Mein Küchengeheimnis

Löffelglück für kalte Wintertage

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In unserer Freitags-Serie verraten Leser ihr Küchengeheimnis. Heute tischt Michaela Baur (45) – passend zu den frostigen Temperaturen – eine heiße Wintersuppe auf. Sie sagt: „Jeder Teller eine Portion Glück.“

Manchmal findet man über Umwege zum Glück. So wie Michaela Baur. Erst im Ausland entdeckte sie ihre berufliche Leidenschaft. Nach einem Aufenthalt als Au Pair war der heute 45-Jährigen klar: „Ich wollte was mit Essen machen.“ Ein Wunsch, der ihr geglückt ist: Heute bietet sie Genusserlebnisse an, organisiert Teamkochen, macht kulinarische Stadtführungen durch München. Außerdem betreibt sie ein Bio-Catering und schreibt Kochbücher. Essen und Trinken ist ihr Leben, beruflich wie privat. „Ich habe mir meinen Lebenstraum erfüllt.“

Nach der Au Pair-Zeit wieder zurück in München, studierte die gebürtige Augsburgerin Ökotrophologie in Weihenstephan. Bis dahin hatte Essen in ihrem Leben nicht wirklich eine bedeutende Rolle gespielt: „Ich bin ein Kind der 1970er Jahre.“ Die ersten Fertiggerichte kamen gerade auf den Markt – „man galt als modern, wenn man Miracoli und Ravioli in der Dose auftischte. Das war bei uns zuhause auch nicht anders.“ In England hatte Michaela Baur in einer Familie gelebt, der das Essen schon damals wichtig war. „Die Mutter dort liebte es darüber zu dozieren“, erinnert sich Michaela Baur. Doch die junge Frau merkte bald, dass „die Engländerin nicht wirklich Ahnung von den Dingen hatte“. Michaela wollte die Wahrheit über Nahrungsmittel und Zubereitungsarten erfahren. Der Wunsch, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen war geboren.

„Ökotrophologie ist ein interessantes Studium“, sagt die leidenschaftliche Köchin heute, wobei sie alsbald wusste was sie nicht werden wollte: Ernährungsberaterin. Das Studium der Ökotrophologie schien direkt darauf hinzuführen. Doch das konnte sich Michaela Baur nicht für sich vorstellen. Dazu kocht und isst sie einfach zu gerne. Während ihres Studiums sei sie die einzige gewesen, die regelmäßig kochte. In einer winzigen Studentenbude auf zwei Kochplatten. „Ich hatte ständig Gäste.“ Mittlerweile ist sie eine professionelle Gastgeberin. Eine Gastgeberin mit Leidenschaft: Zum Suppenessen an diesem Wintertag hat sie eigens Holzlöffelchen mit Sprüchen beschriftet – wie beispielsweise „Kochen und Essen ist gut verbrauchte Lebenszeit.“ Ein Satz, der Michaela Baurs Lebensmotto sein könnte. Nicht zu vergessen: das Dekorieren des Tisches. Der Clou diesmal: Die Stoffservietten stecken in ausgekochten Markknochen, die sie mehrfach gespült und gesäubert hat. „Ich liebe es mit Naturdeko zu arbeiten“, fügt sie erklärend hinzu. Am Sideboard ist eine Schale, in der eine Winterlandschaft aufgebaut ist. Aus weißem Zucker.

Die Jahreszeiten prägen ihre Ideen. Für die winterliche Suppe greift sie auf alte Gemüsesorten wie Topinambur, Pastinaken und Petersilienwurzel zurück. Auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sei das saisonale Kochen das beste, was man tun könne: „Dann ist man mit allen nötigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.“ Traditionell ist Michaela Baurs Küche deswegen noch lange nicht. Sie liebt ungewöhnliche Kombinationen und ist stets auf der Suche nach neuen Ideen. „Ich bin eigentlich ständig am Ausprobieren.“ So wird es Michaela Baur in der Küche nicht so schnell langweilig. Wir profitieren von ihrem cremigen Gemüsemix aus dem Topf. Der im Übrigen extrem schnell zubereitet ist, innerhalb einer halben Stunde steht die Suppe fertig auf dem Tisch. Wir genießen Löffel für Löffel – genau das richtige für kalte Januartage.

Von Stephanie Ebner

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