Mit Rezept

Kefir: Das Getränk der Hundertjährigen

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Kefir regt die Verdauung an, enthält Calcium und Vitamine. Er lässt sich zudem in wenigen Schritten selbst herstellen.

In einigen Regionen der Erde leben Menschen außergewöhnlich lange. So schwört man im Kaukasus und in Tibet auf den täglichen Kefir-Genuß. Er wird auch als das Getränk der Hundertjährigen bezeichnet.

Kefir besteht aus der Milch von Kuh, Ziege oder Schaf, die mit einem speziellen Pilz angesetzt wird. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu der erwünschten milchsauren Gärung. Je länger die Gärdauer, desto säuerlicher schmeckt das Getränk. Es bildet sich ein Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Prozent. Kefir enthält Mikroorganismen, die die Darmflora stabilisieren und die Verdauung anregen können. Der hohe Calciumgehalt stärkt Knochen und Zähne, die beachtliche Anzahl von Vitaminen nutzt dem Immunsystem. Auch wenn das Getränk für uns hierzulande vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist, es lohnt sich. Und es lässt sich in wenigen Schritten sogar selbst herstellen.

Hier ein bewährtes Rezept einer Leserin aus Kranzberg in Oberbayern: Der Kefirpilz lässt sich im Reformhaus oder übers Internet beziehen. Es ist eine einmalige Anschaffung, weil der Pilz bei guter Pflege munter wächst und zu einer Trinkpause auch eingefroren werden kann. Aber Achtung: Der Pilz mag kein Metall.

Man muss den Kefirpilz in ein Glasgefäß geben und abgekochte, lauwarme Rohmilch oder lauwarme pasteurisierte Biomilch dazu gießen und zudecken. Zimmerwarm und lichtgeschützt 48 Stunden ruhen lassen. Mit einem Kunststoff- oder Holzlöffel umrühren und durch ein Kunststoffsieb abseihen. Den fertigen Kefir füllt man in eine Glasflasche mit breiterem Hals (wegen der Reinigung) und stellt ihn bis zum Genuss in den Kühlschrank. Zur Weiterverwendung empfiehlt es sich, den Kefirpilz entweder erneut mit warmer Milch anzusetzen oder den Pilz mit etwas lauwarmer Milch zu bedecken und im Schraubglas maximal acht Tage im Kühlschrank aufzubewahren. Für ein neues Kefirgetränk muss man den Pilz mit frischer, warmer Milch ansetzen.

Für eine längere Pause: Den Pilz unter lauwarmen Wasser in einem Sieb abspülen und ein paar Tage in gezuckertem Wasser liegen lassen. Der Pilz kann danach auf ein Küchenkrepp gelegt und mit einem sauberen Tuch abgedeckt werden. Der Aufbewahrungsort muss luftig und staubfrei sein. Nach einigen Trockentagen kommt der Kefirpilz in ein Schraubglas und ruht im Kühlschrank. Ein Pilz ohne Flüssigkeit kann auch eingefroren werden. Wenn die Herstellung des Getränks danach nicht sofort klappt, sollte man den ersten Ansatz wegschütten und erneut ansetzen.

Den Kefirpilz sollte man nur etwa nach jeweils fünf Durchgänge mit lauwarmen Wasser abspülen und anschließend erneut verwenden. Für den Ansatz rechnet man ungefähr einen Teil Pilz und 20 Teile Milch. Wenn sich der Pilz stark vergrößert, lässt er sich teilen und verschenken oder einfrieren. Zum Verfeinern kann man Kefir mit frischen Früchten mixen oder mit etwas Himbeer- oder Hollersirup mischen – schütteln und gut gekühlt trinken.

Im immer wieder hochgepriesenen Wasserkefir können dagegen je nach Rezeptur bis zu 150 Gramm Zucker pro Liter stecken. Nach Stunden entwickelt er bereits beachtliche Mengen Alkohol. So wurden in einem angesetzten Getränk erstaunliche 4,0 bis 5,6 Gramm Alkohol gemessen. Auch wenn Wasserkefir zu einer geschmacklichen Abwechslung bei der Getränkeauswahl beiträgt, kann er aufgrund des möglichen hohen Zucker- und Alkoholgehaltes nicht empfohlen werden.

FBA – Cocktail

Zutaten: eine Fenchelknolle, eine Banane, ein Apfel, 500 Milliliter kalter Milchkefir

Zubereitung: Fenchelknolle und Obst putzen und klein schneiden. Zusammen mit dem Kefir mixen – servieren.

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