Biancas Foodblog

Fünf Momente, die mich in Restaurants enttäuscht haben

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Food-Bloggerin Bianca Murthy berichtet von ihren schlimmsten Gastro-Momenten.

München - Dadurch, dass ich täglich auswärts in Restaurants esse, steigt natürlich prozentual die Wahrscheinlichkeit, dass auch mal was schief geht. Für euch habe ich meine Top 5 der negativen Erlebnisse zusammengefasst.

In der Gastronomie geht auch mal was schief. Das kann passieren und sowohl Servicekräfte, Köche und Co sind alles nur Menschen. Dennoch gibt es einiges, was in einem guten Restaurant einfach nicht passieren sollte. Ich bin mir sicher, ihr habt auch schon das ein oder andere No go in Münchner Gastronomiebetrieben erlebt. Einige für euch von meinen „Negativ-Erlebnissen“ möchte ich für euch zusammen fassen und bin gespannt über eure Meinung und eure Geschichten dazu.

1. Es gibt es wirklich! - Das Haar(e) in der Suppe.

Da sitzt man nichtsahnend mit seiner asiatischen Suppe am Tisch, schlürft genüsslich vor sich hin und spürt auf einmal etwas auf der Zunge, das sich nicht schlucken lassen will. Was ist das denn? Löffel zur Seite gelegt, hinter vor gehaltener Hand im Mund herum fieseln und siehe da - ein langes schwarzes, gewelltes Haar. Schon beim erneuten Gedanken daran schüttelt es mich. Würgereiz überwunden, Kellner an den Tisch gerufen, Suppe abserviert - keine neue Suppe. Der Appetit war mir eigentlich vergangen, doch da waren noch die bestellen vietnamesischen, mit Gemüse gefüllten Rollen. Also los…der erste Bissen und schon wieder. Ein langes schwarzes Haar. Es reichte mir. Ich ließ auch das zurück gehen. Wieder nur eine mürrische Entschuldigung, kaum verständlich. Danach wurde uns die Rechnung gebracht, inkl. Suppe und Rolle. Ich fragte nach, ob das ein Fehler sei, nur mürrisch wurde beides von der Rechnung gestrichen. Ich komme auch nie wieder, bzw. geht das gar nicht mehr, denn das Restaurant hat inzwischen geschlossen.

Habt ihr auch schon haarige Erlebnisse beim Essen gehabt?

2. Die „Bestrafung“ für wenig Trinkgeld. 

Trinkgeld ist ja ein leidiges Thema und die alt bekannte 10%-Regel gilt irgendwie auch nicht wirklich. Im Grunde finde ich das gut, denn Trinkgeld ist in meinen Augen immer noch geschenktes Geld. Geld, das ich bereit bin freiwillig zu geben, weil ich mit dem Service und Essen bzw. eben mit dem gesamten Aufenthalt zufrieden war. Oft sind es gerade die eher unfreundlichen Kellner, welche dann noch eins oben drauf setzen, wenn sie wenig bis kein Trinkgeld für ihren grenzwertigen Service bekommen. So neulich beispielsweise in einem sehr bekannten bayerischen Restaurant. Ich wartete insgesamt über eine Stunde auf Getränk und Gericht, wurde unfreundlich bedient, musste mich 2 mal umsetzen und es schmeckte mittelmäßig. Da waren gerade mal knapp 3% des Rechnungsbetrages drin. Die unangebrachte „Retourkutsche“ kam direkt und mein Rückgeld wurde mir hingeschmissen, fiel dabei vom Tisch und landete auf dem Boden. Kein Mux, kein Bücken oder „auf Wiedersehen!“ - nur ein stummes Umdrehen und gehen. Ich beschwerte mich direkt beim Verlassen des Restaurants. Der Cappuccino aufs Haus war ein nett gemeinter Versuch, kommen werde ich nicht wieder. Wie seht ihr das mit dem Trinkgeld?

3. „Unsere Küche hat leider schon geschlossen!“

Mir ist bewusst, dass ein Job in der Gastronomie anstrengend ist. Sehr. Und in München wohl nochmal mehr. Druck, Überstunden und dann gegebenenfalls noch unzufriedene Gäste. Dennoch ist in meinen Augen ganz klar, dass ein Restaurant nicht über 1,5 Stunden vor Schluss seine Küche schließen sollte. Warum soll ich denn dann überhaupt noch reinkommen? So ging es mir neulich, als ich mich, eigentlich vollkommen überzeugt davon noch etwas zu essen zu bekommen, an einen Tisch setzte und mir etwas aussuchen wollte. Die Kellnerin, sichtlich empört über die „neu eingetroffene Arbeit“ schnappte mir tatsächlich während dem Lesen die Karte weg und meinte „Küche ist schon zu!“. Ich war so baff, dass ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte, fand dann aber wieder meine Stimme und fragte: „Ich dachte Sie haben bis 22:30 Uhr geöffnet - es ist neun?!“. Als Feedback gab´s nur ein unverständliches „Heute früher zu.“. Alles eine Frage des Tons, dennoch erwarte ich - auch wenn das ggf. ein wenig Mehraufwand bedeutet, in guten Restaurants wesentlich mehr Flexibilität. Ich stand auf und ging. Wieder kommen werde ich auch hier nicht mehr. Wie seht ihr das? Warme Kost aus der Küche bis Ende der Öffnungszeiten. - Zu viel verlangt?

