Insekten als Nahrungsmittel

Käferlarven im Brötchen: So schmeckt der Insekten-Burger

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Max Krämer (l.), Baris Özel und ihr Insekten-Burger: Das Burgerfleisch besteht zu rund fünfzig Prozent aus Buffalo-Würmern.

Ein Burger aus gemahlenem Buffalowurm. Also aus Käferlarven. Bislang gibt es diese Kreation eines Osnabrücker Start-ups nur in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Ein Burger wie jeder andere?

Brüssel - Insekten zu essen ist für Milliarden Menschen auf der Welt ganz normal. In Europa ekeln sich viele davor. Dabei sehen Wissenschaftler in Insekten als Nahrungsmittel viele Vorteile - sie sind reich an Proteinen und gesunden Fetten, und ihre Zucht ist deutlich klimafreundlicher als die der meisten anderen Tiere. Die Jungunternehmer Max Krämer und Baris Özel finden jedenfalls: „Insekten schmecken einfach gut.“ Die beiden verdienen allerdings auch an ihnen. Alles eine Frage der richtigen Larve, meinen die Osnabrücker. Sie haben einen Burger entwickelt, der gemahlene Buffalowürmer - die Larven des Getreideschimmelkäfers - enthält. Bislang gibt es den „Bux Burger“ nur in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Eine Annäherung in sechs Schritten.

Hier gibt es ihn

In einem unscheinbaren Steakhouse in Brüssels Szeneviertel Ixelles. Hier stehen auch Zebra, Känguru und Rentier auf der Speisekarte. „Der exotische Bux Burger passt da perfekt dazu“, sagt Restaurantinhaberin Edit Kiss. Ein- bis zweimal am Tag werde er geordert. „Es gibt schon Stammkunden“, beteuert Max Krämer. 16,50 Euro müssen Mutige dafür auf den Tisch legen - die meisten anderen Burger und Steaks in dem Restaurant sind aber auch nicht billiger.

So entsteht er

Im Ofen. Der Bratling besteht zur Hälfte aus gemahlenen Larven, also sogenannten Buffalowürmern. Der Rest sind pflanzliche Bestandteile. „Wir haben viel experimentiert“, erzählt Kiss. Seit der Bratling mit ein paar Stückchen Butter in die Röhre kommt, sei er nicht mehr so trocken. Die Larven liefern zwei Züchter aus Belgien und den Niederlanden.

So sieht er aus

Wie ein ganz normaler Burger. Zwei Brötchenhälften, Salat, Tomate, Gurke, Käse, Barbecue-Sauce - und eben der Buffalowurm-Bratling. Wer nicht weiß, dass er Insekten auf dem Teller hat, entdeckt nichts Auffälliges. „Das nimmt viel vom Ekel-Effekt“, sagt Özel. Der Geruch erinnert ein wenig an geröstete Sonnenblumenkerne. Gerade der Ekel aber spricht in Deutschland derzeit für viele Menschen gegen Insekten auf dem Teller. Darin sehen 83 Prozent einen Grund, lieber keine Insekten zu essen, wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Für jeden Zehnten ist der Geschmack ein Gegenargument, sieben Prozent halten die Tiere für ungesund und für fast ebenso viele ist es grundsätzlich nicht in Ordnung, Tiere zu essen. Die meisten Menschen in Deutschland halten also von Insekten als Nahrungsmittel noch nichts. Fast zwei Drittel würden Insekten generell nicht in ihren Speiseplan aufnehmen. Dagegen muss der Insekten-Burger erst einmal ankommen.

So schmeckt er

Besser als erwartet. Auch der Geschmack erinnert an Sonnenblumenkerne - oder Erdnüsse. Die rauchige Barbecue-Sauce ist beherrschend, aber der Eigengeschmack der Wurm-Frikadelle bleibt klar erkennbar. Ein Jahr lang tüftelten Krämer und Özel am Rezept . Auch wenn die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Insekten als gesund und nahrhaft bezeichnet, ist Özel klar: „Wenn der Geschmack nicht überzeugt, funktioniert's nicht.“

So fühlt es sich an

Es gibt Schöneres als die Vorstellung, in einen Insektenburger zu beißen. Beim ersten Biss hilft nur Augen zu und durch. Doch schnell wird klar: Sieht aus wie ein Burger - und schmeckt auch fast wie einer. Ein bisschen anders, aber nicht schleimig, schmierig oder eklig. Nach dem dritten Biss ist jede Zurückhaltung abgelegt.

Und danach?

Gedanken, was man da gerade im Magen liegen hat, schiebt mancher wohl lieber beiseite. Die Bandbreite reicht von „Wie konnte ich nur“ zu „War eigentlich ganz lecker“. Das Verlangen, den Käfer-Burger sofort wieder aus dem Körper zu befördern, bleibt nach diesem Test jedenfalls aus. Das Bedürfnis, ihn jeden Tag zu bestellen, stellt sich allerdings auch nicht ein.

dpa

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