Gastronomie

Es beginnt mit einem "Grüezi"

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Mit einem „Apéro-Plättli“ begrüßt Daniela Haller die Gäste in der Pop-up-Bar an der Müllerstraße – dort, wo sonst die Registratur ist.

Die Schweizer wollen den Münchnern ihre Alltagskultur näherbringen: In der „Swiss Apéro Pop-up-Bar“ können die Gäste drei Wochen lang Fleisch-Plättli und Toblerone-Mousse genießen – umgeben von Kamin und Kuhfellen.

Die Schweizer sind ein bisschen langsamer, lautet ein gängiges Klischee. „Die Schweizer lehnen sich gerne zurück“, sagt Daniela Haller. „Aber nur, um dann wieder voll durchzustarten.“ Haller ist Marketingleiterin einer neuen Pop-up-Bar, die den Münchnern ein Stück Schweizer Alltagskultur vermitteln will: den „Apéro“. Quasi den Inbegriff des Zurücklehnens.

Der Apéro ist in der Schweiz ein gesellschaftlicher Brauch, der Genuss und Geselligkeit verbindet – „eine Auszeit vom Alltag“, nennt es Haller. Man trifft sich etwa nach der Arbeit im Restaurant oder bei Freunden, verputzt zusammen eine Platte mit kleinen Snacks und trinkt dazu ein Glas Wein, oder gerne auch zwei. Einfach „zamehöckla“, gemütlich beisammensitzen.

In München hat „Proviande“, die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, der Registratur Bar an der Müllerstraße Schweizer Flair eingehaucht. Im sonst so schlichten Lokal mit den dunkelgrauen Wänden stehen für kurze Zeit Ledersessel und Tische. Als Raumtrenner dient ein Kamin, in dem ein Feuerchen lodert. Felle, Kuhglocken, Matterhorn-Bilder und Schlitten sollen dafür sorgen, dass es „stübelig“ (gemütlich) wird. Und auf dem Weg zur Toilette ertönt gar ein Alphorn.

Die Speisekarte ist übersichtlich: Es gibt das „Swiss Apéro-Plättli“ (14 Euro pro Person, ein Glas Wein inklusive) und zwei verschiedene Desserts: Toblerone-Mousse (4,50 Euro) und Meringue mit Kirsch und Greyerzer Doppelrahm (4,90 Euro).

Für Nicht-Vegetarier liest sich das „Plättli“ recht ansprechend. Auf schwarzen Schieferplatten werden luftgetrocknete Fleischspezialitäten angerichtet: „Hauchzarte Tranchen vom Bündnerfleisch, Appenzeller Mostbröckli, Walliser Trockenfleisch, Salgina Salsiz und Bündner Rohschinken“. Dazu gibt es Walnüsse, Trauben und würzigen „Sbrinz“. Der Sbrinz ist ein Hartkäse, der mindestens 22 Monate reift, erklärt Haller. „Er wird nicht geschnitten, sondern gemöckelt, das gibt dann Bröckli“, sagt sie mit charmantem Schweizer Akzent. Die größte Herausforderung ist aber, den Deutschen die Aussprache zu vermitteln: Schbriiii-enz. Na Hauptsache, es schmeckt.

Seit einer Woche hat die Bar geöffnet – und wird schon gut angenommen. „Die Leute kommen herein und stellen sich gleich auf uns ein: Das fängt damit an, dass sie ,Grüezi‘ sagen. Das finde ich sehr nett“, sagt Haller. So begrüßt sie denn auch die Gäste und führt sie zu ihren Plätzen. Dass ihre Mitarbeiter authentisch sind, ist Haller wichtig: „Ein Schweizer muss auch die Schweizer Kultur näherbringen.“ Die meisten Bedienungen in der Bar kommen dabei gar nicht aus der Gastronomie, sondern aus dem Marketing, wie Haller. Ihr Auftrag: Schweizer Lebensgefühl vermitteln. Und dafür braucht es vor allem Charme. Haller sagt: „Die Münchner sollen unsere Spezialitäten kennenlernen und unsere Kultur – und im nächsten Schritt dann selbst zu Hause aperölen.“ Aperölen. Welch wunderbares Wort.

Wer „wunderfitzig“ (neugierig) geworden ist, kann die „Apéro Swiss“-Bar noch bis 5. November aufsuchen. Dann heißt es: Adiö, liebe Schweizer, willkommen zurück Registratur Bar.

Bis 5. November ist die Swiss Apéro Pop-up-Bar in der Registratur, Müllerstraße 42, zu finden. Sie hat Montag bis Donnerstag von 18 bis 23 Uhr sowie Freitag und Samstag von 18 bis 24 Uhr geöffnet. Reservierungen (während der Öffnungszeiten) sind telefonisch möglich unter 089/ 716 77 12 72 und online unter www.swiss-apero.com/muenchen.

Von Janina Ventker

Hier schlemmen die Deutschen am liebsten

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