Mein Küchengeheimnis

Geschmack von Urlaub: Gemüse satt auf dem Teller

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„Bitte am liebsten Gemüse.“ Wenn Christoph Gaisreiter seine Frau Sabine oder Tochter Lara (6) fragt, was er kochen soll, bekommt er meist diese Antwort.

Christoph Gaisreiter (36) aus Murnau packt mit Vorliebe ganz viel Gemüse in die Pfanne. Seine Nudeln mit Mangold sind ruckzuck fertig und schmecken nach Urlaub.

In unserer Freitags-Serie verraten Menschen ihr Küchengeheimnis. Diesmal packt Christoph Gaisreiter (36) aus Murnau ganz viel Gemüse in die Pfanne. Seine Nudeln mit Mangold sind ruckzuck fertig und schmecken nach Urlaub.

Die Nudeln mit Mangold, die Gaisreiter diesmal zubereitet, sind ein ganz schnelles Rezept. „Genau das Richtige für den Feierabend.“

Wenn Christoph Gaisreiter abends von der Arbeit nach Hause kommt, entspannt er am besten am Herd. „Seine Gemüsegerichte sind legendär“, schwärmt seine Frau Sabine, die hinterher die Küche aufräumt. „Arbeitsteilung muss sein.“ Nur für das Salat-Dressing ist sie zuständig – „das kann sie eindeutig besser“. Unter der Woche muss es schnell gehen. „Da sind Rezepte wie die Nudeln mit Mangold genau das Richtige“, sagt der 36-jährige Hobbykoch. Nur zu Weihnachten liebt es der Murnauer, stundenlang in der Küche zu stehen: Da hat es Tradition, dass er für die komplette Familie plus Anhang ein Reh- oder Hirschgericht zaubert.

Für die Vorbereitung benötigt der Hobbykoch nicht mal eine halbe Stunde.

Der Automechaniker steht in seiner Wohnküche. Grün sind nicht nur die meisten Zutaten für sein Gericht, auch die Wände sind in einem satten Grün gestrichen, ebenso viele Küchen-Accessoires. Zum Kochen ist Christoph Gaisreiter als ganz junger Mann durch den Sport gekommen: Nach den klassischen Jugendsportarten Fußball und Leichtathletik entdeckte er mit 17 Jahren den Bob-Sport für sich. Naheliegend, denn Ohlstadt, wo er aufgewachsen ist, hat eine lange Bob-Tradition. Bei der Bundeswehr war der begeisterte Sportler von 2000 bis 2008 in der Sportfördergruppe. In diesen Jahren lebte Christoph Gaisreiter in einer Sportler-WG, in der sich die jungen Menschen selbst versorgen mussten. „So kam ich ganz automatisch zum Kochen.“

Das Ehepaar Gaisreiter bittet Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner (Mitte) zu Tisch. Es gibt Gemüse-Nudeln.

Viel Gemüse und wenig Fleisch stand schon damals auf dem Speiseplan. Verstärkt wurde diese Ernährungsgewohnheit noch, als er mit seiner Frau Sabine zusammenzog. Sie ist die Juniorchefin der Gärtnerei Krempl in Murnau – „da bin ich ganz automatisch an der Quelle für frisches Gemüse“, sagt der Hobbykoch. Bei der Familie wird viel Wert auf gemeinsames Essen gelegt. Mittags kommen alle zusammen. Die Großmutter bereitet das Essen zu. „Das ist eine schöne Tradition“, sind sich alle einig. Verletzungsbedingt musste Christoph Gaisreiter 2008 den Bob-Sport an den Nagel hängen. Daraufhin kehrte er in seinen Lehrberuf Automechaniker zurück. Seit 2010 betreibt er seine eigene Werkstatt in Ohlstadt.

Am liebsten sind die Gaisreiters in ihrer Freizeit in den Bergen. „Wann immer wir können. Sommer wie Winter“, sagen sie unisono. Auch Tochter Lara ist schon ein ausgesprochener Bergfex und liebt Skifahren genauso wie Klettersteige. „Wenn’s die Zeit erlaubt, sind wir draußen unterwegs“, berichten Sabine und Christoph Gaisreiter. Man sieht es bereits, sobald man die Wohnung betritt: Ausrangierte Ski dienen als Garderobenhaken.

Gerne sind die Gaisreiters auch mal in Österreich, der Schweiz oder Südtirol. Von dort bringen sie manchmal Anregungen für die Gemüseküche mit. Die Mangold-Nudeln erinnern optisch an Italien. Wer’s etwas schärfer mag, würzt die Mangold-Nudeln mit Knoblauch oder Chili. „Gut schmeckt auch, wenn man auf die Nudeln noch geröstete Pinienkerne gibt“, lautet der Tipp des Hobbykochs. Beim Gemüse sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Geht schnell: Bandnudeln mit Mangold

Zutaten: 

500 g Bandnudeln
300 g gemischte Pilze (Austernpilze, Champignons)
300 g Mangold oder Spinat
1 Zwiebel
2 EL Rapsöl
30 g getrocknete Tomaten
Salz und Pfeffer
ca. 250 ml Gemüsebrühe

Zubereitung:

  1. Die Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanleitung bissfest kochen und abgießen.
  2. Die Pilze putzen und klein schneiden. Den Mangold (Spinat) waschen, putzen und in Streifen schneiden.
  3. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Zwiebel im heißen Öl andünsten. Die Pilze und den Mangold (Spinat) dazugeben und kurz mitdünsten.
  4. Die Tomaten klein schneiden und zufügen.
  5. Würzen und mit der Gemüsebrühe aufgießen. Einmal aufkochen lassen und die Nudeln unterheben.

Tipp: Getrocknete Tomaten lassen sich einfach selbst herstellen: Dazu 500 g kleine Tomaten waschen und trocken tupfen. Halbieren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Salzen und im Ofen bei 100 ˚C ca. 10 Std. trocknen. Oder mit einem Netz abdecken und an heißen Sommertagen draußen trocknen lassen. Getrocknete Tomaten lassen sich, dicht verschlossen, 6 Monate aufbewahren.

Gemüsebrühe zum selber machen 

2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
0,5 Sellerieknolle
4 Karotten
2 Petersilienwurzeln
1 Stange Lauch
1 Fenchelknolle
3 EL Olivenöl
2 Lorbeerblätter
2 Nelken
20 schwarze Pfefferkörner
5 Stiele Thymian

Zubereitung: 

  1. Zwiebeln halbieren und dunkelbraun rösten. Aus dem Topf nehmen. Knoblauchzehen andrücken. Sellerieknolle, Karotten und Petersilienwurzeln putzen, schälen und grob würfeln. Lauch und Fenchel putzen und in grobe Stücke schneiden.
  2. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse 4 Min. dünsten. Mit 2,5 l kaltem Wasser auffüllen. Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeerblätter, Nelken, Pfefferkörner und Thymian zugeben. Brühe aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze 1 Std. leicht köcheln lassen.
  3. Zum Schluss Brühe durch ein Mulltuch oder ein sehr feines Sieb passieren. Mit Salz abschmecken. Hält im Kühlschrank mehrere Tage.

Mein Küchengeheimnis

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Von Stephanie Ebner

Fast ohne Erde - Gärtnern auf Strohballen

Stephanie Ebner

Stephanie Ebner

E-Mail:Stephanie.Ebner@merkur.de

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