, ist noch nicht erforscht. Wissenschaftler fanden ebenso heraus, dass die Vierbeiner auch die psychische Entwicklung von Kindern positiv beeinflussen. So wirken Hunde besonders beruhigend auf hyperaktive oder aggressive Kinder. Laut einer französischen Studie sind kindliche Hundehalter verantwortungsvoller, umgänglicher und weniger aggressiv als Kinder ohne Hunde. Junge Familien, die sich einen Hund anschaffen wollen, sollten jedoch auch bedenken, dass der Vierbeiner ebenfalls Aufmerksamkeit benötigt. Das kann auch eine Belastung für die Eltern sein.

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