Deutsches Museum

Isar-Restaurant im Kongresssaal

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Noch sieht es hier eher unwirtlich aus: Bis zum Sommer wird im Kongresssaal vor dem Deutschen Museum wohl ein Restaurant eröffnen.

Im Kopfbau des Deutschen Museums soll ein Restaurant mit Freischankfläche zur Isar hin eröffnen. Gerüchte, dass eine Partyzone geplant sei, dementiert das Museum. Die gastronomische Nutzung ist nur für den Übergang: Langfristig soll der Kongresssaal zu einem „Forum der Zukunft“ werden.

Das Deutsche Museum ist eines der bekanntesten technischen Museen der Welt. Wohl bei fast jedem Touristen, der in München weilt, dürfte ein Besuch auf dem Reisezettel stehen. Doch der exponiert an der Ludwigsbrücke gelegene Kopfbau des Museums dümpelt seit Jahren vor sich hin. Seit 2010 steht er leer. Für viele Bürger ein Ärgernis.

Zum Beispiel für den CSU-Stadtrat Richard Quaas. „Es ist und war eine Schande, so ein wichtiges und dominantes Gebäude einfach ungenutzt in der Mitte der Stadt vor sich hin gammeln zu lassen“, schreibt der Kommunalpolitiker in einer Anfrage an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Quaas wünscht sich, dass der Saal wieder mit Leben gefüllt wird. „Die Münchner Philharmoniker und andere Nutzer des Gasteigs könnten während der dortigen Umbauphase eine veritable Ausweichspielstätte bekommen“, schlägt Quaas vor. Nach seinen Informationen gibt es nun aber Pläne, aus dem Kongresssaal einen „Partyschuppen“ zu machen. Das wäre eine „relativ sinnentleerte Zwischennutzung“, findet der CSU-Politiker. „Es ist ein Jammer, was mit einem quasi öffentlichen Gebäude in München passiert.“

„Von einer Partyzone kann keine Rede sein“, dementiert Museumssprecher Gerrit Faust auf Anfrage unserer Zeitung. Geplant sei vielmehr übergangsweise ein Restaurant mit einer schönen Freifläche an der Isar, „wo man abends ein Bier trinken kann“. Man wolle das Gebäude wieder für alle Münchner zugänglich machen. „Das Areal neu zu beleben, ist auch in unserem Interesse“, sagt Faust. Sicher werde es Veranstaltungen geben. „Aber in kleinerem Rahmen“, versichert er. Faust zufolge befindet sich das Deutsche Museum in vielversprechenden Verhandlungen mit einem potenziellen Betreiber aus der Gastronomie. Womöglich wird das Lokal noch in diesem Sommer eröffnet.

Langfristig möchte das Deutsche Museum die Halle zu einem „Forum der Zukunft“ ausbauen, in dem wissenschaftliche Kongresse und Vorträge stattfinden werden. Dafür fehlen derzeit aber noch die finanziellen Mittel. Man wolle diesen Plan in einem breiten Konsens mit der Stadtgesellschaft realisieren, so Faust. Das Ausstellungsgebäude des Deutschen Museums wird derzeit umfassend saniert. 2020 soll der erste Bauabschnitt fertig sein, bis 2025 der Rest. 31 der mehr als 50 Ausstellungen werden neu gestaltet, die übrigen aktualisiert. 445 Millionen Euro soll das alles kosten: Je 180 Millionen Euro kommen von Bund und Freistaat, das Museum selbst hat 45 Millionen Euro an Spenden eingeworben, weitere 40 Millionen Euro steuert es aus seinem eigenen Haushalt bei.

Auch der Eingangsbereich wird im Zuge der Sanierung vergrößert. Zum Schutz vor Hochwasser wird die Uferpromenade saniert. Bis zu zwölf Meter tief reichen die Dichtwände, die hinter der Ufermauer eingezogen wurden – das Museum steht gleichsam in einer trockenen Wanne. Die meisten Bäume am Ufer mussten dafür gefällt werden. Der im Jahre 1935 fertiggestellte Kopfbau des Deutschen Museums an der Ludwigsbrücke wurde von 1954 bis 1990 schon einmal für Kongresse und Tagungen genutzt. Auch Konzerte von bekannten Musikgrößen fanden einst dort statt. 1992 wurde das Gebäude als „Forum der Technik“ neu eröffnet, ehe das IMAX-Kino einzog. Vor mehr als zehn Jahren ging das Kino insolvent – es musste den Betrieb am 23. Februar 2005 einstellen. Danach wurden bis zum Jahr 2010 noch drei kleinere Kinosäle weiterbetrieben. Seit Ende Juni 2010 ist der Kongresssaal, den das Deutsche Museum ein Jahr zuvor zurückgekauft hat, mittlerweile ungenutzt. Ganz freiwillig sei dies aber auch nicht passiert, sagt Gerrit Faust. „Die Konzertsaal-Debatte hat uns ausgebremst.“ Der Kopfbau wurde lange Zeit auch als möglicher Standort für den neuen Konzertsaal ins Spiel gebracht. Dieser soll nun im Werksviertel nahe dem Ostbahnhof gebaut werden.

Von Klaus Vick

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