Das sollte großes Kino sein?

Hölzerne Reden, spöttischer Moderator beim Filmfest München

Filmfest München
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Die Eröffnung des Filmfests München.
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Die Eröffnung des Filmfests München.

München - Mit der Riesenbaustelle inklusive aufgerissener Trambahngleise vor dem Mathäser Filmpalast wirkte die Eröffnung des Filmfests München wenig glamourös. Die Gäste nahmen den Hintereingang über die Schlosserstraße. 

Das tolle Wetter, die Aufregung vor dem Filmfeststart, die Vorfreude auf den Eröffnungsfilm Toni Erdmann – die 2000 Gäste zeigten sich natürlich trotzdem erst einmal in bester Stimmung. Allen voran die Filmfestchefin Diana Iljine, die sich freute, dass ihr Festival es mit Großveranstaltungen wie der EM aufnehmen kann. Das Wichtigste für Sie: „Alle sollen wissen, dass sie in München in jeden Film gehen können und auch die Filmemacher treffen.“ 

Zudem hat sie sich das Ziel gesetzt, das Filmfest für die jüngere Generation mehr zu öffnen. Ob sie das auf die Idee brachte, den bayerischen Comedian Harry G die Eröffnungsfeier moderieren zu lassen? Doch dazu später. Regisseur Christian Petzold, dem in diesem Jahr eine Retrospektive gewidmet ist, zeigte sich vom hitzigen Sommerflair etwas abgelenkt. „In München hat man oft das Gefühl, man bräuchte jetzt eigentlich hitzefrei. Da würde ich sonst eher Fußballschauen oder an die Isar gehen, bevor ich mich ins Kino setze.“ 

Geehrt fühlt er sich aber trotzdem. „Natürlich, und diese ganzen alten Filme von mir wieder zu sehen, das ist wie alte Tagebücher lesen.“ Die diesjährige (einzige) internationale Grande Dame des Filmfests, Oscar-Preisträgerin Ellen Burstyn, die den Lebenswerkpreis CineMerit Award erhält, sorgte für gediegenes Hollywood-Flair. Für Martin Scorseses Alice lebt hier nicht mehr holte sie sich 1974 den Goldjungen, der jüngeren Filmund Fernsehfraktion ist sie vor allem als Schwiegermutter des Präsidenten Frank Underwood in House of Cards bekannt.

Nichts ficht sie da an, und so verriet sie auch recht offenherzig, noch nie zuvor etwas vom Münchner Filmfest gehört zu haben. Gut, wenn man da mit Regisseurin Maren Ade jemanden hat, der sich wirklich auskennt. Ihr Eröffnungsfilm Toni Erdmann war der Überraschungserfolg bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, Kritiker auf der ganzen Welt überschlugen sich vor Lob. Dass sie am Ende trotzdem ohne Preis wieder nach Hause fuhr – geschenkt. 

„Darüber habe ich mich überhaupt nicht geärgert. Das Ganze war ja ein Wahnsinn, und ich war sehr zufrieden.“ Als Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film ist sie ein wirklich schönes Beispiel dafür, dass der Filmstandort München großartig sein kann. Es hätte also alles so schön sein können bei der Vorführung ihres Beziehungs-Dramas mit Peter Simonischek und Sandra Hüller in den Hauptrollen – doch leider, leider, kam erst noch der offizielle Eröffnungspart. Und der ging ganz schön in die Hose. Denn oller als die Kamellen, die Harry G da brachte, sieht nicht einmal Simonischeks Scherzgebiss in Toni Erdmann aus. 

Angefangen mit Witzen über die Namen der Ochsenknecht-Söhne Jimi Blue und Wilson Gonzales, die, wie übrigens auch ihre Eltern, gar nicht anwesend waren und auch keinen Film auf dem Filmfest laufen haben. Danach noch ein Seitenhieb auf Veronica Ferres, ebenfalls nicht anwesend, der der liebe Gott schließlich Carsten Maschmeyer (nicht anwesend) aufgedrückt habe, um nicht ganz so perfekt zu sein. Einige wenige lachten etwas müde, andere murmelten verstört- empört Wörter wie „Provinzposse“. Dass Oberbürgermeister Dieter Reiter sich in seiner hölzernen Rede nicht vorstellen konnte, einen Dreistundenfilm durchzustehen, machte es dann auch nicht besser.

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