Neue Befragung

Miete zu hoch? Neuer Mietspiegel für München soll helfen

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Nicht verzweifeln, mitmachen: Die Stadt München beginnt kommende Woche mit den Erhebungen für den neuen Mietspiegel.

München - Die Stadt lässt in diesen Tagen 30 000 Münchner nach deren Wohnsituation befragen – das Resultat daraus gilt ab 2017.

Zahle ich zu viel Miete für meine Zuhause? Für Münchner, die sich diese Frage stellen, gibt es seit 1975 den Mietspiegel. Mit dessen Hilfe können Mieter den Preis ihrer Wohnung mit dem anderer Immobilien vergleichen und so besser einschätzen, ob ihre Miete angemessen ist. Seit August 2015 dient die Liste außerdem als Berechnungsgrundlage für die Mietpreisbremse.

Mietspiegel München: So wird er berechnet

Doch dass sich die Mieten in München schnell verändern, wissen nicht nur die Mieter der Stadt. Deshalb führt das zuständige Sozialamt alle zwei Jahre eine neue Datenerhebung für den Mietspiegel durch. Für die im Frühjahr 2017 neu erscheinende Übersicht beginnt die Stadt in diesen Tagen mit der Befragung Münchner Mieter und Wohnungseigentümer.

Gesammelt werden die Daten für den Mietspiegel von dem von der Stadt beauftragten Umfrageinstitut TNS Infratest. Das wird zuerst rund 30 000 Münchner Haushalte nach dem Zufallsprinzip kontaktieren, um die herauszufiltern, die in den Mietspiegel Eingang finden dürfen. Denn mit in die Betrachtung aufgenommen werden nur Wohnungen, für die in den vergangenen vier Jahren die Miete erhöht oder ein neuer Vertrag abgeschlossen wurde.

In einem zweiten Schritt treffen sich die Mitarbeiter des Instituts mit den Mietern und gehen mit diesen einen rund 60 Fragen umfassenden Fragebogen durch. Darin werden unter anderem Punkte wie Fläche, Ausstattung der Wohnungen und Höhe der Miete abgefragt. Anschließend wird der zugehörige Vermieter schriftlich kontaktiert, um zusätzliche Erkenntnisse – vor allem zur energetischen Beschaffenheit der Wohnung – zu gewinnen. Plausibilitätsprüfungen und Kontrollfragen sollen sicherstellen, dass nicht versehentlich oder absichtlich falsche Angaben gemacht werden.

Stadt baut auf Unterstützung der Münchner

Da die Teilnahme an der Befragung freiwillig ist, ist die Stadt auf die Unterstützung der Münchner angewiesen, um mit ihren Ergebnissen die Situation in der Stadt so gut wie möglich abbilden zu können. Bei den vergangenen Befragungen habe die Kooperation aber immer gut funktioniert, heißt es bei der Stadt. Teilnehmer sollten sich allerdings vor den Interviews die Ausweise der Institutsmitarbeiter zeigen lassen, um sicherzugehen, dass es sich wirklich um von TNS beauftragte Personen handelt. Der momentan noch gültige Mietspiegel erschien im März vergangenen Jahres und wird im selben Monat des Jahres 2017 ungültig.

In der Vergangenheit wurde die Methodik des Mietspiegels immer wieder kritisiert. Mieterverbände halten die angegebenen Werte traditionell für zu hoch, Vermieter schätzen sie dagegen als unrealistisch niedrig ein. Insbesondere seit der Einführung der Mietpreisbremse hat sich diese Diskussion verschärft. Erst im November vergangenen Jahres kündigte der Haus- und Grundbesitzerverein München an, die Resultate des Mietspiegels prüfen und notfalls gegen sie vor Gericht ziehen zu wollen.

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