4. „Mit Speck - ohne Speck bitte.“

Neulich hatte ich Lust auf Pasta. Es gab Pasta mit Trüffelöl, Trüffel und regulär Parmaschinken auf der Karte in einem italienischen Restaurant. Meinem Wunsch bei der Kellnerin, ob es möglich wäre den Parmaschinken wegzulassen wurde mit „Kein Problem. Der liegt nur oben auf den Nudeln auf.“ Folge geleistet. Nur ca. eine Minute nach meiner Bestellung standen vor mir die Trüffelnudeln. Ich sagte - eigentlich nur der Verwunderung wegen - sowas wie: „Wow! Das ging aber schnell.“ und griff schon nach der Gabel. Sagt die Kellnerin glatt voller Stolz: „Ja gell. Der Herr am Tisch im Eck (deutend) hatte auch die Pasta, entschied sich dann aber um und wir entfernten für Sie von seinem Teller den Speck. Darum ging´s so schnell.“ Ich schaute kurz doof und fragte, ob der besagte Herr die selbe Pasta schon am Tisch hatte und dass ich schon gern eigens für mich zubereitete, frische Pasta hätte. Der Kellnerin dämmerte es langsam, dass das nicht sonderlich gut war und fragte mich vorwurfsvoll: „Sie wollen jetzt also echt neue Nudeln?“. Mir war´s vergangen. Keine Lust auf neue Nudeln und Diskussionen und beim Verlassen des Restaurants ein Hinweis von mir, dass es ziemlich unprofessionell ist, ein Gericht vom besetzten Tisch A an den besetzten Tisch B zum Gast zu bringen. Ich war ziemlich enttäuscht, da ich den Italiener immer sehr mochte. Auch dieser ist heute geschlossen.Ist euch euch schon etwas so dreistes bei einem Restaurantbesuch passiert?

5. „Zeigen Sie mir das mal auf der Karte!“

In einer von mir sehr gern im Sommer besuchten Location hatte ich vor einer Weile einen Tisch reserviert und wartete dann voller Vorfreude auf die Speisekarten. Das Restaurant war proppenvoll. Ich bekam die Karten und entschied mich für einen Drink. Stattdessen wurde mir - dazu auch noch nach über 30 Minuten - ein vollkommen anderer serviert. Ich trank einen Schluck, während der Kellner die Essenswünsche notierte und meinte: „Das ist leider nicht das, was ich bestellt habe.“ Der Kellner wiederholte meinen Wunsch und meinte voller Überzeugung, dass das genau das wäre, was ich bestellt hätte. Ich nahm noch einen Schluck. „Beim besten Willen. Nein, das ist es nicht. Ich habe das schon sehr oft bei euch getrunken.“ Der Kellner geht weg, lässt mein Glas da, ein zweiter - anscheinend wichtigerer - Kellner kommt, schaut mich an und schnauzt mich an: „Das was sie bestellt haben, haben wir gar nicht!“ Hä? Ich schaue ihn an wie ein Auto und sage: „Äm, doch. Ich habe es gelesen und darum bestellt.“ Ein Nein-Doch-Kampf geht los, mir wird es zu bunt und ich schlage spaßeshalber vor, es ihm in der Karte zu zeigen. Da greift er glatt hinter sich und wirft mir die Karte hin: „Na dann….zeigen Sie mir das mal auf der Karte!“. Lage Rede kurzer Sinn - der 1. Kellner gab mir anscheinend die Abend- anstatt der Mittagskarte und ich bestellte etwas, was es erst einige Stunden später geben sollte - natürlich nicht mein Fehler. Ich stritt mich davor so sehr mit dem Kellner, dass ich keine Lust mehr hatte dort zu essen und des Service wegens wohl auch nicht mehr komme. Mein Getränk bezahlte ich nicht und ging. Habt ihr auch schon mal mit einem Servicemitarbeiter Krach gehabt? Eigentlich ein totales No Go.

Biancas Foodblog

Bianca bloggt für Merkur.de und tz.de über Münchens Gastronomie. Mehr zu Bianca und ihrem Blog erfährst du hier. Ihre Restaurant-Checks und Tipps gibt es auf unserer Themenseite "Biancas Foodblog"

Weitere zahlreiche Restauranttests liest du auf Biancas Website unter www.biancas-blog.de.

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Bianca Murthy

Bianca Murthy

Food-Bloggerin, Restauranttesterin, gebürtige Münchnerin – das bin ich: Bianca J. Murthy (30).

E-Mail:info@merkur.de

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