Brücken zwischen Inseln: Neues im vernetzten Heim

Mit Tablets, Smartphones oder fest verbauten Bedienelementen kann das ganze Smart Home gesteuert werden. Doch oft laufen die verschiedenen Geräten auf verschiedenen Systemen - und man bräuchte mehrere Anwendungen zur Steuerung. Foto: Florian Schuh
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Mit Tablets, Smartphones oder fest verbauten Bedienelementen kann das ganze Smart Home gesteuert werden. Doch oft laufen die verschiedenen Geräten auf verschiedenen Systemen - und man bräuchte mehrere Anwendungen zur Steuerung. Foto: Florian Schuh
Der neue Waschtrockner WT1 von Miele ist mit dem Smartphone gekoppelt - dann meldet er etwa, wenn sein Dosiersystem Nachschub braucht. Foto: Miele
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Der neue Waschtrockner WT1 von Miele ist mit dem Smartphone gekoppelt - dann meldet er etwa, wenn sein Dosiersystem Nachschub braucht. Foto: Miele
Raumtemperatur, Rollläden und am besten auch die Hausgeräte sollten über ein Bedienelement im Haus gesteuert werden - in der Realität ist die Umsetzung oft noch aufwendiger, als man denkt. Foto: Florian Schuh
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Raumtemperatur, Rollläden und am besten auch die Hausgeräte sollten über ein Bedienelement im Haus gesteuert werden - in der Realität ist die Umsetzung oft noch aufwendiger, als man denkt. Foto: Florian Schuh
Wer nach dem Kochen das Haus verlässt, aber Angst hat, der Herd ist noch an, kann etwa beim Kochfeld der Serie 8 von Robert Bosch Hausgeräte auf dem Handy den Gerätestatus überprüfen. Foto: Bosch
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Wer nach dem Kochen das Haus verlässt, aber Angst hat, der Herd ist noch an, kann etwa beim Kochfeld der Serie 8 von Robert Bosch Hausgeräte auf dem Handy den Gerätestatus überprüfen. Foto: Bosch
Das Smart Home - das Haus, das die Lebensgewohnheiten seiner Bewohner kennt und diese im Alltag unterstützt - gilt als der Traum des künftigen Wohnens. Foto: Andrea Warnecke
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Das Smart Home - das Haus, das die Lebensgewohnheiten seiner Bewohner kennt und diese im Alltag unterstützt - gilt als der Traum des künftigen Wohnens. Foto: Andrea Warnecke
Jetzt auch übers Handy anwählbar: Siemens Hausgeräte hat seinen Kaffeevollautomaten EQ9 vernetzt. Foto: Siemens Hausgeräte
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Jetzt auch übers Handy anwählbar: Siemens Hausgeräte hat seinen Kaffeevollautomaten EQ9 vernetzt. Foto: Siemens Hausgeräte
Auch ein Heizungsthermostat - hier das Fritz!Dect 300 von AVM - kann smart sein: Es lässt sich manuell und auch per Smartphone aus der Ferne bedienen. Foto: Florian Schuh
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Auch ein Heizungsthermostat - hier das Fritz!Dect 300 von AVM - kann smart sein: Es lässt sich manuell und auch per Smartphone aus der Ferne bedienen. Foto: Florian Schuh
Vernetzter Kühlschrank: Auf einem Riesenbildschirm in der Tür organisiert die Familie ihren Alltag, geht ins Internet und verwaltet Einkaufslisten. Foto: Samsung
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Vernetzter Kühlschrank: Auf einem Riesenbildschirm in der Tür organisiert die Familie ihren Alltag, geht ins Internet und verwaltet Einkaufslisten. Foto: Samsung

Im vernetzten Heim sprechen derzeit noch viele Geräte ihre eigene Sprache. Auf der IFA zeigen die Hersteller neue Ideen und Plattformen - mal offen für Dritte, mal geschlossen. Branchenexperten halten die Insellösungen aber langfristig für ein Auslaufmodell.

