Woher kommt er, was bewirkt er

Alles über Zucker: Süß und beliebt - oder schädlich?

+
Mittlerweile beinhalten fast alle Lebensmittel zusätzlichen Zucker.

Nach dem Zuckergenuss wird es spürbar: Ein Gefühl von Leichtigkeit wird ausgelöst, die Konzentration steigt, die Nervosität sinkt. Doch Zucker ist nicht nur süß, sondern kann bei übermäßigem Genuss auch schädlich sein.

Zucker ist wichtig für den menschlichen Organismus. Doch Zucker ist eben nicht gleich Zucker.

Wieso mögen wir Zucker eigentlich so gerne?

Wie bereits angedeutet, löst der Konsum von Zucker bei uns ein großes Wohlgefühl aus. Dieses Gefühl dauert allerdings nur kurz an. Es heißt, Zucker liefere schnelle Energie, weil er sofort ins Blut übergehe. So wird oft zu Schokoriegeln gegriffen, wenn es um körperlich und geistig besonders anstrengende Arbeiten geht. Durch die Zugabe von Zucker sollen die Energiereserven wieder aufgefüllt werden. Darüber hinaus trickst Zucker den menschlichen Körper jedoch schlicht aus. Er fungiert als Geschmacksverstärker, so dass ursprünglich weniger schmackhafte Produkte wie Limonade oder Fertiggerichte einfach besser schmecken. 

Zucker kann laut "Zentrum der Gesundheit" zudem ähnlich wie eine Droge wirken. Demnach führen große Zuckermengen zu einem erhöhten Ausstoß von Dopamin. Das verursacht auch das wohlige Gefühl nach dem Verzehr. Der Körper merkt sich dieses Gefühl und möchte es natürlich wieder erfahren. Professor Robert Lustig, Übergewichtsforscher an der Universität San Francisco, warnte vor übermäßigem Zuckerkonsum: "Wenn Zucker süchtig macht und wenn er überall verfügbar ist - werden Menschen zu viel davon essen. Genau so, wie sie es jetzt tun." Wissenschaftler der Princeton University wiesen bereits das Suchtpotential von Zucker an Ratten nach.

Geschichtliche Hintergründe: Seit wann ist Zucker so beliebt?

Zucker wurde schon im alten Rom als Luxusgut der reichen Bevölkerung nachgewiesen. Die meisten Menschen nutzten als Süßungsmittel zu dieser Zeit eingekochten Traubensaft. Später gelangte Zucker dann erstmals mit den Kreuzfahrern nach Europa. Er galt zunächst auch als Arzneimittel und ebenfalls als Luxus. Das blieb auch für lange Zeit so, Zucker wurde als weißes Gold bezeichnet. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dann der Zuckergehalt der Zuckerrübe entdeckt, was dazu führte, dass nur wenige Jahre später weltweit bereits viele Tausend Tonnen an Rohrzucker produziert wurden. Der Chemiker Franz Carl Achard schaffte 1801 die Grundlagen der industriellen Zuckerproduktion und die erste Rübenzuckerfabrik der Welt entstand in Schlesien. Den ersten Würfelzucker der Welt erfand nur einige Jahre später, im Jahr 1840, Jacob Christoph Rad in Böhmen. Er erfand auch die Würfelzuckerpresse. Durch diese industrielle Herstellung fiel ab Mitte des 19. Jahrhunderts der Zuckerpreis und das beliebte Süßungsmittel wurde zum alltäglichen Gut. Seit dem 20. Jahrhundert wird Zucker in Massenproduktion hergestellt. Im Zuge dessen wurden bald auch Untersuchungsmethoden sowie Normen auf internationaler Ebene festgelegt. 

Zuckerrübe, Zuckerrohr & Co.: Wie die Zuckergewinnung funktioniert 

Die wichtigsten Zuckerpflanzen sind Zuckerrohr und Zuckerrüben. Aus diesen wird die so genannte Saccharose gewonnen. Daneben gibt es aber weitere Zuckerpflanzen, die zur Gewinnung von Zucker dienen, wie Zuckerpalme, Zuckerahorn, Zuckerhirse, Agaven oder Honigpalme. Auch aus Stärke wird Zucker gewonnen, der so genannte Glucosesirup. Zur Gewinnung dienen so beispielsweise Mais oder Kartoffeln.

