Food-Lexikon

Chianti, Gnocchi & Co.: So sprechen Sie Essen richtig aus

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Gnocci sind sind auch selbst kinderleicht herzustellen. Es braucht nur Mehl, gestampfte Kartoffeln und Ei.

"Deutsche Sprache schwere Sprache" – doch auch viele Deutsche tun sich bei der Aussprache fremder Wörter manchmal etwas schwer. Nicht selten passiert das bei ihren Lieblingsgerichten. Damit ist jetzt Schluss! So sprechen Sie Gnocchi, Bruschetta und Chorizo richtig aus.

Es fällt nicht immer leicht, fremdsprachige Begriffe richtig auszusprechen. Auch bei Gerichten ist das manchmal der Fall. Damit es beim nächsten Restaurantbesuch keinen peinlichen Versprecher mehr gibt, gibt es nun hier sieben Beispiele für Speisen und deren korrekte Sprechweise.

"Gnotschi" - no, mamma mia! Die goldgelben Nocken aus gestampften Kartoffeln und Mehl werden eigentlich „njokki“ ausgesprochen. Hintergrund: Die C-Laute werden im Italienischen folgendermaßen ausgesprochen – c vor e oder i wird zu tsch; ch zu k, ansonsten wird c wie ein k ausgesprochen. Doppelte c’s wie in "Cappuccino" werden allerdings wie ein zusammenhängender Buchstabe gesprochen, nur ein bisschen schärfer. 

Dieselbe Regel gilt auch für "Stracciatella". Ein doppeltes cc wird zu einem einzigen Buchstaben – und als tsch ausgesprochen. Das St am Anfang des Wortes hingegen nicht. Statt "Schtratschatella" oder "Schtraziatella" heißt der Laut hier also richtig: "Stratschatella".

Die Italiener gönnen sich außerdem gerne vor dem Hauptgang eine kleine Vorspeise: die "Bruschetta". Sie besteht meist aus getoastetem Weißbrot, traditionell belegt mit gehackten Tomaten und Basilikum und beträufelt mit Knoblauchöl. Auch hierzulande kann man den pizzabrot-artigen Antipasto in italienischen Restaurants bestellen. Doch bitte sprechen Sie das sch in Bruschetta nicht. Wie oben bereits erwähnt, wird ch zu k. Richtig heißt es also: Brusketta.

Auch Nudelgerichte stehen bei den Deutschen hoch im Kurs: Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums gaben 35 Prozent der befragten Bürger an, dass Pasta ihr Leibgericht sei. Nur Schnitzel & Co. konnten laut des „Ernährungsreport 2016“ dieses Ergebnis mit 83 Prozent toppen. Neben den beliebten Spaghetti gibt es noch viele weitere Nudelsorten wie Cannelloni (sind röhrenförmig) und Farfalle (sehen aus wie Schmetterlinge) oder aber auch die Tagliatelle. Die fünf bis zehn Millimeter breiten Bandnudeln werden oft mit deftigen Fleischsaucen serviert. Doch wer einen dampfenden Teller dieser Pasta bestellt, der sollte darauf aufpassen, den Buchstaben g nicht in Tagliatelle zu betonen. Stattdessen wird der Buchstabe verschluckt und auf das a folgt sogleich das l. Doch hier ist wiederum Vorsicht geboten: Das i darauf wird wieder weggelassen und stattdessen durch ein j ersetzt. Und so wird aus "Tagliatelle" ein "taljatelle".

Mmmh, lecker! Gegrillte Wassermelone mit Serrano-Schinken.

Doch auch bei den alkoholischen Getränken stolpert man schnell über das ein oder andere Wort. So auch beim Chianti, einem Rotwein aus der Toskana. Nach den oben genannten Regeln sollte die Aussprache kein Problem mehr sein, schließlich haben wir gelernt: ch wird zu k. Und aus dem chianti wird der kianti. Ganz einfach, oder?

Tapas hingegen sind kleine spanische Appetithäppchen, die in ihrer Heimat oftmals in Bars oder sogenannten Bodegas im Stehen zwischendurch verzehrt werden. Kleine Schalen werden mit in Öl eingelegten Gambas (=Garnelen), mediterranes Gemüse wie Auberginen oder Oliven sowie diverse Wurstwaren gefüllt. Darunter auch die Chorizo, einer scharfen, mit Paprika und Knoblauch gewürzten Wurst vom Schwein. Die Paprika trägt angeblich auch zur roten Farbe der Wurst und zum typischen Geschmack bei. Die korrekte Aussprache ist allerdings hier anders als im Italienischen. Im Spanischen wird ch nämlich wie ein tsch ausgesprochen. Eine weitere Hürde: Das z. Der Buchstabe wird nämlich zu einem englisch th. Dabei schlägt die Zunge an die Vorderzähne. Heraus kommt: "tschoritho".

Doch auch französische Speisen stellen uns Deutsche manchmal vor ein Laut-Rätsel. Das verdeutlichte Schauspieler Til Schweiger bereits in seinem Film „Kokowääh“ (2011). Darin will er seiner angeblichen Tochter das französische Hühnchengericht „Coq au vin“ zubereiten. Die es dann gemäß des Filmtitels ausspricht. Und dabei liegt sie gar nicht mal so verkehrt: Denn das Gericht wird tatsächlich in einem Wort gesagt. Aus dem c und q wird ein k, aus au wird ein gestöhntes „oh“ und aus dem vin wird ein gehauchtes „wah“ – „kokohwah“.

Worcestersauce passt hervorragend zu Fleischgerichten.

Zum Schluss sind noch die Engländer dran. Deren würzige Sauce, die Worcestersauce, gibt es bereits seit 1937 und gilt als Klassiker der englischen Küche. Sie wird häufig über Fleischgerichte geträufelt und besteht im Originalrezept aus Essig, Melasse, Zucker, Salz, Sardellen, Tamarinden-Extrakt, Zwiebeln, Knoblauch, verschiedenen Gewürzen sowie natürlichen Aromen und reift über mehrere Jahre in geschlossenen Behältern.

Die Sauce stammt aus der englischen Grafschaft Worcestershire und verdankt ihr ihren Namen, der markenrechtlich geschützt ist. Doch dieser wird „Wuhster“ und nicht „Wörtschester“ ausgesprochen. Wieso? Hier die Antwort: Solch große Unterschiede zwischen Schreibung und Aussprache kennt das Englische deshalb, weil es eine „historische“ Rechtschreibung hat. Während die Aussprache sich im Laufe der Zeit veränderte, ist die Schreibung gleich geblieben. Man schreibt also – vereinfacht ausgedrückt – (fast) gleich wie schon vor einigen hundert Jahren.

Da kann man wohl nur hoffen, dass es in Zukunft eine Rechtschreibreform im britischen Königreich gibt, damit wenigstens diese Sprachbarriere bald überwunden ist.

Von Jasmin Pospiech

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