Zur Geyerwally

Biergärten in München: Idyllisch aus der Zeit gefallen

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Bayerische Spezialitäten, faire Preise: Marion Zierer, Chefin der Geyerwally, hier mit einem Apfelstrudel.

Sommerzeit ist Biergartenzeit. Und wie es so ist, zieht es einen meist in die Gärten im eigenen Umfeld oder in die großen Biergärten dieser Stadt. Der Biergarten „Zur Geyerwally“ in Gern ist ein Treffpunkt für Alteingesessene und junge Familien aus dem Viertel.

Wer an der Landshuter Allee das große, weiß-blaue Biergarten-Schild sieht, mag dem Hinweis erstmal nicht ganz glauben. Hier, an der lauten und für die hohe Feinstaubbelastung bekannten, vierspurigen Straße, kann es doch keinen gemütlichen Biergarten geben! Doch wer nur etwa hundert Meter in den Concordia-Park hineingeht, an den Schrebergärten vorbei, der findet einen etwas vergessenen, dafür umso idyllischeren Biergarten: die Geyerwally.

Ruhig und schattig sitzen unter Kastanien: Und das wenige Meter von der Landshuter Allee entfernt.

Wie im Bilderbuch sind die Tischdecken hier weiß-blau, Lichterketten hängen zwischen den Kastanien und die Fensterläden des Wirtshauses sind bunt bemalt. Schattig ist es hier und sehr, sehr ruhig. Den Verkehrslärm der Landshuter Allee hat der Besucher längst vergessen, wenn er sich hier niederlässt für ein Bier und eine gemütliche Brotzeit. Im großen Selbstbedienungsbereich ist die eigene Brotzeit erlaubt, außerdem gibt es an „Seppis Brotzeitstand“ die typischen Biergartengerichte – Schweinswürste mit Kraut, halbe Hendl, Wurstsalat und Brotzeitbrettl. Für München sind die Preise fair, da sind sich die Gäste einig. Die Portion Obazda kostet 6,70 Euro, Spareribs 9,90 Euro. Auch beim Bier, Hofbräu, sind die Preise moderat: 6,60 Euro kostet die Mass Helles, die Halbe Weißbier 3,70 Euro. Viele der Stammgäste kommen auch deswegen in die Geyerwally: Für sie ist es eine günstigere Alternative zum Taxisgarten nebenan. Unaufgeregter sei es in der Geyerwally, heimeliger.

Die eigene Brotzeit mitbringen, ist erlaubt: Für alle anderen gibt’s zum Beispiel Käseplatte und Brezn.

Das zeigt auch die Speisekarte des Restaurants, zu dem der Biergarten gehört und dessen Gerichte es im Sommer auch im bedienten Bereich des Biergartens gibt. Bodenständige bayerische Küche gibt es hier, Böfflamot, Milzwurst und saure Nieren. Die Familie Zierer, die die Geyerwally betreibt, ist eine alte Münchner Wirte- und Schaustellerfamilie. Christine Zierer betreibt das Weißbierkarussell auf der Wiesn, früher gehörte der Familie der Bürgerbräukeller in Haidhausen. Auf die Tradition ist man stolz in der Familie, deswegen bieten die Zierers in ihrem Restaurant auch alte bayerische Spezialitäten an, Wellfleisch mit Krautschupfnudeln zum Beispiel. Die besondere Leidenschaft von Marion Zierer gehört den Süßspeisen. Millirahmstrudel, Apfelstrudel, Pfirsichstrudel. Auch die Kuchen und Torten sind alle selbstgemacht.

Der etwas verstaubte, altbackene Charme der benachbarten Schrebergartenanlage überträgt sich auch auf den Biergarten. Junge Leute zählen kaum zu den Gästen, alteingesessene Gerner und Neuhauser jedoch kommen gerne her. Auch junge Familien, die hier einige Tische zusammengeschoben haben und Geburtstag feiern. Für die Kinder gibt es einen Spielplatz – zwar sind die Geräte nicht die modernsten, doch mit Wippe, Rutsche, Schaukel und Klettergerüst erfüllen sie alle Wünsche der Kleinen.

Der Spielplatz ist der Grund dafür, dass auch am Montag etwas los ist in der Geyerwally – obwohl Ruhetag ist. Es hat sich eingebürgert, dass manche Familien trotzdem kommen – und eben nicht nur die Brotzeit, sondern auch die Getränke selbst mitbringen. Einen gemütlichen Platz zum Brotzeitmachen findet man hier eben immer.

Von Judith Issig

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