Knatsch mit ehemaligem Franchise-Nehmer

"Hans im Glück" feiert Triumph - Gegner sieht's etwas anders

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Eine "Hans im Glück"-Filiale in München.

München - "Hans im Glück" und ein ehemaliger Franchise-Nehmer gingen im Unfrieden auseinander. Jetzt feiert die Burgerkette einen Triumph vor Gericht. Die Gegenseite sieht's etwas anders.

Nach Angaben der Münchner "Hans im Glück Franchise GmbH" hat das Landgericht München I am Freitag in seinem Urteil den Plagiatsvorwurf der Burgerkette gegen die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH bestätigt.

Die beiden Parteien hatten lange zusammengearbeitet: Paniceus betrieb als Franchise-Nehmer zwölf Filialen unter dem "Hans im Glück"-Logo, überwiegend im Norden Deutschlands. Anfang des Jahres kam es zum Knatsch: Die Zusammenarbeit wurde beendet, und Paniceus führt seit 1. April die Filialen unter neuem Namen weiter: "Peter Pane".

Doch wie es bei einer Trennung so ist, kommt es immer mal wieder zu Nachwehen: Es ging ab vor Gericht. Plagiatsvorwurf! Was dabei herauskam, feiert die "Hans im Glück"-Zentrale als großen Sieg. Sie sieht "wesentliche und originäre Bestandteile des Raum- und Gestaltungskonzeptes in sämtlichen Peter-Pane-Restaurants" übernommen. Und bekam nach eigenen Angaben recht: "Die-Peter-Pane-Restaurants müssen in den charakteristischen Merkmalen des Hans-im-Glück-Gestaltungs- und Raumkonzeptes so verändert werden, dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist", erklärt die PR-Agentur der Burgerkette.

"Hans im Glück"-Chef Thomas Hirschberger freut sich über die Entscheidung: "Das Urteil ist ein voller Erfolg für uns. Das Gericht hat die Einzigartigkeit unseres Gestaltungs- und Raumkonzeptes bestätigt. Dies ist ein deutliches Signal, das uns vor weiteren Nachahmern schützt und unser einzigartiges Konzept stärkt."

"Peter Pane"-Betreiber Paniceus sieht's etwas anders

Die Gegenseite Paniceus interpretiert die Sache wenig überraschend etwas anders. Wenige Stunden nach der Pressemitteilung von "Hans im Glück" ließ sie am Freitagnachmittag eine eigene Botschaft folgen mit der Überschrift "Gericht bestätigt: Konzept von Peter Pane kann fortgeführt werden - Neue Burgerkette im Norden weiter auf Expansionskurs".

Was die "Peter Pane"-Restaurants angeht, stellt Paniceus klar: "Das Gericht hat über ein Aussehen unserer Restaurants entschieden, das zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung schon nicht mehr aktuell war. Der Umbau war noch nicht abgeschlossen, sodass das Urteil ins Leere läuft." Die "Peter Pane"-Kette betont, dass der Betrieb der Restaurants weitergehe und eine Schließung auch nicht verlangt worden sei. Zudem heißt es: "Weitere Anträge des Klägers wurden abgelehnt. So wurde keine Ähnlichkeit bei zahlreichen Ausstattungsdetails wie etwa Tischsets, Speisekarten und Menagen festgestellt." Zudem seien bei den Umbauten für rund vier Millionen Euro etwa die Birken entfernt worden und Speisekarte, Menage, Außenauftritt, Tischplatten, Boden, Wanddeko und Sitzbänke erneuert worden.

Beide Burgerketten setzen auf Expansion

Wer jetzt nicht mehr durchblickt, wer denn nun recht hat, dem sei zusammengefasst: Es ist wie bei einem Rosenkrieg unter Paaren. Am Ende und danach wird sogar über die offene Zahnpastatube gestritten.

Es ist nicht das erste Mal, dass für "Hans im Glück" ein Gerichtstermin ansteht: Die Raumkonzept-Architektin Stefanie Rack hatte geklagt. Anfang Februar kam es zur Einigung, sie kassierte 120.000 Euro.

"Hans im Glück" eröffnet kommende Woche eine weitere Filiale in München und ist weiter voll auf Expansionskurs. Gleiches gilt für "Peter Pane". Unter diesem Namen will der Konkurrent von "Hans im Glück" noch dieses Jahr fünf neue Filialen eröffnen, bis 2019 sollen es im ganzen Norden 30 sein.

Bei manchen Kunden der Konkurrenz McDonald's sorgt derweil für Aufsehen, dass ein angeblicher Mitarbeiter von einem bestimmten Burger abgeraten haben soll.

lin

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