Auswirkungen auf den Körper: Müdigkeit und Depression - oder Leistungssteigerung?

Zucker kann viele Auswirkungen haben. Es kommt auf die Menge und nicht zuletzt auch auf seine Form an. Zucker hat viele negative, aber auch positive Auswirkungen auf den Körper - Letzteres, wenn man ihn in Maßen genießt. Glukose ist hierbei das Stichwort: Sie ist der wichtigste Energielieferant. Proteine, Fett und Kohlenhydrate werden im Körper als natürlicher Prozess zu Glukose umgebaut. Sie ist damit der Treibstoff des Körpers. Traubenzucker als Soforthilfe bei Klausuren oder im Training gilt daher als idealer Energielieferant. Die Energie gelangt dadurch schnell in die Blutbahn. Nachdem der Körper Glukose aber ständig selbst produziert, sollte auf den "schlechten" Zucker als Zugabe allerdings verzichtet werden. Bei zu viel Zucker werden Menschen nämlich schnell müde, schlapp, antriebslos - sogar depressiv und krank. Besser also, man ersetzt den Schokoriegel zum Beispiel durch eine Banane.

Doch selbst Ärzte verwendeten Zucker, etwa bei der Wundbehandlung. Bei Brandwunden waren schnelle Heilerfolge angeblich sehr groß. Auch bei einem Versagen von Antibiotika konnte Zucker zur Heilung beitragen. In der Homöopathie ist Zucker auch aktuell ein wichtiger Bestandteil. Wird immer wieder Zucker verzehrt, kann es allerdings zu einem dauerhaft erhöhten Insulinspiegel kommen. Dieser wirkt im Körper entzündungsfördernd und kann auch die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten und einen Schaden für die Zähne beschleunigen. So erkranken immer häufiger Menschen an Diabetes. In Deutschland erkranken laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) jedes Jahr 300.000 Menschen daran. Auch Übergewicht ist ein ernstzunehmendes Problem. Erst im März hatte die britische Regierung im Kampf gegen Übergewicht eine Steuer für Unternehmen angekündigt, die zuckerhaltige Softdrinks herstellen oder importieren. Und auch die Bundesregierung will in diesem Jahr ein Konzept entwickeln, wie Zucker, Salz und Fette in Fertigprodukten reduziert werden können. 

Guter Zucker, schlechter Zucker: Die verschiedenen Arten des Süßmachers

Zucker, der in Obst enthalten ist, nennt sich Fruktose oder auch Fruchtzucker. Diese Form des Zuckers ist eine andere, gesündere Variante. Denn in Obst steht der Zucker in Verbindung mit Fasern. Diese verlangsamen die Verdauung des Zucker und regulieren so die zu schnelle Zuckerzufuhr. Fruktose schmeckt in etwa 2,5 Mal so süß wie Glukose. Letztere wird vom Körper auch viel besser verwertet. Anders ist es dagegen, wenn Fruktose als Saft oder generell in reiner Form verzehrt wird. Diese Form der Fruktose kann nämlich vom menschlichen Körper nur schwer verdaut werden und kann bei übermäßigem Genuss zu gesundheitlichen Schäden führen. Dazu zählt etwa die Fettleber.

Das Zucker-Quiz: Wie wie viel Zucker ist in unseren Lebensmitteln enthalten?

Oftmals weiß der Verbraucher gar nicht, welche Mengen an Zucker die verschiedenen Lebensmittel beinhalten. In diesem Quiz können Sie raten - wie viel Zucker die verschiedenen Nahrungsmittel enthalten. Kriegen Sie das hin? Als Richtwert: Ein Stück Würfelzucker sind ziemlich genau drei Gramm Zucker. Damit sind 100 Gramm Zucker etwa 33 Stück Würfelzucker. 

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Biancas Foodblog: Fünf Tipps für griechische Lokale in München
Biancas Foodblog: Fünf Tipps für griechische Lokale in München
Starbucks: So viel kostet der Kaffee im weltweiten Vergleich
Starbucks: So viel kostet der Kaffee im weltweiten Vergleich
McDonald's geht in die Nugget-Offensive - das soll wirklich drinstecken
McDonald's geht in die Nugget-Offensive - das soll wirklich drinstecken
Kuriose Kombination: Der Hamdog aus Australien
Kuriose Kombination: Der Hamdog aus Australien

Kommentare