Intuitiv essen

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl: Abnehmen ohne Diät

Essen, was einem schmeckt - und dabei noch abnehmen? Das funktioniert mit dem neuen-alten Ernährungskonzept "Intuitiv abnehmen".

Diäten waren gestern – Intuitiv essen ist jetzt (wieder) angesagt. Warum ein natürliches Essverhalten schon immer die beste Abnehm-Methode war, erfahren Sie bei uns.

Kohlsuppendiät, Low Carb oder Kalorien zählen: Es gibt so viele Crash-Diäten auf dem Markt wie Sand am Meer. Die Diät-Industrie lässt sich fast jährlich einen neuen Ernährungs-Trend einfallen, um abnehmwillige Frauen und Männer dazu zu bewegen, ihre Fitnessbücher, Diät-Pillen und Shakes zu kaufen. Schließlich suggeriert die Mode-und Beautybranche schon seit langem: Nur wer dünn ist, ist auch schön. Doch über all dem Diätwahn vergessen viele, dass die beste Abnehm-Methode immer noch ist, auf den eigenen Bauch zu hören.

Intuitiv essen statt Diät

Intuitiv essen heißt das neue Ernährungs-Credo. Wer also besser auf die Bedürfnisse des Körpers hört, der lernt, schnell und stressfrei die überflüssigen Pfunde zu verlieren – und das ohne Reue, aber dafür mit viel Genuss. Im Buch "Intuitiv Abnehmen" von Eyse Resch und Evelyn Tribole, das 2013 in Deutschland erschienen ist, geht es genau darum.

"Der deutsche Titel ist allerdings verkehrt", meint Foodbloggerin Melanie Schaible. "Denn im Englischen heißt es 'Intuitive eating', also 'intuitiv essen'. Um abnehmen geht es dabei gar nicht – sondern darum, wieder so zu essen, dass es dem Körper guttut." Dazu müsse man dem eigenen Körper wieder mehr Vertrauen schenken und auf das ureigene Sättigungsgefühl hören.

Ernährung nach Hungergefühl - und Gusto

Das wiederum bedeutet: Nur dann zu essen, wenn man wirklich Hunger hat und auch nur so viel, dass man sich gut genährt fühlt. Denn der Körper wisse genau, welche Nahrung er wann benötige. Für viele Diätgeplagte hört sich das einerseits wie ein Freifahrtschein an, aber andererseits auch wie ein Stück Kontrollverlust. Was ist, wenn ich nicht weiß, wann ich satt bin? Was mache ich, wenn ich mich doch mal überessen habe? Habe ich gerade wirklich Hunger?

"Der körperlich-biologische Hunger sagt dem Menschen, wann er wieder Nährstoffe braucht. Dann gibt es aber auch noch nicht-echten Hunger, also das, was man heutzutage 'emotional eating' nennt. Also wenn man aus Gewohnheit, Langeweile, Frust, Stress oder Einsamkeit isst", erklärt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop aus Eschborn. In seinen Büchern "Ernährungswahn" und "Hunger und Lust" setzt er sich intensiv mit diesen Themen auseinander.

Auf den Körper hören

Laut Foodbloggerin Melanie sei die Umstellung allerdings das Schwierigste gewesen. Doch Knop hat dafür eine Lösung: "Wer das Gefühl nicht mehr kennt, sollte seinen Hunger ausreizen", rät er. "Also beispielsweise morgens in sich hören: Spüre ich wirklich Hunger oder frühstücke ich aus Routine oder weil ich denke, es sei so gesund? Wenn kein Hunger fühlbar ist, dann warten Sie, bis Sie ihn spüren. Machen Sie das ein paar Mal, dann kennen Sie ihren echten Hunger."

Mit der Zeit lerne man so seinen Körper immer besser kennen und wisse intuitiv, was der Körper gerade braucht – und so richtig essen. Doch "richtig" seien nicht nur "gute" Lebensmittel wie Gemüse, Obst oder Fisch, die als gesund gelten, sondern alle Lebensmittel, die einem schmecken. Das heißt: Auch die Schokolade zum Mittagessen oder das Eis im Sommer sind erlaubt.

Kein Diätplan zum Abnehmen – Gesundheit hat Vorrang

Die beiden Autorinnen von "Intuitive Eating" fordern dazu auf, ohne schlechtes Gewissen zu essen und sich nichts zu verbieten. Denn wenn man weiß, dass man alles essen darf, dann gibt es keine Frust-Fressanfälle und damit auch keinen Jo-Jo-Effekt mehr, wenn die Kilos mal nicht so purzeln wollen.

Doch nicht vergessen: Abnehmen ist nicht das primäre Ziel der intuitiven Ernährung, sondern nur eine angenehme Nebenerscheinung. Viel wichtiger ist es, sich in seiner eigenen Haut wieder wohlzufühlen und sich schließlich so zu akzeptieren, wie man is(s)t.

Literaturverweise:

Das Buch "Intuitiv Abnehmen" von Elyse Resch und Evelyn Tribole ist im Goldmann Verlag als Taschenbuch erschienen und kostet 9,99 Euro.

Uwe Knops Bücher "Ernährungswahn" (2016) und "Hunger und Lust" (2012) sind als Taschenbücher im Rowohlt Verlag und bei Books on Demand erschienen und kosten 9,99 Euro und 19,20 Euro.

Von Jasmin Pospiech

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