tz-Gastro-Kritik

Hier schmeckt's uns: Alter Simpl

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München -  Nein, in den Alten Simpl geht man nicht, um Gourmet-Essen zu genießen. Hierher kommen die Gäste, um gemütlich einen zu trinken – und Kneipen-Geschichte aufzusaugen.

Der Alte Simpl mit der berühmten roten Bulldogge der Satirezeitschrift Simplicissimus als Wahrzeichen ist die wohl legendärste Künstlerkneipe Schwabings. Große Namen wie Oskar Maria Graf, Franz Marc oder Joachim Ringelnatz waren hier Stammkunden – und Fotos dieser Münchner Kunst-Größen zieren auch heute noch das Lokal. Heute ist der Simpl eine Kneipe für eifrige Jura- oder Germanistik-Studenten. Aber dank der funzligen Lichter und der dunklen Holzvertäfelung ist der alte Charme noch lebendig. Die Speisekarte ist auf den Studentenhunger eingestellt – mit Burgern zum Beispiel, die es zu Zeiten der legendären Kneipengründerin Kathi Kobus sicher noch nicht gab. Wir probierten den Fisch-Burger (9,90 Euro), aber auch Klassisches wie Ente mit Blaukraut und Knödel (12,80 Euro) machen satt und schmecken. Wahnsinnig nette Kellner, die die langen, dicht besetzten Tische geduldig mit Nachschub versorgen: Die Bohème ist tot – aber der Simpl lebt! ★ KR

Alter Simpl

Türkenstr. 57

Tel.: 089/27 23 083

Mo. – Fr. 10 – 1 Uhr,

Sa. 10 – 16 Uhr

Klaus Rimpel

Klaus Rimpel

E-Mail:Klaus.Rimpel@tz.de

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