Neues Restaurant in der Maxvorstadt

„Ciao Ragazzi“: Fortsetzung der Familientradition

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Stolzer Restaurantleiter: Chris Vener im „Ciao Ragazzi“. Das Bild im Hintergrund zeigt seinen Großvater, der auch schon Gastronom war. 

München - Der 19-jährige Chris Vener leitet das „Ciao Ragazzi“ in der Maxvorstadt – sein Vater betreibt eine Pizzeria gegenüber.

Im vergangenen Jahr hat Chris Vener noch fürs Abi gebüffelt, nun steht er morgens um 6 Uhr in der Küche und bereitet Pizzateig vor. Seit Oktober leitet der 19-Jährige das „Ciao Ragazzi“ in der Maxvorstadt nahe der Uni – und muss kräftig klotzen. „Gastronomie ist hart“, sagt Chris. „Aber es fühlt sich nicht wie Arbeit an, sondern macht mir wahnsinnig viel Spaß.“ Schon als Bub besuchte er nach der Schule gerne seinen Vater Teo in dessen Restaurants. „So habe ich meine Leidenschaft für Gastronomie entwickelt“, sagt Chris. Und wenn er doch noch Fragen hat – der Papa ist nie weit weg: Er betreibt gleich gegenüber die Holzofen-Pizzeria „Lo Studente“.

Teo Vener hatte auch beim Vorgängerlokal des „Ciao Ragazzi“ die Hände mit im Spiel. Bis August war an der Ecke Schelling- und Türkenstraße die schicke „Cantine Cantone“ zu finden. Vener war Teilhaber in dem Restaurant, das „modern interpretierte Hausmannskost“ anbot. Doch die Preise schreckten das junge Publikum im Viertel offenbar ab. Chris Vener sagt: „Das war ein tolles Konzept, aber nicht die richtige Lage dafür.“ Nach vielen Gesprächen fiel die Entscheidung, das Lokal umzuwandeln – und Pizza geht immer. Teo Vener übernahm das Lokal alleine und suchte einen Leiter, dem er vertraute. Chris sollte sich als der geeignete Kandidat erweisen.

Damit sich die Betriebe von Vater und Sohn nicht gegenseitig Konkurrenz machen, soll sich das neue Lokal ein wenig abheben. Im „Ciao Ragazzi gibt es nun Pizza „multicereali“. Der Mehrkornteig besteht aus Bio-Weizenmehl, angereichert mit Roggen, Gerste, Hafer, Manitoba und Reis. „Das ergibt einen traditionellen italienischen Teig, der schön aufgeht, knusprig ist und leicht verdaulich“, erzählt Chris. Bevor er seinen Job antrat, hat er in Italien einen Kurs zum Backen der speziellen Teigkugeln belegt, zusammen mit Vater Teo und Cousin Stefano.

Das Ciao Ragazzi funktioniert als Familienbetrieb: Vater, Cousin – und auch Chris’ Mutter Kerstin arbeitet mit. Sie hilft zur Mittagszeit, wenn der Ansturm groß ist. Montags bis freitags gibt es von 11 bis 16 Uhr die Tagespizza oder den Tagessalat für 6,50 Euro. Pasta sucht man vergeblich. Chris erklärt: „Wir haben die Karte bewusst klein gehalten, damit auch wirklich alles frisch ist.“ Besonders beliebt sei die Pizza Giovanni, belegt mit Mozzarella, Steinpilzen, Tomatenstücken, Parmesan und Trüffelcreme (9,90 Euro).

Stolz ist Chris Vener auf die rote Schneidemaschine von 1920, die auf der Theke thront. „Die ist von meinem Großvater aus Italien, der auch eine Pizzeria hatte.“ Großvater Stefano, den die Familie liebevoll „Nonno Ciccio“ nennt, hat auch selbst einen Ehrenplatz bekommen. Er ist auf einem Gemälde an der Wand verewigt: Nonno Ciccio sitzt vor einer Bar in der Maxvorstadt und genießt das süße Leben.

Die Pizzeria „Ciao Ragazzi“ an der Schellingstraße 27 hat täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Reservierungen unter Telefon 089/28803795.

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