Berlin (dpa/tmn) - Mit einem Handstreich auf dem Handy kann man die Heizung anstellen, an der Tür geht das Licht an, im Wohnzimmer fahren Rollos runter - wie von Geisterhand. So sieht der Traum vom Wohnen im Smart Home aus: Das Haus reguliert den Alltag. Doch so einfach ist es für den Verbraucher nicht.

Das liegt daran, dass jeder Hersteller auf eigene Systeme und Apps zur Steuerung setzt. Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin (bis 7. September) präsentieren viele Hersteller ihre smarten Lösungen. Gerade die Hausgeräte-Branche läuft heiß: Jahr für Jahr präsentiert sie neue kommunikative Gerätelinien. Miele hat 2016 einen vernetzten Waschtrockner vorgestellt, Siemens einen Kaffeeautomaten, Bosch Kochfelder. Samsung stellte nun auch in Deutschland den Kühlschrank mit integriertem Riesenbildschirm und Android-Bedienoberfläche vor.

Doch: Wie Peter Schnaebele, Chef von Bosch Smart Home, betont, sind rund 80 Prozent der Geräte laut Marktanalysen Einzellösungen, die nur über die zugehörige App steuerbar sind. Das heißt: Das Handy und Tablet kann ganz schön voll werden mit all den Apps für all die Geräte. Der Verbraucher muss sich ganz genau überlegen, welche Produkte er kauft und auf welches System er setzt.

Bosch bündelt nun seine hausbezogenen Bereiche in einer Plattform. Auch weitere Partner und ihre Produkte nutzen dieses Bosch Smart Home System, etwa die hue-Leuchten von Phillips und Bestellservices wie hello fresh und Amazon Dash Replenishment Service. Alle ausgesucht von Bosch. Auch Großkonzerne wie Apple, Google und Amazon lassen kontrolliert Dritte auf ihre Plattform.

Aber der Wettbewerb vieler Plattformen verwirrt - und er schreckt womöglich Verbraucher ab. Insellösungen und Abschottung seien fehl am Platz, betont Willi Klöcker vom BVT Handelsverband Technik. Auch Peter Schnaebele von Bosch Smart Home, sagt: "Die Interoperabilität der Geräte ist die Zukunft - dass alle Geräte aus einer oder aus wenigen Apps gesteuert werden können. Dass sich das im Moment bereits durchgesetzt hat, sehe ich nicht."

Die Haushaltsgeräte sind dabei aktuell noch gar nicht das Hauptproblem beim Einstieg ins vernetzte Wohnen. Laut einer gfu-Umfrage wollen nur 16 Prozent Informationen vom Kühlschrank über vorhandene Lebensmittel bekommen. Und nur 14 Prozent wollen ihre Waschmaschine per App steuern. Aber für 29 Prozent sind Alarmsensoren wichtig, die bei geöffneten Türen, vor Bewegungen oder Rauch warnen. Je 20 Prozent wollen Heizung, Jalousien oder Garagentore steuern.

In diesem Bereich der einfachen Nachrüstlösungen ist Devolo unterwegs. Die Bewegungsmelder, Nässesensoren, Türkontakte oder Rauchmelder vernetzen sich unter anderem über den offenen Funkstandard Z-Wave mit der Steuerzentrale. Der Vorteil: Es existieren bereits viele Geräte, die mit Devolos Steuerzentrale arbeiten. Die Produkte funktionieren wechselseitig aber auch mit Steuerzentralen anderer Hersteller, die auf Z-Wave setzen. Für Georg Herrmann von Devolo ist der offene Standard ein klarer Vorteil: "Die Leute wollen ja nicht fünf Apps aufmachen."

Beim Fritzbox-Hersteller AVM nutzt man Vernetzungstechnik, die viele bereits zu Hause für ihr Telefon benutzen: DECT. Der vorhandene Router wird zur Smarthomezentrale und sorgt dafür, dass man Thermostate oder Steckdosen über das Internet schalten kann. "Aktuell gibt es noch nicht so viele Produkte mit DECT", räumt Jan Larrink von AVM ein. Doch die Anzahl wachse ständig. Auch Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche erwartet, dass die Hersteller sich bald stärker öffnen: "Früher oder später werden auch sie sich bewegen müssen, das wird der Verbraucher verlangen."

IFA Berlin

Stellungnahme BVT

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