tz sucht Bleiben für zwei Familien 

Wir sind in Not und brauchen eine neue Wohnung!

tz-Mietertag, Wohnungsnot, München
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Familie Hasan möchte sich eine Existenz aufbauen.

München - Die Wohnungsnot ist in München enorm. Erst recht für Familien. Die tz sucht für zwei besonders harte Fälle neue Bleiben in unserer Großstadt.

Der große Bruder hat es schon geschafft: Vor zehn Jahren kam Dara Hasan (46) aus Syrien nach Bayern. Inzwischen ist er Deutscher und chauffiert die Münchner als Linien-Busfahrer durch die Stadt. Bruder Kadar wollte mit seiner Frau und den sieben Kindern eigentlich in Syrien bleiben – doch dann kam der Terror immer näher. Nach der Flucht beginnt für die Familie ein neues Leben. Das Wichtigste für den Neustart in der Ferne ist eine Wohnung – die sucht die Familie über die Immowelt-Initiative Verändere Deine Stadt.

Im syrischen Qamishli nahe der türkischen Grenze lebte die Familie Hasan auf ihrem großen Anwesen – bis der Terror einzog. „Bereits Ende 2012 besetzten Assads Truppen unseren Hof wenige Kilometer vor der Stadt“, schildert Vater Kadar Hasan. Als das Donnern der Bomben immer näher kam und die Angst vor Selbstmordattentaten immer größer wurde, fassten die Eltern schweren Herzens den Entschluss, die Heimat zu verlassen. Über das „humanitäre Aufnahmeprogramm Syrien“ vom Bundesamt für Migration stellte der ältere Bruder in München einen Antrag, um seine Verwandten hierher zu holen. Dara lebte sich damals schnell hier ein, baute sich eine Exitenz auf. Nach einem Deutschkurs machte er eine Ausbildung bei der MVG.

Diesen Weg hofft auch Kadar Hasan gehen zu können: Nach Monaten der Ungewissheit, landete der 41-Jährige mit seiner Familie und vier Koffern in München. Erst zogen sie alle zu Dara in die Zwei-Zimmer-Wohnung. Seit drei Monaten lebt die Familie nun in einer Obdachlosenunterkunft – und hofft auf Hilfe.

Wenn Sie helfen möchten: lokales@tz.de

Fall 2

Michelle (18) und Andre (19) suchen eine Wohnung.

Andre und Michelle lieben sich. Sonst würden sie wohl oft streiten, schließlich lebt der 19-Jährige mit seiner 18-jährigen Freundin zusammen in seinem Kinderzimmer in der Wohnung von Andres Mutter in Giesing. „Es ist eine Dreizimmerwohnung, da ist es schon sehr eng für uns vier Personen, meine Mutter, ihren Lebensgefährten, meine Freundin und mich“, sagt Andre. Jetzt aber sucht der Auszubildende fieberhaft nach einer eigenen Wohnung. Denn das Paar bekommt im Februar ein Baby.

Die Wohnungssuche ist sehr schwierig. „Ich habe als Azubi im Einzelhandel leider nicht viel Geld zur Verfügung, und auch meine Freundin ist noch in der Ausbildung, allerdings ist sie inzwischen im Mutterschutz – ich habe das Gefühl, Menschen wie wir haben auf dem Münchner Wohnungsmarkt keine Chance“, sagt er zur tz. Mit Baby allerdings wird es in seinem Kinderzimmer sehr eng werden. Außerdem hat er Angst, dass seine Mutter Probleme mit ihrem Vermieter bekommt.

Die zwei meldeten sich im Sommer beim Wohnungsamt, um eine Sozialwohnung zu bekommen. Dort schilderten sie ihre Situation und bekamen einen Schein, um sich für eine geförderte Wohnung zu bewerben. Doch nun warten sie seit drei Monaten auf Vorschläge. „Wir hoffen jetzt, dass wir über die tz einen Vermieter finden, der uns hilft“, sagt Andre. Denn heiraten will er seine geliebte Michelle zwar schon, verlobt sind die zwei auch bereits, „aber nur wegen der Kirche wollen wir nicht noch vor der Geburt vor den Traualtar. Wir möchten uns noch Zeit lassen, jetzt ist erst einmal unser Baby dran.“

Susanne Sasse

Susanne Sasse

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