Schlechte Ernten

El Niño treibt Preise für exotische Direktsäfte hoch

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Exotische Früchte: Bald Mangelware?

Ob Ananas, Mango oder Passionsfrucht - Liebhaber exotischer Direktsäfte müssen in Deutschland voraussichtlich bald höhere Preise zahlen.

Rund um den Globus haben Wetterkapriolen, die teilweise auf das Klimaphänomen El Niño zurückzuführen sind, zu schlechten Ernten geführt, die nun auch die Fruchtsaftindustrie in Deutschland zu spüren bekommt. "Hundertprozentiger Ananassaft wird sicher teurer werden", sagte Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie. "Mangosaft auch." Schon in der Blütezeit haben viele Obstplantagen weltweit entweder unter extremer Hitze und Dürre oder unter sintflutartigen Regenfällen gelitten. Brasilien und Thailand, Spanien und Kalifornien klagen über erhebliche Ernteverluste oder rechnen mit einer Verknappung des Angebots.

In Thailand, wichtigstem Ananas-Exporteur der Welt, wurde die Ernte durch starke Regenfälle minimiert: "Die thailändischen Ananas-Exporte sind die niedrigsten seit 13 Jahren", sagte Heitlinger der Nachrichtenagentur AFP. Auch in den Philippinen habe es Missernten gegeben. Der Preis für eine Tonne Ananaskonzentrat liege deshalb derzeit bei fünf Dollar je Kilo und damit zweieinhalb Mal so hoch wie Ende 2014. Mangos werden teurer, weil der Hauptexporteur Indien wegen starker Überschwemmungen die Nachfrage nicht befriedigen kann. Die Ernte der aus Asien und Südamerika kommenden Passionsfrucht fällt wegen Trockenheit niedriger aus; der Preis für das Konzentrat ist von fünf auf sieben Dollar je Kilo gestiegen.

Brasilien, weltgrößter Exporteur von Orangensaftkonzentrat, warnte im Januar vor einer niedrigeren Ernte wegen zu starker Hitze. Doch Orangensaft wird in Deutschland nicht teurer werden, wie Heitlinger sagt: Die Bestände an Orangensaftkonzentrat reichten aus. Der Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie vertritt bekannte Marken wie Valensina, Eckes Granini, Beckers Bester und Albi. Weltweit ist Orangensaft der am meisten getrunkene Saft. In Deutschland war Apfelsaft 2014 mit 7,9 Litern pro Kopf der beliebteste Fruchtsaft, dicht gefolgt vom Orangensaft mit 7,8 Litern.

Im vergangenen Jahr lagen hochwertige Direktsäfte voll im Trend - ein Grund, weshalb der Fruchtsaftkonsum laut der Marktforschungsfirma GfK erstmals seit Jahren wieder anstieg, und zwar von 32 auf 33 Liter pro Kopf. Dass auch Multivitaminsaft im Preis steigt, erwartet Heitlinger nicht. Bei zehn bis zwölf verschiedenen Fruchtsorten könnten die Mengen variiert oder günstigere Sorten genommen werden, sagte er AFP. Außerdem werde die teurere Rohware durch niedrigere Energiekosten und einen günstigen Wechselkurs kompensiert. "Doch bei den reinen Markenartiklern mit definierten Zusammensetzungen könnten Säfte leicht teurer werden."

afp

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